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Johannes 10,27-28Meine Schafe hören auf meine Stimme

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ihnen gebe ich das ewige Leben, und sie werden niemals umkommen. Keiner kann sie aus meiner Hand reißen.

Johannes 10,27-28 · Hoffnung für alle
Passt fürTaufeGeborgenheitTrostTrauerKonfirmationEwigkeit
Bibelvers Johannes 10,27-28: Meine Schafe hören auf meine Stimme – Hirte geht seiner Herde voran
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Kurz erklärt

In Johannes 10,27-28 sagt Jesus: Seine Schafe hören auf seine Stimme, er kennt sie, und sie folgen ihm. Er schenkt ihnen ewiges Leben, und niemand kann sie aus seiner Hand reißen. Jesus spricht diese Worte im Tempel in Jerusalem, als man ihn drängt zu sagen, ob er der Christus ist. Der Vers gehört zu den stärksten Zusagen der Geborgenheit in der Bibel und wird oft als Taufspruch und bei Trauerfeiern gewählt.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus im Tempel, in der Säulenhalle Salomos (Johannes 10,23)
Zeitpunkt
beim Fest der Tempelweihe im Winter (Johannes 10,22)
Hintergrund
die Rede vom guten Hirten, Johannes 10,1–18

Griechisch

Das Schlüsselwort

harpasei wird rauben, entreißen – von „harpazo“: packen, mit Gewalt wegreißen

Aussprache
har-PA-sei
Vorkommen
Das Grundwort steht 14-mal im Neuen Testament, allein dreimal in Johannes 10.
Strong-Nummer
G726ἁρπάζωharpazo · Verb · 14-mal im Neuen Testament„From a derivative of haireomai; to seize (in various applications)“Abgeleitet von „haireomai“ (nehmen); ergreifen, packen (in verschiedenen Anwendungen).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G726 · ganzer Eintrag ↗

„Harpazo“ beschreibt ein plötzliches, gewaltsames Zupacken, so wie ein Raubtier seine Beute schnappt. Jesus benutzt das Wort schon in Johannes 10,12: Der Wolf kommt, „reißt“ die Schafe und jagt die Herde auseinander. Der bezahlte Knecht läuft davon. Der gute Hirte aber bleibt. In Vers 28 kehrt das Wort zurück: Was der Wolf sonst tut, wird bei Jesu Schafen nicht gelingen. Niemand reißt sie ihm aus der Hand.

In Vers 29 steht das Wort ein drittes Mal: Auch aus der Hand des Vaters kann sie niemand reißen. Die Schafe liegen also gleichsam in zwei Händen. An anderer Stelle beschreibt dasselbe Wort etwas Schönes: Paulus schreibt, dass die Gläubigen bei der Wiederkunft Jesu „entrückt“ werden, ihm entgegen (1. Thessalonicher 4,17). Gottes Zugriff ist stärker als jeder fremde Zugriff.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 10,27-28.

01

Im Winter im Tempel

Es ist Winter, das Fest der Tempelweihe, heute als Chanukka bekannt. Jesus geht in der Säulenhalle Salomos auf und ab. Da umringen ihn Gegner und fordern: „Wenn du der Christus bist, dann sag es uns offen.“ Jesus antwortet, dass er es längst gesagt hat und seine Taten es beweisen. Doch sie glauben nicht, „weil ihr nicht zu meiner Herde gehört“. Dann beschreibt er, woran man seine Schafe erkennt. Am Ende sagt er: „Der Vater und ich sind eins“, und seine Gegner greifen nach Steinen (Johannes 10,30–31).

02

Hören, kennen, folgen

Die Verse sind sorgfältig gebaut. Zuerst drei Sätze über die Beziehung: Die Schafe hören, der Hirte kennt, die Schafe folgen. Dann drei Zusagen: Er gibt ewiges Leben, sie werden niemals umkommen, niemand kann sie ihm entreißen. Im Orient zogen Hirten vor ihren Herden her, und die Schafe folgten der vertrauten Stimme. Schon in Johannes 10,3–4 heißt es, dass der Hirte jedes Schaf mit Namen ruft. Glaube ist hier kein Wissen über Jesus, sondern eine Beziehung: auf ihn hören und ihm nachgehen.

03

Eine doppelte Hand

Vers 28 spricht von Jesu Hand, Vers 29 von der Hand des Vaters. Der Vater hat Jesus die Schafe gegeben, und er ist größer als alles. Darum ist die Sicherheit doppelt. Das Wort „niemals“ ist im Griechischen eine besonders starke Verneinung. Bibeltreue Ausleger ziehen daraus unterschiedliche Schlüsse: Die einen sagen, wer wirklich zu Jesus gehört, kann nie verloren gehen. Andere betonen, dass niemand uns von außen entreißen kann, ein Mensch sich aber selbst abwenden könnte. Einig sind sie darin: Wer Jesus folgt, ist bei ihm sicher.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus zu Menschen, die an ihm zweifelten, und er trennte zwischen denen, die ihm folgen, und denen, die nur Beweise fordern. Für seine Jünger war es eine Zusage: Auch wenn es Widerstand gibt, ihr seid in meiner Hand. Für uns gilt dasselbe. Wer auf Jesus hört und ihm folgt, gehört zu seiner Herde, und diese Zugehörigkeit hängt nicht an der eigenen Kraft, sondern an seiner Hand.

Hinter dem Bild steht das Alte Testament. In Psalm 23 ist der HERR selbst der Hirte, und in Hesekiel 34 verspricht Gott, seine Herde selbst zu suchen und zu weiden. Wenn Jesus sagt, dass niemand die Schafe aus seiner und des Vaters Hand reißen kann, stellt er sich auf eine Stufe mit Gott. Paulus greift den Gedanken später auf: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen (Römer 8,38–39).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Lern seine Stimme kennen

Schafe erkennen die Stimme ihres Hirten, weil sie sie oft hören. Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten, um in den Evangelien zu lesen, was Jesus sagt.

2

Halt dich an seiner Hand fest

Wenn du Angst hast, den Glauben zu verlieren, schau nicht zuerst auf deinen Griff, sondern auf seinen. Sprich den Satz laut aus: „Keiner kann mich aus seiner Hand reißen.“

3

Ein Trost am Grab

Wenn du um einen Menschen trauerst, der Jesus gehört hat, darfst du dich an diese Zusage halten: Er wird niemals umkommen. Er ist in Gottes Hand geborgen.

Gebet

Herr Jesus, du bist mein guter Hirte. Danke, dass du mich kennst und mir ewiges Leben schenkst. Hilf mir, deine Stimme zu hören und dir zu folgen. Und wenn ich schwach werde, halte du mich fest in deiner Hand. Amen.

Johannes 10,27-28 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Meine Schafe hören meine Stimme“?
Jesus vergleicht sich mit einem Hirten und seine Nachfolger mit Schafen, die die Stimme ihres Hirten kennen und ihm folgen. Gemeint ist eine lebendige Beziehung: Wer zu Jesus gehört, hört auf ihn, und Jesus kennt ihn persönlich. Diesen Menschen verspricht er ewiges Leben und Schutz in seiner Hand.
Kann man aus Gottes Hand fallen?
Jesus sagt in Johannes 10,28–29, dass niemand seine Schafe aus seiner und des Vaters Hand reißen kann. Bibeltreue Christen verstehen das unterschiedlich: Manche glauben, dass wahre Christen nie verloren gehen. Andere halten es für möglich, sich selbst bewusst von Gott abzuwenden. Einig sind beide: Keine fremde Macht kann einen Menschen Jesus entreißen.
Passt Johannes 10,27-28 als Taufspruch?
Ja, der Vers ist ein schöner Taufspruch. Er sagt zu: Jesus kennt dieses Kind beim Namen, er schenkt ewiges Leben, und niemand kann es ihm entreißen. Auch für Erwachsenentaufe, Konfirmation und Trauerfeier wird er gern gewählt.

Bibeltext: Bibeltext aus der Hoffnung für alle®, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags Fontis – Brunnen Basel.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G726 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .