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Psalm 8Und doch denkst du an ihn

Wenn ich den Himmel betrachte und das Werk deiner Hände sehe – den Mond und die Sterne, die du an ihren Platz gestellt hast –, wie klein und unbedeutend ist da der Mensch und doch denkst du an ihn und sorgst für ihn!

Psalm 8,4–5 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürGeburtTaufeSchöpfungWürdeStaunen
Bibelvers Psalm 8: Und doch denkst du an ihn – Mensch unter der Milchstraße
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

Psalm 8 ist ein Loblied Davids auf Gott, den Schöpfer. Beim Blick in den Sternenhimmel staunt David, wie klein der Mensch ist – und doch denkt Gott an ihn und krönt ihn mit Ehre. Der Psalm beginnt und endet mit demselben Satz: „HERR, unser Herrscher, herrlich ist dein Name auf der Erde!“ Er passt zu Geburt und Taufe und zu allen Fragen nach dem Wert des Menschen.

Geschrieben von
David, laut der Überschrift
Art
Ein Loblied auf den Schöpfer
Aufbau
beginnt und endet mit demselben Lobruf (Vers 2 und 10)
Im Neuen Testament
zitiert von Jesus (Matthäus 21,16) und auf Jesus bezogen (Hebräer 2,6–9)

Hebräisch

Das Schlüsselwort

enosch der Mensch – als sterbliches, schwaches Wesen

Aussprache
e-NOSCH
Vorkommen
222-mal im Alten Testament, oft dort, wo es um die Grenzen des Menschen geht.
Strong-Nummer
H582אֱנוֹשׁenosch · Substantiv, männlich · 222-mal im Alten Testament„From 'anash; properly, a mortal (and thus differing from the more dignified 'adam); hence, a man in general (singly or collectively).“abgeleitet von „anasch“; eigentlich: ein Sterblicher (und damit unterschieden vom würdevolleren „adam“); daher: ein Mensch allgemein (einzeln oder als Gesamtheit).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H582 · ganzer Eintrag ↗

Das Hebräische hat mehrere Wörter für „Mensch“. „Adam“ erinnert an die Erde (adama), aus der Gott den Menschen formte. „Enosch“ betont etwas anderes: Strong’s Wörterbuch nennt ihn „einen Sterblichen“ und setzt ihn ausdrücklich vom würdevolleren „adam“ ab. Es ist das Wort für den Menschen in seiner Schwäche und Vergänglichkeit. In Psalm 103,15 heißt es vom „enosch“, dass sein Leben wie Gras ist.

Gerade dieses Wort wählt David, wenn er staunt: Ausgerechnet an dieses kleine, sterbliche Wesen denkt Gott. Und dann folgt in Vers 6 das Gegenteil: Gott hat ihn „mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt“. Beides ist wahr. Der Mensch ist nicht groß aus sich selbst, sondern weil Gott ihn ansieht. Hiob greift die Frage später in seinem Leid auf und dreht sie fast bitter um (Hiob 7,17–18).

Psalm 8 · Neues Leben. Die Bibel

Der ganze Psalm

  1. 1Für den Chorleiter: Ein Psalm Davids, zu begleiten auf einem Saiteninstrument.
  2. 2HERR, unser Herrscher, herrlich ist dein Name auf der Erde! Deine Herrlichkeit zeigt sich am Himmel.
  3. 3Kinder und Säuglinge hast du gelehrt, dich zu loben. Sie bringen deine Feinde zum Schweigen, die auf Rache aus waren.
  4. 4Wenn ich den Himmel betrachte und das Werk deiner Hände sehe – den Mond und die Sterne, die du an ihren Platz gestellt hast –,
  5. 5wie klein und unbedeutend ist da der Mensch und doch denkst du an ihn und sorgst für ihn!
  6. 6Denn du hast ihn nur wenig geringer als Gott gemacht und ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt.
  7. 7Du hast ihn über alles gesetzt, was du erschaffen hast, und ihm Vollmacht über alles gegeben –
  8. 8die Schafe und die Rinder und alle wilden Tiere,
  9. 9die Vögel am Himmel, die Fische im Meer und alles, was in den Meeren schwimmt.
  10. 10HERR, unser Herrscher, herrlich ist dein Name auf der Erde!

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Psalm 8.

01

Ein Abend unter dem Sternenhimmel

David war in seiner Jugend Hirte und verbrachte viele Nächte unter freiem Himmel (1. Samuel 16,11). Psalm 8 klingt wie das Gebet eines Menschen, der nachts zu Mond und Sternen hinaufschaut. Der Psalm ist kunstvoll gebaut: Er beginnt und endet mit demselben Lobruf, „HERR, unser Herrscher, herrlich ist dein Name auf der Erde!“ (Vers 2 und 10). Dazwischen geht es um den Menschen. Doch der Rahmen zeigt: Im Mittelpunkt steht nicht der Mensch, sondern Gott, der ihn gemacht hat.

02

Klein und doch gekrönt

Neben Mond und Sternen wirkt der Mensch winzig. Und doch denkt Gott an ihn und sorgt für ihn. Mehr noch: Gott hat ihn „nur wenig geringer als Gott gemacht“ und ihm Vollmacht über die Schöpfung gegeben (Vers 6–7). Das greift den Schöpfungsbericht auf: Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und gab ihm den Auftrag, über die Tiere zu herrschen (1. Mose 1,26–28). Herrschen heißt dabei nicht ausbeuten, sondern verwalten – wie ein Diener, der seinem König Rechenschaft schuldet.

03

Engel oder Gott?

In Vers 6 steht im Hebräischen „elohim“. Das Wort bedeutet meist „Gott“, kann aber auch himmlische Wesen bezeichnen. Die alte griechische Übersetzung schrieb deshalb „Engel“, und der Hebräerbrief zitiert den Vers in dieser Form (Hebräer 2,7). Bibeltreue Ausleger übersetzen hier unterschiedlich. Der Hebräerbrief geht noch weiter: Er stellt fest, dass der Mensch seine Bestimmung bisher nicht erfüllt. Erfüllt hat sie Jesus, der für kurze Zeit niedriger als die Engel wurde und nun mit Ehre gekrönt ist (Hebräer 2,8–9).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst ist Psalm 8 ein Lob auf Gott, den Schöpfer, gesungen in Israels Gottesdienst. Seine Aussagen über den Menschen gelten aber jedem Menschen, denn sie gehen auf die Schöpfung zurück: Jeder Mensch, ob groß oder klein, gesund oder krank, ist von Gott gewollt und gewürdigt. Als Kinder im Tempel Jesus zujubelten und sich die Schriftgelehrten darüber ärgerten, zitierte Jesus Vers 3: Aus dem Mund der Kinder hat Gott sich Lob bereitet (Matthäus 21,16).

Das Neue Testament liest den Psalm auch als Hinweis auf Jesus. Der Hebräerbrief stellt fest, dass wir noch nicht sehen, dass dem Menschen alles unterworfen ist. Aber wir sehen Jesus, der durch sein Leiden und seinen Tod mit Ehre gekrönt wurde (Hebräer 2,8–9). Paulus bezieht Vers 7 auf den auferstandenen Christus, dem Gott alles zu Füßen gelegt hat (1. Korinther 15,27). Was der Mensch durch die Sünde verloren hat, erfüllt Christus – und durch ihn bekommt der Mensch seine Bestimmung zurück.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Schau heute Abend nach oben

Geh an einem klaren Abend hinaus und betrachte den Himmel. Lies dabei Vers 4–5 und lass das Staunen zu: Der Gott der Sterne denkt an dich.

2

Sieh andere mit Gottes Augen

Jeder Mensch, dem du heute begegnest, ist von Gott „mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt“ – auch der, der dich nervt. Behandle ihn entsprechend.

3

Ein Psalm zur Geburt

Ein neugeborenes Kind ist klein und schutzlos und doch unendlich wertvoll. Schreib Vers 4–5 in eine Glückwunschkarte oder schick das Bild an junge Eltern.

Gebet

HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name! Wenn ich die Sterne sehe, merke ich, wie klein ich bin. Danke, dass du trotzdem an mich denkst und mir Würde schenkst. Hilf mir, deine Schöpfung und jeden Menschen zu achten. Amen.

Psalm 8 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“
So übersetzte Luther Psalm 8,5. David staunt, dass der Schöpfer von Himmel und Sternen an den kleinen, sterblichen Menschen denkt und sich um ihn kümmert. Die Frage drückt keinen Zweifel aus, sondern Staunen: Der Mensch hat seinen Wert nicht aus sich selbst, sondern weil Gott ihn ansieht.
Wer hat Psalm 8 geschrieben?
Laut der Überschrift ist Psalm 8 ein Psalm Davids, bestimmt für den Chorleiter. Die Überschrift nennt außerdem ein Instrument oder eine Melodie („Gittit“), deren genaue Bedeutung heute nicht mehr sicher bekannt ist. David kannte den Sternenhimmel gut: Als junger Hirte verbrachte er viele Nächte draußen.
Passt Psalm 8 zur Geburt oder Taufe?
Ja. Der Psalm sagt, dass Gott an jeden Menschen denkt und ihn mit Ehre krönt – ein schöner Gedanke für ein neugeborenes Kind. Vers 3 erwähnt sogar Kinder und Säuglinge, die Gott loben. Für Karten eignen sich besonders Vers 4–5 oder Vers 6.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H582 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .