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Johannes 10,11Ich bin der gute Hirte

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe.

Johannes 10,11 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTaufeKonfirmationGeborgenheitTrostTrauer
Bibelvers Johannes 10,11: Ich bin der gute Hirte – Schafpferch mit Laterne am Abend
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Kurz erklärt

In Johannes 10,11 sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe.“ Er vergleicht sich mit einem Hirten, der seine Herde nicht im Stich lässt, sondern sein eigenes Leben für sie einsetzt. Damit kündigt er seinen Tod am Kreuz an. Der Vers ist eines der sieben „Ich bin“-Worte im Johannesevangelium und ein beliebter Taufspruch.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus in Jerusalem, im Streit mit den Pharisäern
Hintergrund
Gott als Hirte seines Volkes (Psalm 23; Hesekiel 34)
Art
Eines der sieben „Ich bin“-Worte im Johannesevangelium

Griechisch

Das Schlüsselwort

kalos gut, schön, vortrefflich – gut in einer Weise, die man sehen kann

Aussprache
ka-LOS
Vorkommen
101-mal im Neuen Testament, in Johannes 10,11 gleich zweimal.
Strong-Nummer
G2570καλόςkalos · Adjektiv · 101-mal im Neuen Testament„Of uncertain affinity; properly, beautiful, but chiefly (figuratively) good (literally or morally), i.e. valuable or virtuous (for appearance or use, and thus distinguished from agathos, which is properly intrinsic).“Herkunft unsicher; eigentlich: schön, vor allem aber (bildlich) gut (wörtlich oder moralisch), also wertvoll oder tugendhaft (im Erscheinungsbild oder im Gebrauch – darin unterschieden von agathos, das ein inneres Gutsein meint).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G2570 · ganzer Eintrag ↗

Das Griechische hat zwei Hauptwörter für „gut“. „Agathos“ beschreibt, was im Kern gut ist. „Kalos“ meint ein Gutsein, das man sieht und das anzieht: schön, edel, vorbildlich. Ein „kalos“-Hirte ist nicht nur ordentlich, sondern einer, wie ein Hirte sein soll. Man könnte übersetzen: der wahre Hirte, der Hirte schlechthin.

Im Vers steht das Wort betont am Ende: „der Hirte, der gute“. Jesus stellt sich damit gegen die schlechten Hirten, über die schon Hesekiel klagte – Führer, die die Herde ausnutzen, statt sie zu weiden (Hesekiel 34). Woran man seine Güte erkennt, sagt Jesus gleich dazu: Er gibt sein Leben für die Schafe.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 10,11.

01

Nach dem Streit um einen Geheilten

Die Hirtenrede folgt direkt auf Johannes 9. Dort heilt Jesus einen Mann, der blind geboren wurde. Die Pharisäer verhören ihn, glauben ihm nicht und werfen ihn schließlich aus der Synagoge. Jesus sucht ihn auf und nimmt ihn an. Dann spricht er zu denselben Pharisäern über Hirten und Schafe: Es gibt Diebe, die über die Mauer steigen, und es gibt den Hirten, der seine Schafe beim Namen ruft (Johannes 10,1–3). Die Zuhörer verstehen zunächst nicht, wen Jesus meint.

02

Ein Hirte, der bleibt

Jesus stellt zwei Hirten nebeneinander. Der bezahlte Knecht läuft davon, wenn der Wolf kommt, denn die Schafe gehören ihm nicht (Vers 12–13). Der gute Hirte bleibt und stellt sich zwischen die Herde und die Gefahr. Wörtlich heißt es: Er „legt sein Leben hin“. Jesus betont später, dass ihm niemand dieses Leben nimmt. Er gibt es freiwillig hin, und er hat die Macht, es wieder zu nehmen (Vers 17–18). Damit spricht er von seinem Tod am Kreuz und von seiner Auferstehung.

03

Gott selbst wird Hirte

Für jüdische Ohren war das Bild nicht neu. David betete: „Der HERR ist mein Hirte“ (Psalm 23,1). Durch Hesekiel kündigte Gott an, er wolle selbst für seine Schafe sorgen, weil die Führer Israels versagt hatten (Hesekiel 34,11). Wenn Jesus sagt „Ich bin der gute Hirte“, beansprucht er also, was Gott über sich selbst gesagt hat. Neu ist, wie weit dieser Hirte geht: Er stirbt für seine Herde. Petrus nennt ihn später den Hirten und Beschützer unserer Seelen (1. Petrus 2,25).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst hörten die Pharisäer diese Worte, die sich selbst als Hirten des Volkes verstanden. Für sie waren sie eine Herausforderung: Jesus stellt sich als den wahren Hirten Israels vor. Johannes berichtet, dass sich die Zuhörer darüber spalteten (Johannes 10,19–21). Für Jesu Jünger war es eine Zusage: Er kennt seine Schafe, und keines geht ihm verloren (Johannes 10,27–28).

Für uns heute gilt diese Zusage genauso. Jesus spricht ausdrücklich auch von anderen Schafen, die nicht aus diesem Stall sind (Vers 16) – damit sind Menschen aus allen Völkern gemeint. Wer ihm vertraut, gehört zu seiner Herde. Das Bild sagt aber auch etwas über uns: Schafe sind auf einen Hirten angewiesen. Der Vers lädt ein, sich führen zu lassen, statt alles allein zu stemmen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Du bist gemeint

Der gute Hirte ruft seine Schafe beim Namen. Lies den Vers einmal so, als würde Jesus ihn dir persönlich sagen – mit deinem Namen.

2

Hör auf seine Stimme

Schafe kennen die Stimme ihres Hirten. Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten, um in der Bibel zu lesen und still zu werden, damit dir seine Stimme vertraut wird.

3

Kümmere dich um die, die dir anvertraut sind

Ob Eltern, Paten, Lehrer oder Gruppenleiter: Du bist kein guter Hirte wie Jesus, aber du kannst bleiben, wenn es schwierig wird, statt dich davonzumachen.

Gebet

Herr Jesus, du bist mein guter Hirte. Danke, dass du dein Leben für mich gegeben hast. Ruf mich beim Namen, wenn ich mich verlaufe, und lass mich deine Stimme erkennen. Amen.

Johannes 10,11 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Ich bin der gute Hirte“?
Jesus sagt damit: Er sorgt für die Seinen wie ein Hirte für seine Schafe. Er kennt sie, führt sie und schützt sie. Vor allem gibt er sein Leben für sie – damit meint er seinen Tod am Kreuz, durch den Menschen gerettet werden.
Wo steht in der Bibel „Ich bin der gute Hirte“?
In Johannes 10,11 und noch einmal in Johannes 10,14. Die Worte stehen in der sogenannten Hirtenrede, die Jesus nach der Heilung eines Blindgeborenen in Jerusalem hielt (Johannes 10,1–18).
Passt Johannes 10,11 als Taufspruch?
Ja, der Vers ist ein beliebter Taufspruch, besonders für Kinder. Er sagt dem Täufling zu: Du gehörst zu Jesus, er kennt dich und gibt dich nicht auf. Für das Bild vom Hirten bietet sich auch Psalm 23 an.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G2570 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .