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Johannes 14,1Habt keine Angst

Habt keine Angst. Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich!

Johannes 14,1 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerBeerdigungAngstTrostAbschied
Bibelvers Johannes 14,1: Habt keine Angst – Stiller See im Morgenrot
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Kurz erklärt

In Johannes 14,1 sagt Jesus zu seinen Jüngern: Habt keine Angst. Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich! Er spricht diese Worte am Abend vor seiner Kreuzigung, als die Jünger erschrocken sind, weil er von seinem Weggehen redet. Jesus verspricht ihnen danach einen Platz im Haus seines Vaters. Darum wird der Vers oft bei Beerdigungen und in Zeiten der Trauer gelesen.

Gesprochen von
Jesus am letzten Abend vor seiner Kreuzigung
Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gerichtet an
die elf Jünger, nachdem Judas hinausgegangen war
Art
Erster Satz der Abschiedsreden von Jesus (Johannes 14–16)

Griechisch

Das Schlüsselwort

tarassestho aufwühlen, erschüttern, in Unruhe versetzen

Aussprache
ta-ras-SES-tho
Vorkommen
Das Verb steht 18-mal im Neuen Testament, im Johannesevangelium mehrmals auch für Jesus selbst.
Strong-Nummer
G5015ταράσσωtarasso · Verb · 18-mal im Neuen Testament„Of uncertain affinity; to stir or agitate (roil water).“Herkunft unsicher; aufrühren oder aufwühlen (wie man Wasser trübe aufwühlt).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G5015 · ganzer Eintrag ↗

„Tarasso“ beschreibt zuerst Wasser, das aufgewühlt wird. Im Johannesevangelium wartet ein Kranker am Teich Betesda darauf, dass sich das Wasser bewegt (Johannes 5,7). Genau dieses Bild steckt in Johannes 14,1. Wörtlich sagt Jesus: „Euer Herz soll sich nicht aufwühlen lassen.“ Gemeint ist die innere Unruhe, wenn alles in einem durcheinandergerät.

Bemerkenswert: Johannes verwendet dasselbe Wort auch für Jesus selbst. Am Grab des Lazarus war er erschüttert (Johannes 11,33), vor seinem Leiden war seine Seele aufgewühlt (Johannes 12,27), und als er den Verrat ankündigte, war er „bis ins Tiefste erschüttert“ (Johannes 13,21). Jesus kennt diese Unruhe also von innen. Wenn er sagt: Habt keine Angst, spricht er nicht von oben herab, sondern als einer, der sie selbst durchlitten hat.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 14,1.

01

Ein Abend voller Unruhe

Johannes 13 bis 17 spielt am Abend vor der Kreuzigung. Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen. Dann kündigt er an, dass einer von ihnen ihn verraten wird, und Judas geht hinaus in die Nacht (13,30). Jesus sagt, dass er nur noch kurze Zeit bei ihnen ist und sie ihm jetzt nicht folgen können (13,33). Petrus, der Mutigste, erfährt, dass er Jesus dreimal verleugnen wird (13,38). Die Jünger sind tief verunsichert. In diese Stimmung hinein sagt Jesus: „Habt keine Angst.“

02

Vertrauen gegen die Angst

Jesus nimmt die Angst nicht weg, indem er die Lage schönredet. Er gibt einen Grund zum Vertrauen: Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich. Damit stellt er sich neben Gott. Wer Jesus vertraut, vertraut Gott selbst. Danach erklärt er, warum sein Weggehen kein Ende ist: Im Haus seines Vaters gibt es viele Wohnungen. Er geht voraus, um einen Platz vorzubereiten, und er wird wiederkommen, um die Seinen zu sich zu holen (14,2–3). Am Ende der Rede wiederholt er: Habt keine Angst (14,27).

03

Feststellung oder Aufforderung?

Im Griechischen kann das Wort für „ihr vertraut“ zweimal entweder eine Feststellung oder eine Aufforderung sein. Deshalb übersetzen Bibeln den Satz unterschiedlich: „Ihr vertraut auf Gott, vertraut auch mir“ oder „Vertraut auf Gott und vertraut auf mich“. Beides ist sprachlich möglich, und der Sinn bleibt gleich: Das Vertrauen auf Gott und das Vertrauen auf Jesus gehören untrennbar zusammen. Auffällig ist auch: „Herz“ steht in der Einzahl. So redet das Griechische, wenn das Innere jedes Einzelnen gemeint ist – Jesus spricht jedem Jünger persönlich zu.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galten diese Worte den elf Jüngern, die vor dem schwersten Wochenende ihres Lebens standen. Jesus wusste, dass sie ihn bald verhaftet, gekreuzigt und begraben sehen würden. Er bereitete sie darauf vor, dass sein Tod nicht das Ende ist. Am dritten Tag stand er lebendig vor ihnen. Für uns heißt das: Der Trost dieses Verses beruht nicht auf einem frommen Wunsch, sondern auf der Auferstehung von Jesus.

Darum gilt das Wort allen, die Jesus vertrauen, auch in Trauer und Todesangst. Paulus schreibt, dass Christen nicht trauern müssen wie Menschen, die keine Hoffnung haben (1. Thessalonicher 4,13). Jesus verbietet die Trauer nicht. Er selbst weinte am Grab seines Freundes (Johannes 11,35). Aber er gibt der Trauer eine Richtung: Sie darf sich an ihm festhalten.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Benenne deine Angst

Schreib auf, was dein Herz gerade aufwühlt. Sag es Jesus mit eigenen Worten, und sag ihm dann ausdrücklich: Ich vertraue dir.

2

Ein Vers für den Abschied

Wenn du einen lieben Menschen verloren hast, lies Johannes 14,1–3 langsam laut. Jesus spricht hier zu Menschen, die vor einem Abschied stehen.

3

Sei jemandem Trost

Kennst du jemanden, der gerade trauert? Schick ihm diesen Vers mit ein paar eigenen Worten, oder besuch ihn einfach – ohne viele Erklärungen.

Gebet

Herr Jesus, du kennst die Unruhe meines Herzens, denn du hast selbst Angst und Schmerz erlebt. Ich will dir vertrauen, auch wenn ich nicht alles verstehe. Schenk mir deinen Frieden und die Gewissheit, dass du einen Platz für mich bereitest. Amen.

Johannes 14,1 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Euer Herz erschrecke nicht“?
Jesus sagt seinen Jüngern: Lasst euch innerlich nicht aufwühlen. Er gibt ihnen einen Grund dafür: Sie dürfen ihm genauso vertrauen wie Gott. Er geht voraus zum Vater, bereitet ihnen einen Platz und wird wiederkommen, um sie zu holen.
Wann sagte Jesus „Habt keine Angst“ in Johannes 14?
Am Abend vor seiner Kreuzigung, nach dem letzten gemeinsamen Mahl. Kurz zuvor hatte er seinen Verrat angekündigt und Petrus gesagt, dass er ihn verleugnen wird. Johannes 14,1 ist der Beginn seiner Abschiedsreden an die Jünger.
Passt Johannes 14,1 für eine Trauerfeier?
Ja, Johannes 14,1–3 wird oft bei Beerdigungen gelesen. Die Worte nehmen die Angst und den Schmerz ernst und richten den Blick auf Jesus, der den Seinen einen Platz beim Vater versprochen hat.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G5015 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .