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Jesaja 43,1Ich habe dich bei deinem Namen gerufen

Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir.

Jesaja 43,1 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTaufeKonfirmationGeborgenheitIdentitätAngstNeuanfang
Bibelvers Jesaja 43,1: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen – Steg am See im Morgennebel
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

In Jesaja 43,1 spricht Gott, der Israel geschaffen und geformt hat, zu seinem Volk: „Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir.“ Diese Zusage kommt nicht als Belohnung, sondern mitten in einer Zeit, in der Israel wegen seiner Schuld Gericht erlebt. Gott kennt sein Volk persönlich und lässt es nicht los. Weil der Vers so persönlich klingt, ist er einer der beliebtesten Taufsprüche.

Geschrieben von
dem Propheten Jesaja, im 8. Jahrhundert v. Chr.
Gerichtet an
das Volk Israel, das hier „Jakob“ und „Israel“ heißt
Teil des Buches
der Trostteil Jesaja 40–66, der mit „Tröstet mein Volk“ beginnt
Art
Ein Heilswort: Gott spricht seinem Volk Mut zu

Hebräisch

Das Schlüsselwort

beschimcha bei deinem Namen – der Name steht für die ganze Person

Aussprache
be-schim-CHA
Vorkommen
Das Grundwort „schem“ (Name) steht 864-mal im Alten Testament.
Strong-Nummer
H8034שֵׁםschem · Substantiv, männlich · 864-mal im Alten Testament„A primitive word (perhaps rather from suwm through the idea of definite and conspicuous position; compare shamayim); an appellation, as a mark or memorial of individuality; by implication honor, authority, character.“ein Grundwort (vielleicht eher von sum, über die Vorstellung einer bestimmten, gut sichtbaren Stellung; vergleiche schamajim); eine Benennung als Zeichen oder Erinnerung an die Eigenart einer Person; daraus: Ehre, Ansehen, Wesen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H8034 · ganzer Eintrag ↗

„Schem“ ist in der Bibel mehr als ein Etikett. Der Name steht für die ganze Person: ihr Wesen, ihren Ruf, ihre Geschichte. Strong’s Wörterbuch beschreibt ihn als Kennzeichen dessen, was einen Menschen unverwechselbar macht. Darum gibt Gott Menschen manchmal einen neuen Namen, wenn er ihr Leben neu ausrichtet: Aus Abram wird Abraham, aus Jakob wird Israel (1. Mose 17,5; 32,29). Wenn Gott sagt „bei deinem Namen“, heißt das: Ich meine genau dich.

Jemanden beim Namen rufen bedeutet in der Bibel oft: ihn auswählen und für sich in Anspruch nehmen. So berief Gott den Kunsthandwerker Bezalel mit Namen für den Bau der Stiftshütte (2. Mose 31,2). Wenige Verse weiter spricht Gott von allen, „die nach meinem Namen benannt sind“ (Jesaja 43,7). Gottes Name liegt auf seinem Volk wie ein Besitzvermerk. Jesus nimmt das Bild auf: Der gute Hirte kennt seine Schafe und ruft jedes mit seinem Namen (Johannes 10,3).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Jesaja 43,1.

01

„Doch nun“ – trotz allem

Der Abschnitt davor ist hart. In Jesaja 42,18–25 nennt Gott sein Volk blind und taub. Weil Israel nicht auf seinen Wegen ging, hat er es Plünderern ausgeliefert. Jesaja schreibt um 700 v. Chr. und sieht voraus, wie das Volk später nach Babylon verschleppt wird. Dann kommt die Wende: „Doch nun spricht der HERR.“ Gott hätte Grund genug, sein Volk aufzugeben. Stattdessen spricht er ihm Trost zu. Die Zusage gründet nicht auf Israels Treue, sondern allein auf Gottes Gnade.

02

Geschaffen, geformt, erlöst, gerufen

Vier Verben begründen das „Hab keine Angst“. Gott hat Israel geschaffen – dasselbe Wort steht in 1. Mose 1,1. Er hat es geformt wie ein Töpfer, so wie er Adam aus Erde bildete (1. Mose 2,7). Er hat es erlöst, und er hat es beim Namen gerufen. Kurz zuvor heißt es, dass Gott alle Sterne mit Namen ruft (Jesaja 40,26). Derselbe Gott kennt auch sein Volk beim Namen. Der Grund gegen die Angst liegt also nicht in Israels Stärke, sondern darin, wem es gehört.

03

Der Löser

Das hebräische Wort für „erlöst“ (gaal) stammt aus dem Familienrecht. Ein „Löser“ war ein naher Verwandter. Er kaufte verlorenes Land zurück oder befreite einen Angehörigen, der sich als Sklave verkaufen musste (3. Mose 25,25.47–49). Boas tat das für Rut. Gott stellt sich hier als Israels nächster Verwandter vor, der den Preis bezahlt: Vers 3 spricht von einem Lösegeld. Im Neuen Testament sagt Jesus, dass er gekommen ist, um sein Leben als Lösegeld für viele zu geben (Markus 10,45).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt dieses Wort dem Volk Israel, das Gott sich als sein Eigentum erwählt hatte. Dieses Versprechen nimmt Gott nicht zurück (Römer 11,29). Das Neue Testament zeigt aber, dass durch Jesus auch Menschen aus allen Völkern zu Gottes Volk gehören. Petrus nennt die Gemeinde Gottes „persönliches Eigentum“ (1. Petrus 2,9), und Paulus schreibt, dass Christen nicht sich selbst gehören, weil sie teuer erkauft sind (1. Korinther 6,19–20). Wer zu Jesus gehört, darf diese Zusage deshalb auch für sich hören.

Darum passt der Vers so gut zur Taufe. Getauft wird auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Matthäus 28,19). Die Taufe zeigt: Gottes Ruf geht unserer Antwort voraus. Zugleich will dieser Ruf beantwortet werden – mit Vertrauen auf Jesus und einem Leben mit ihm. Der Vers ist keine Garantie für ein Leben ohne Not. Gleich danach spricht Gott von Wasser und Feuer, durch die sein Volk gehen wird – aber nicht allein.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Setz deinen Namen ein

Lies den Vers langsam und sprich an der Stelle „dich“ deinen eigenen Namen mit. Dein Wert hängt nicht an Leistung oder an der Meinung anderer, sondern daran, dass Gott dich kennt.

2

Erinnere dich an deine Taufe

Wenn du dich schuldig oder verloren fühlst, denk an deine Taufe. Gottes Zusage gilt auch dann, wenn deine Gefühle schwanken.

3

Gib deiner Angst einen Namen

Schreib auf, wovor du gerade Angst hast. Schreib daneben „Du gehörst mir“ und bring beides im Gebet zu Gott.

Gebet

Herr, du hast mich geschaffen und kennst meinen Namen. Danke, dass ich dir gehöre, auch wenn ich Angst habe oder versagt habe. Halte mich fest, wenn ich durch Wasser oder Feuer gehen muss. Amen.

Jesaja 43,1 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“?
Gott sagt damit: Ich kenne dich persönlich, und du gehörst zu mir. In der Bibel steht der Name für die ganze Person. Wen Gott beim Namen ruft, den hat er ausgewählt und nimmt ihn unter seinen Schutz. Darum folgt direkt die Zusage: „du gehörst mir“.
An wen ist Jesaja 43,1 gerichtet?
Zuerst an das Volk Israel, das in seiner Geschichte Schuld, Gericht und Verbannung erlebte. Gott versichert ihm, dass er es nicht verstoßen hat. Durch Jesus gehören auch Christen aus allen Völkern zu Gottes Volk und dürfen die Zusage für sich annehmen.
Passt Jesaja 43,1 als Taufspruch?
Ja, der Vers gehört zu den beliebtesten Taufsprüchen. Er bringt auf den Punkt, was die Taufe zeigt: Gott ruft einen Menschen persönlich und sagt ihm zu, dass er zu ihm gehört. Auch als Konfirmationsspruch wird er gern gewählt.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H8034 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .