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Psalm 139,5Du bist vor mir und hinter mir

Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich.

Psalm 139,5 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTaufeGeborgenheitGeburtKindersegnungVertrauen
Bibelvers Psalm 139,5: Du bist vor mir und hinter mir – Mensch im Tal zwischen Bergen
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Kurz erklärt

In Psalm 139,5 staunt David darüber, dass Gott ihn von allen Seiten umgibt: vorn und hinten, in der Zukunft und in der Vergangenheit. Dazu legt Gott seine Hand auf ihn. Der Vers gehört zum ersten Teil des Psalms, in dem David beschreibt, wie genau Gott ihn kennt. Darum ist er, bekannt als „Von allen Seiten umgibst du mich“, ein beliebter Taufspruch und ein Wort der Geborgenheit für jedes Alter.

Geschrieben von
David, so die Überschrift
Bestimmt für
den Chorleiter – ein Lied für den Gottesdienst
Teil von
Psalm 139,1–6: Gott kennt mich durch und durch
Bekannt als
„Von allen Seiten umgibst du mich“ (Luther)

Hebräisch

Das Schlüsselwort

zartani du hast mich eingeschlossen – du umgibst mich ganz

Aussprache
zar-TA-ni
Vorkommen
Das Grundwort „zur“ steht 36-mal im Alten Testament.
Strong-Nummer
H6696צוּרzur · Verb · 36-mal im Alten Testament„A primitive root; to cramp, i.e. confine (in many applications, literally and figuratively, formative or hostile)“eine Grundwurzel; einengen, also einschließen (in vielen Anwendungen, wörtlich und bildlich, gestaltend oder feindlich)Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H6696 · ganzer Eintrag ↗

„Zur“ bedeutet „eng machen, einschließen, umschließen“. Meistens steht das Wort in Kriegsberichten: Ein Heer schließt eine Stadt ein und belagert sie, bis niemand mehr hinaus- oder hineinkommt (2. Samuel 11,1). Manchmal heißt es auch einfach „zusammenbinden“, etwa Silber in einen Beutel (5. Mose 14,25). Immer geht es darum, dass etwas ganz umfasst ist und nicht entkommen kann.

David wählt dieses starke Wort für Gott. Wörtlich sagt er: Hinten und vorn hast du mich umschlossen. Er beschreibt eine Belagerung, aber eine, die nicht feindlich ist. Gott schließt David ein, nicht um ihn zu vernichten, sondern um ihn zu halten. Es gibt keinen Weg, auf dem David Gott entkommen könnte, und genau darin liegt seine Sicherheit. Wer von Gott umschlossen ist, kann auch von nichts anderem herausgerissen werden.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Psalm 139,5.

01

Gott kennt mich durch und durch

Psalm 139 beginnt mit einem Staunen: Gott hat David erforscht und weiß alles über ihn (Vers 1). Er kennt sein Sitzen und Aufstehen, seine Wege und sein Ausruhen, sogar seine Worte, bevor er sie ausspricht (Vers 2–4). Vers 5 fasst das in einem Bild zusammen: Gott ist auf allen Seiten. Dann bekennt David, dass dieses Wissen zu wunderbar für ihn ist (Vers 6). Später führt der Psalm weiter bis in den Mutterleib, wo Gott ihn geformt hat (Vers 13–16).

02

Vorn und hinten

„Vor mir und hinter mir“ kann man räumlich verstehen: Gott ist da, wohin ich auch schaue. Im Hebräischen können die Wörter für vorn und hinten aber auch Zeit bezeichnen: was vorausliegt und was zurückliegt. Gott geht dir in die Zukunft voraus und deckt dir den Rücken in deiner Vergangenheit. Danach heißt es: Du legst deine Hand auf mich. Das Wort für Hand meint die offene Handfläche. Gott packt nicht grob zu. Er legt seine Hand auf, wie man es tut, um zu segnen oder zu beruhigen.

03

Trost oder Unbehagen?

Bibeltreue Ausleger lesen Vers 5 unterschiedlich. Manche hören darin von Anfang an reinen Trost. Andere weisen darauf hin, dass das Verb sonst für Belagerungen steht und David in Vers 7 fragt, wohin er vor Gott fliehen könnte. Vielleicht empfand David Gottes Nähe zuerst auch als Enge: Niemand kann sich vor ihm verstecken. Doch der Psalm löst das auf. Am Ende bittet David selbst: Erforsche mich, Gott (Vers 23). Wer Gott vertraut, muss seine Nähe nicht fürchten, sondern sucht sie.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst ist Psalm 139 das persönliche Gebet Davids. Was er über Gott sagt, gilt aber für jeden Menschen: Gott kennt jeden und ist überall. Für den, der Gott vertraut, wird dieses Wissen zur Geborgenheit. Jesus sagt über seine Schafe, dass niemand sie aus seiner Hand und aus der Hand seines Vaters reißen kann (Johannes 10,28–29). Paulus erinnert die Athener daran, dass Gott keinem von uns fern ist, weil wir in ihm leben und sind (Apostelgeschichte 17,27–28).

Der Vers verspricht nicht, dass um dich herum nie etwas Bedrohliches geschieht. David lebte mit Feinden, wie das Ende des Psalms zeigt. Er sagt aber: Zwischen mir und allem, was kommt, steht Gott. Wer zu Jesus gehört, darf das ganz persönlich nehmen. Er hat versprochen, die Seinen nicht zu verlassen (Hebräer 13,5). Darum passt der Vers zu einer Taufe: Er stellt ein Leben von Anfang an unter Gottes umgebende Hand.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Schau nach vorn und zurück

Denk an etwas, das vor dir liegt und dir Sorgen macht, und an etwas, das hinter dir liegt und dich belastet. Sag Gott zu beidem: Du bist auch da.

2

Ein Segen mit der Hand

Leg deinem Kind abends die Hand auf den Kopf und sprich den Vers als Segen. So wird spürbar, was Gott mit seiner Hand tut.

3

Du musst dich nicht verstecken

Gott kennt dich schon ganz, auch das, was du anderen verschweigst. Sprich heute ehrlich mit ihm über etwas, das du lieber verbergen würdest.

Gebet

Herr, du bist vor mir und hinter mir und legst deine Hand auf mich. Danke, dass ich dir nicht verborgen bin und nirgendwo aus deiner Nähe falle. Geh mir voraus in das, was kommt, und halte mich in dem, was war. Amen.

Psalm 139,5 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Wo steht „Von allen Seiten umgibst du mich“?
Der Satz steht in Psalm 139,5 und ist in dieser Form aus der Lutherbibel bekannt. Die NLB übersetzt „Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich“. Der Psalm stammt von David.
Was bedeutet „Du bist vor mir und hinter mir“?
David sagt damit, dass Gott ihn von allen Seiten umgibt und er ihm nirgends entkommen kann. Vorn und hinten können im Hebräischen auch Zukunft und Vergangenheit meinen. Gott geht dir also voraus und ist auch bei dem, was hinter dir liegt. Die Hand, die er auflegt, steht für Schutz und Segen.
Passt Psalm 139,5 als Taufspruch?
Ja, er ist ein sehr beliebter Taufspruch. Er drückt aus, dass Gott ein Leben von allen Seiten umgibt und seine schützende Hand darauf legt. Für eine Taufe passt auch der Zusammenhang, denn Psalm 139 spricht davon, dass Gott jeden Menschen schon im Mutterleib geformt hat.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H6696 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .