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Psalm 139Wunderbar sind deine Werke

Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.

Psalm 139,14 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTaufeGeburtGeborgenheitSchöpfungSelbstwertKonfirmation
Bibelvers Psalm 139: Wunderbar sind deine Werke – Mensch auf dem Hügel im Morgennebel
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Kurz erklärt

In Psalm 139 staunt David darüber, dass Gott ihn ganz und gar kennt: seine Gedanken, seine Wege, sogar seine Worte, bevor er sie ausspricht. Nirgends kann er Gott entkommen, und schon im Mutterleib hat Gott ihn geformt. Darum dankt er: „Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.“ Der Psalm ist ein beliebter Text zur Geburt und zur Taufe und ein Trost für jeden, der sich übersehen fühlt.

Geschrieben von
David, so die Überschrift
Bestimmt für
den Chorleiter – ein Lied für den Gottesdienst
Art
Ein Gebet über Gottes Wissen, Nähe und Schöpfermacht
Aufbau
vier Teile zu je sechs Versen

Hebräisch

Das Schlüsselwort

jodaat sie weiß, sie erkennt – hier: „meine Seele weiß es“

Aussprache
jo-DA-at
Vorkommen
Das Grundwort „jada“ steht 942-mal im Alten Testament, allein sechsmal in Psalm 139.
Strong-Nummer
H3045יָדַעjada · Verb · 942-mal im Alten Testament„A primitive root; to know (properly, to ascertain by seeing); used in a great variety of senses, figuratively, literally, euphemistically and inferentially (including observation, care, recognition; and causatively, instruction, designation, punishment, etc.)“eine Grundwurzel; wissen, kennen (eigentlich: durch Sehen feststellen); in vielen Bedeutungen gebraucht, bildlich, wörtlich, umschreibend und folgernd (einschließlich Beobachten, Sorge, Anerkennen; und veranlassend: Belehren, Bestimmen, Strafen usw.)Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H3045 · ganzer Eintrag ↗

„Jada“ heißt wissen und kennen, aber nicht nur mit dem Kopf. Es meint ein Kennen aus Erfahrung und Nähe, so wie man einen Menschen kennt, mit dem man lange gelebt hat. Strong’s Wörterbuch nennt als Grundbedeutung: etwas durch Hinsehen feststellen. In Psalm 139 steht das Wort zuerst bei Gott: Du hast mich geprüft und kennst mich (Vers 1), du weißt, wann ich sitze und aufstehe (Vers 2), du weißt meine Worte, bevor ich sie sage (Vers 4).

In Vers 14 dreht sich das Wort um. Jetzt ist es David, der weiß: „das weiß ich wohl“, wörtlich „meine Seele weiß es sehr“. Wer sich von Gott erkannt weiß, kann auch sich selbst mit neuen Augen sehen. Am Schluss bittet David noch zweimal darum, dass Gott ihn erkennt (Vers 23). Paulus nimmt diesen Gedanken auf: Wer Gott liebt, der ist von ihm erkannt (1. Korinther 8,3).

Psalm 139 · Neues Leben. Die Bibel

Der ganze Psalm

  1. 1Für den Chorleiter: Ein Psalm Davids. HERR, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich.
  2. 2Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken.
  3. 3Wenn ich gehe oder wenn ich ausruhe, du siehst es und bist mit allem, was ich tue, vertraut.
  4. 4Und du, HERR, weißt, was ich sagen möchte, noch bevor ich es ausspreche.
  5. 5Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich.
  6. 6Dieses Wissen ist zu wunderbar für mich, zu groß, als dass ich es begreifen könnte!
  7. 7Wohin sollte ich fliehen vor deinem Geist, und wo könnte ich deiner Gegenwart entrinnen?
  8. 8Flöge ich hinauf in den Himmel, so bist du da; stiege ich hinab ins Totenreich, so bist du auch da.
  9. 9Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer,
  10. 10würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten.
  11. 11Bäte ich die Finsternis, mich zu verbergen, und das Licht um mich her, Nacht zu werden –
  12. 12könnte ich mich dennoch nicht vor dir verstecken; denn die Nacht leuchtet so hell wie der Tag und die Finsternis wie das Licht.
  13. 13Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt.
  14. 14Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.
  15. 15Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes.
  16. 16Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann.
  17. 17Wie kostbar sind deine Gedanken über mich, Gott! Es sind unendlich viele.
  18. 18Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand! Und wenn ich am Morgen erwache, bin ich immer noch bei dir!
  19. 19Gott, wenn du doch nur die Gottlosen vernichten wolltest! Fort mit euch aus meinem Leben, ihr Mörder!
  20. 20Sie verhöhnen dich und lehnen sich gegen dich auf.
  21. 21Sollte ich die nicht hassen, HERR, die dich hassen, und sollte ich die nicht verachten, die sich dir widersetzen?
  22. 22Ja, ich hasse sie von ganzem Herzen, denn deine Feinde sind auch meine Feinde.
  23. 23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich und erkenne meine Gedanken.
  24. 24Zeige mir, wenn ich auf falschen Wegen gehe, und führe mich den Weg zum ewigen Leben.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Psalm 139.

01

Ein Psalm in vier Schritten

Psalm 139 hat vier Teile zu je sechs Versen. Vers 1–6: Gott kennt mich durch und durch. Vers 7–12: Es gibt keinen Ort, an dem ich ihm entkommen könnte – weder im Himmel noch im Totenreich, weder am Ende des Meeres noch in der Dunkelheit. Vers 13–18: Gott hat mich geschaffen und gesehen, bevor ich geboren war. Vers 19–24: David bittet Gott, gegen das Böse vorzugehen, und schließt mit der Bitte, dass Gott auch ihn selbst prüft. Das Staunen mündet in Hingabe.

02

Im Mutterleib gewoben

Vers 13–16 gehören zu den zartesten Texten der Bibel über das ungeborene Leben. Das hebräische Wort für „geformt“ in Vers 13 kann auch „gewoben“ heißen. In Vers 15 steht ein Wort aus der Kunst des Stickens: Gott hat David kunstvoll gewirkt wie ein buntes Tuch. Und in Vers 16 sieht Gott ihn schon als ungeformten Keim. Jeder Mensch ist gewollt, bevor ein anderer Mensch von ihm weiß. Darum danken Eltern mit diesem Psalm für ein Kind, und viele Christen sehen darin einen Grund, das Leben schon vor der Geburt zu schützen.

03

Die harten Verse am Schluss

Viele lesen Psalm 139 nur bis Vers 18. Doch in Vers 19–22 bittet David, dass Gott die Gottlosen vernichtet, und sagt, er hasse Gottes Feinde. Das ist kein privater Rachewunsch, sondern Parteinahme für Gott: David will nicht neutral bleiben, wo Menschen Gott verhöhnen. Gleich danach richtet er den Blick auf sich selbst: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz“ (Vers 23). Wer über das Böse bei anderen klagt, lässt sich zuerst selbst prüfen. Jesus lehrt später sogar, die Feinde zu lieben (Matthäus 5,44).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst ist Psalm 139 Davids persönliches Gebet. Doch was er über Gott sagt, gilt für jeden Menschen: Gott weiß alles über dich, er ist überall da, und er hat dich gewollt. Das Neue Testament führt diesen Gedanken weiter. Jesus sagt, dass bei Gott sogar die Haare auf deinem Kopf gezählt sind (Matthäus 10,30), und Paulus schreibt, dass Gott die Seinen schon vor Erschaffung der Welt erwählt hat (Epheser 1,4).

Für David war Gottes Allwissenheit kein Grund zur Angst, sondern zum Staunen. Ein Gott, der alles sieht, sieht auch das Verborgene, Beschämte und Verletzte. Darum endet der Psalm nicht mit einem Versteckspiel, sondern mit einer Bitte: Prüfe mich und führe mich. In Jesus zeigt Gott, dass er die Menschen nicht durchschaut, um sie zu verurteilen, sondern um sie zu retten (Johannes 3,17).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Lies Vers 14 vor dem Spiegel

Wenn du dich selbst nicht leiden kannst, sprich Vers 14 laut aus. Gott hat dich nicht aus Versehen gemacht.

2

Danke für ein neues Leben

Zur Geburt oder Taufe eines Kindes kannst du Vers 13–16 vorlesen oder das Bild verschenken. Es sagt: Dieses Kind war gewollt, bevor es jemand kannte.

3

Bete die letzten zwei Verse

Nimm Vers 23–24 als Abendgebet. Bitte Gott, dir zu zeigen, wo du auf einem falschen Weg bist, und vertrau darauf, dass er dich zurückführt.

Gebet

Herr, du kennst mich besser, als ich mich selbst kenne. Danke, dass du mich wunderbar gemacht hast und dass ich dir nirgends verloren gehe. Erforsche mein Herz und führe mich den Weg zum ewigen Leben. Amen.

Psalm 139 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Wer hat Psalm 139 geschrieben?
Die Überschrift nennt David als Verfasser und richtet das Lied an den Chorleiter. Es war also für den gemeinsamen Gottesdienst gedacht. Davids Erfahrungen auf der Flucht, im Krieg und als König spiegeln sich in seinem Staunen über Gottes Nähe.
Was bedeutet „Herr, du kennst mich“?
So fassen viele den Anfang von Psalm 139 zusammen; Luther übersetzt: „HERR, du erforschest mich und kennest mich.“ Gemeint ist mehr als Wissen über Fakten. Gott kennt deine Gedanken, Wege und Worte, noch bevor du sie aussprichst – nicht als Richter auf Abstand, sondern als dein Schöpfer, der dich liebt.
Passt Psalm 139 zur Taufe oder Geburt?
Ja, besonders Vers 13–16 und Vers 14. Sie danken Gott dafür, dass er ein Kind schon im Mutterleib geformt und gesehen hat. Als Taufspruch wird auch Vers 5 gern gewählt: „Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich.“

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H3045 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .