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Psalm 73,26Gott der Trost meines Herzens

Bin ich auch krank und völlig geschwächt, bleibt Gott der Trost meines Herzens, er gehört mir für immer und ewig.

Psalm 73,26 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerTrostKrankheitBeerdigungAlter
Bibelvers Psalm 73,26: Gott der Trost meines Herzens – Fels an der Küste bei Sonnenaufgang
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Kurz erklärt

In Psalm 73,26 bekennt der Beter: Auch wenn Leib und Kraft versagen, bleibt Gott der Trost seines Herzens und sein Anteil für immer. Der Vers steht am Ende eines Psalms, in dem Asaf beinahe am Glauben irre geworden wäre, weil es gottlosen Menschen besser ging als ihm. Er verschweigt seine Schwäche nicht, aber er findet in Gott selbst seinen Halt. Darum ist der Vers ein häufiger Trost bei Krankheit, im Alter und in der Trauer.

Geschrieben von
Asaf, einem Leviten und Tempelsänger zur Zeit Davids
Teil des Buches
der erste Asaf-Psalm im dritten Buch der Psalmen (Psalm 73–89)
Art
Ein Lied über eine Glaubenskrise und ihre Lösung
Schlüsselwort
„mein Anteil“ – Gott selbst als Erbteil

Hebräisch

Das Schlüsselwort

wechelki und mein Anteil – das Stück, das mir zugeteilt ist

Aussprache
we-chel-KI
Vorkommen
Das Grundwort „chelek“ steht 67-mal im Alten Testament, oft für ein zugeteiltes Stück Land.
Strong-Nummer
H2506חֵלֶקchelek · Substantiv, männlich · 67-mal im Alten Testament„From chalaq; properly, smoothness (of the tongue); also an allotment.“abgeleitet von chalaq; eigentlich: Glätte (der Zunge); außerdem: ein zugeteilter Anteil.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H2506 · ganzer Eintrag ↗

Als Israel das verheißene Land unter Josua verteilte, bekam jeder Stamm seinen „chelek“: ein Stück Land, von dem die Familien leben konnten. Nur der Stamm Levi bekam kein eigenes Gebiet. Gott sagte zu Aaron, dass er selbst ihr Anteil und ihr Erbe sein will (4. Mose 18,20). Asaf war ein Levit. Wenn er sagt „Gott ist mein Anteil“, dann sagt er: Ich habe kein Feld und keinen Besitz, auf den ich mich verlasse, aber ich habe Gott.

Mit der Übersetzung „er gehört mir für immer“ gibt die NLB diesen Gedanken frei wieder. David sagt Ähnliches in Psalm 16,5, und Jeremia schreibt mitten in den Trümmern Jerusalems: „Der HERR ist mein Anteil, auf ihn will ich hoffen.“ (Klagelieder 3,24) Besitz kann man verlieren, Gesundheit auch. Dieser Anteil bleibt.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Psalm 73,26.

01

Beinahe gestolpert

Psalm 73 beginnt mit einem Bekenntnis: Gott ist gut zu Israel. Doch sofort gesteht Asaf, dass er selbst fast zu Fall gekommen wäre (Vers 2). Er sah, wie gut es stolzen und rücksichtslosen Menschen ging: gesund, reich, sorglos. Er dagegen hatte sein Herz rein gehalten und erlebte trotzdem jeden Morgen neuen Kummer (Vers 13–14). War der Glaube umsonst? Die Wende kam erst, als er in Gottes Heiligtum ging und darüber nachdachte, wie das Leben der Gottlosen endet (Vers 17).

02

Wenn Leib und Herz versagen

Ab Vers 23 klingt der Psalm ganz anders: „Doch ich gehöre noch immer zu dir, du hältst meine rechte Hand.“ Asaf merkt, dass er das Wichtigste längst hat. „Wen habe ich im Himmel außer dir?“, fragt er in Vers 25. Dann folgt unser Vers. Asaf tut nicht so, als sei er stark. Wörtlich sagt er: Mein Fleisch und mein Herz vergehen. Gerade da hält er fest, dass Gott bleibt. Und Vers 24 blickt weiter, als ein Menschenleben reicht: Gott wird ihn am Ende in Ehren aufnehmen.

03

Der Fels meines Herzens

Wo die NLB und auch Luther „Trost“ schreiben, steht im Hebräischen „zur“, das heißt Fels. Wörtlich bekennt Asaf: Gott ist der Fels meines Herzens. Das Herz steht in der Bibel nicht nur für Gefühle, sondern für die Mitte des Menschen: Denken, Wollen, Empfinden. Wenn diese Mitte nachgibt, braucht sie etwas, das nicht nachgibt. Ein Fels ändert sich nicht, wenn der Mensch schwach wird. Darum ist der Trost hier kein weiches Wort, sondern fester Grund unter den Füßen.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst ist Psalm 73 das persönliche Zeugnis eines Tempelsängers, der mit Neid und Zweifel gerungen hat. Sein Ergebnis gilt aber jedem, der zu Gott gehört: Gott ist nicht nur der Geber guter Dinge, er ist selbst das Geschenk. Jesus sagt über die, die ihm gehören: „Niemand wird sie mir entreißen“ (Johannes 10,28). Und Paulus ist überzeugt, dass weder Tod noch Leben uns von Gottes Liebe trennen können (Römer 8,38–39).

Asaf hatte nur eine Ahnung davon, was nach dem Tod kommt. Im Neuen Testament wird diese Hoffnung hell: Jesus ist auferstanden, und wer an ihn glaubt, wird mit ihm leben. Paulus schreibt, dass Sterben für ihn Gewinn ist, weil er dann bei Christus ist (Philipper 1,21–23). Darum darf ein Christ am Krankenbett und am Grab sagen: Mein Körper vergeht, aber Gott bleibt mein Anteil für immer.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Sag ehrlich, was nachlässt

Asaf spricht offen aus, dass seine Kraft am Ende ist. Sag Gott in deinen eigenen Worten, was bei dir gerade schwach ist: der Körper, die Nerven, die Hoffnung.

2

Vom Vergleichen zu Gott

Wenn du dich mit anderen vergleichst und neidisch wirst, geh den Weg, den Asaf ging: in Gottes Gegenwart. Ein Gottesdienst, ein Psalm, ein stilles Gebet kann deinen Blick zurechtrücken.

3

Ein Gruß ans Krankenbett

Schick das Bild jemandem, der krank ist, alt wird oder einen Menschen verloren hat. Schreib ein paar eigene Zeilen dazu, statt nur den Vers weiterzuleiten.

Gebet

Gott, du siehst, wie schwach ich manchmal bin, an Leib und Seele. Wenn meine Kraft nachlässt, bleib du der Fels und der Trost meines Herzens. Danke, dass ich zu dir gehöre, heute und für immer. Amen.

Psalm 73,26 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Gott ist meines Herzens Trost“?
So gibt Luther Psalm 73,26 wieder. Der Beter sagt: Auch wenn mein Körper und mein Herz versagen, bleibt Gott mein Halt. Im Hebräischen steht sogar „Fels meines Herzens“. Gott ist für ihn nicht ein Trost unter vielen, sondern der feste Grund, wenn alles andere wegbricht.
Wer hat Psalm 73 geschrieben?
Die Überschrift nennt Asaf. Er war ein Levit, den David als Leiter der Tempelsänger eingesetzt hatte (1. Chronik 16,5). Zwölf Psalmen tragen seinen Namen: Psalm 50 und Psalm 73–83. Manche Ausleger denken, dass einige davon auch von Sängern aus seiner Familie stammen.
Passt Psalm 73,26 für eine Trauerkarte oder Beerdigung?
Ja. Der Vers nimmt die Schwäche und das Sterben ernst und setzt trotzdem eine Hoffnung dagegen, die nicht vergeht. Er eignet sich für Trauerkarten, Traueranzeigen und als Bibelwort bei einer Beerdigung, ebenso für einen Besuch bei kranken oder alten Menschen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H2506 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .