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Johannes 20,29Glücklich sind, die nicht sehen und dennoch glauben

Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glücklich sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben.

Johannes 20,29 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürOsternGlaubeZweifelKonfirmationTaufe
Bibelvers Johannes 20,29: Glücklich sind, die nicht sehen und dennoch glauben – Lichtstrahlen im nebligen Wald
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Kurz erklärt

In Johannes 20,29 sagt der auferstandene Jesus zu Thomas: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glücklich sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben.“ Thomas hatte nicht glauben wollen, dass Jesus lebt, bis er ihn selbst sah. Jesus nimmt ihn ernst – und preist zugleich alle glücklich, die später glauben, ohne ihn gesehen zu haben. Der Vers ist ein Wort für Ostern und für alle, die mit Zweifeln ringen.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
dem auferstandenen Jesus, acht Tage nach Ostern
Gerichtet an
Thomas – und alle, die nach ihm glauben
Art
Die letzte Seligpreisung im Johannesevangelium

Griechisch

Das Schlüsselwort

makarioi glücklich, selig – beneidenswert, weil von Gott beschenkt

Aussprache
ma-KA-ri-oi
Vorkommen
50-mal im Neuen Testament, im Johannesevangelium aber nur zweimal.
Strong-Nummer
G3107μακάριοςmakarios · Adjektiv · 50-mal im Neuen Testament„A prolonged form of the poetical makar (meaning the same); supremely blest; by extension, fortunate, well off.“eine verlängerte Form des dichterischen makar (mit gleicher Bedeutung); höchst gesegnet; im weiteren Sinn: glücklich, gut dran.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G3107 · ganzer Eintrag ↗

„Makarios“ ist das Wort, mit dem Jesus die Seligpreisungen der Bergpredigt beginnt: Glücklich sind, die … (Matthäus 5,3–11). Ältere Bibeln übersetzen „selig“. Gemeint ist kein flüchtiges Glücksgefühl, sondern ein Zustand: Wer so beschrieben wird, ist zu beneiden, weil Gott ihn beschenkt hat. Es ist ein Zuspruch, kein Auftrag.

Im Johannesevangelium kommt das Wort nur zweimal vor. Beim letzten Abendmahl sagt Jesus, nachdem er den Jüngern die Füße gewaschen hat: Glücklich seid ihr, wenn ihr danach handelt (Johannes 13,17). Und hier, nach der Auferstehung, gilt die Seligpreisung allen, die glauben, ohne gesehen zu haben. Damit spricht Jesus über Thomas hinweg jeden späteren Leser an – auch dich.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 20,29.

01

Thomas war nicht dabei

Am Abend des Ostertages erscheint Jesus den Jüngern hinter verschlossenen Türen. Er zeigt ihnen seine Hände und seine Seite. Doch Thomas fehlt. Als die anderen ihm erzählen: „Wir haben den Herrn gesehen!“, widerspricht er. Er will die Wunden der Nägel sehen und berühren, sonst glaubt er nicht (Johannes 20,25). Thomas war kein Feigling: Früher war er bereit gewesen, mit Jesus nach Judäa zu gehen und dort mit ihm zu sterben (Johannes 11,16). Aber Tote stehen nicht auf – das wusste er.

02

„Mein Herr und mein Gott!“

Acht Tage später steht Jesus wieder in ihrer Mitte. Er geht direkt auf Thomas zu und bietet ihm genau das an, was dieser verlangt hatte. Jesus kennt seine Zweifel und beschämt ihn nicht dafür. Ob Thomas die Wunden tatsächlich berührt hat, erzählt Johannes nicht. Er berichtet nur seine Antwort: „Mein Herr und mein Gott!“ Es ist das größte Bekenntnis im ganzen Evangelium. Das Buch beginnt damit, dass das Wort Gott war (Johannes 1,1), und es erreicht hier seinen Höhepunkt: Der Auferstandene ist Gott selbst.

03

Eine Seligpreisung für später

Den ersten Satz kann man im Griechischen auch als Frage lesen: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du?“ Die alten Handschriften hatten keine Satzzeichen. So oder so: Jesus stellt das Sehen nicht gegen den Glauben, aber er blickt weiter. Bald würde er nicht mehr sichtbar unter den Menschen sein. Wer danach glaubt, ist nicht schlechter dran als Thomas. Gleich danach erklärt Johannes, warum er sein Buch schrieb: „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes“ (Johannes 20,31).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus mit Thomas, einem Augenzeugen. Doch der Satz zielt auf alle Menschen nach ihm: Die Apostel haben den Auferstandenen gesehen, wir glauben aufgrund ihres Zeugnisses. Petrus schreibt an Christen, die Jesus nie gesehen hatten, und sagt ihnen sinngemäß: Ihr liebt ihn, obwohl ihr ihn nicht gesehen habt, und glaubt an ihn mit großer Freude (1. Petrus 1,8). Glaube ohne Sehen ist darum kein blinder Sprung, sondern Vertrauen auf glaubwürdige Zeugen.

Der Vers lobt nicht die Leichtgläubigkeit. Jesus hat Thomas ja einen Beweis gegeben, als er ihn brauchte. Auch Johannes schreibt sein Evangelium als Zeugenbericht mit nachprüfbaren Einzelheiten. Der Glaube stützt sich auf die Auferstehung als wirkliches Ereignis. Aber er hängt nicht davon ab, dass jeder Einzelne ein eigenes Wunder erlebt. In vielen Kirchen wird dieser Abschnitt am Sonntag nach Ostern gelesen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Bring deine Zweifel zu Jesus

Thomas sprach seine Zweifel offen aus und blieb trotzdem bei den Jüngern. Wenn du zweifelst, zieh dich nicht zurück – rede mit Gott und mit anderen Christen darüber.

2

Lies die Zeugen

Glaube wächst durch das Zeugnis derer, die Jesus gesehen haben. Lies in dieser Woche die Osterberichte in Johannes 20 und 21 in Ruhe durch.

3

Sprich das Bekenntnis nach

Sag heute bewusst mit Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“ Ein kurzer Satz, der dein ganzes Leben unter Jesus stellt.

Gebet

Herr Jesus, ich habe dich nicht mit meinen Augen gesehen, und doch vertraue ich dir. Du kennst auch meine Zweifel. Stärke meinen Glauben, damit ich mit Thomas sagen kann: Mein Herr und mein Gott! Amen.

Johannes 20,29 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“?
Jesus preist alle Menschen glücklich, die an ihn glauben, ohne ihn mit eigenen Augen gesehen zu haben. Das betrifft jeden Christen nach der Zeit der Apostel. Ihr Glaube ist nicht weniger wert als der von Thomas, denn er stützt sich auf das Zeugnis der Augenzeugen.
Zu wem sagte Jesus „Selig sind, die nicht sehen“?
Zu Thomas, einem der zwölf Jünger. Er war nicht dabei, als Jesus am Ostertag erschien, und wollte die Auferstehung erst glauben, wenn er die Wunden selbst sah. Acht Tage später begegnete Jesus ihm, und Thomas bekannte: „Mein Herr und mein Gott!“
Passt Johannes 20,29 als Konfirmations- oder Taufspruch?
Ja. Der Vers macht Mut, Jesus zu vertrauen, auch wenn man ihn nicht sieht. Er nimmt Zweifel ernst und spricht zugleich eine Seligpreisung aus. Gerade für junge Menschen, die eigene Fragen haben, ist er ein ehrlicher und ermutigender Spruch.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G3107 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .