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Markus 11,24Glaubt, dass ihr es bekommen habt

Hört auf meine Worte! Alles, was ihr im Gebet erbittet – glaubt, dass ihr es bekommen habt, und ihr werdet es erhalten.

Markus 11,24 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürGebetGlaubeVertrauenErmutigungGebetskreis
Bibelvers Markus 11,24: Glaubt, dass ihr es bekommen habt – Berg über dem Meer bei Sonnenaufgang
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Kurz erklärt

In Markus 11,24 ermutigt Jesus seine Jünger zum vertrauensvollen Beten: Was sie von Gott erbitten, sollen sie glauben, als hätten sie es schon bekommen. Er sagt das am Morgen nach der Tempelreinigung, als die Jünger über den verdorrten Feigenbaum staunen. Gleich davor ruft er: „Habt den Glauben Gottes“, gleich danach fordert er, beim Beten zuerst zu vergeben. Der Vers lädt ein, Gott Großes zuzutrauen, und stellt das Gebet in eine lebendige Beziehung zu ihm.

Geschrieben von
Markus, nach Überlieferung der alten Kirche aus den Erinnerungen von Petrus
Gesprochen von
Jesus, wenige Tage vor seiner Kreuzigung
Situation
Gespräch über den verdorrten Feigenbaum auf dem Weg nach Jerusalem
Parallelstelle
Matthäus 21,21–22

Griechisch

Das Schlüsselwort

pisteuete glaubt – vertraut, verlasst euch darauf

Aussprache
pis-TEU-e-te
Vorkommen
Das Grundwort „pisteuo“ steht 244-mal im Neuen Testament, allein dreimal in Markus 11.
Strong-Nummer
G4100πιστεύωpisteuo · Verb · 244-mal im Neuen Testament„From pistis; to have faith (in, upon, or with respect to, a person or thing), i.e. credit; by implication, to entrust (especially one's spiritual well-being to Christ).“von „pistis“ (Glaube); Glauben haben (an, auf oder in Bezug auf eine Person oder Sache), also Vertrauen schenken; daraus: etwas anvertrauen (besonders das eigene geistliche Wohl Christus).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G4100 · ganzer Eintrag ↗

„Pisteuo“ heißt mehr als etwas für wahr halten. Strong’s Wörterbuch erklärt: Glauben heißt, jemandem Vertrauen schenken, und daraus folgt, sich ihm anzuvertrauen – besonders sein geistliches Wohl Christus. Glaube richtet sich also auf eine Person. Darum beginnt Jesus diese Rede mit dem Satz „Habt den Glauben Gottes“ (Vers 22). Nicht der Glaube an das eigene Gebet trägt, sondern das Vertrauen auf Gott.

Bemerkenswert ist die Zeitform danach: Im Griechischen steht „glaubt, dass ihr es empfangen habt“ in der Vergangenheit. Wer so betet, behandelt Gottes Antwort als sicher, noch bevor er sie sieht. Der Hebräerbrief beschreibt Glauben genauso: als feste Zuversicht auf das, was man hofft, und als Überzeugung von dem, was man nicht sieht (Hebräer 11,1).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Markus 11,24.

01

Feigenbaum und Tempel

Markus erzählt hier wie in einem Sandwich. Am Tag nach seinem Einzug in Jerusalem verflucht Jesus einen Feigenbaum, der viele Blätter, aber keine Früchte trägt (11,12–14). Dann räumt er den Tempel aus, in dem gehandelt wurde statt gebetet (11,15–19). Am nächsten Morgen ist der Feigenbaum verdorrt (11,20–21). Viele Ausleger sehen im Baum ein Bild für den Tempelbetrieb: viel Fassade, keine Frucht. Ausgerechnet hier spricht Jesus über Gebet. Was im Tempel fehlte, soll bei seinen Jüngern lebendig sein: echtes Vertrauen auf Gott.

02

Berge versetzender Glaube

Jesus spricht von einem Berg, der sich ins Meer stürzt (Vers 23). Das ist ein bewusst übertriebenes Bild für etwas, das menschlich unmöglich ist. „Dieser Berg“ kann der Ölberg sein, auf dem sie standen, manche Ausleger denken auch an den Tempelberg. Entscheidend ist der Satz davor: „Habt den Glauben Gottes.“ Die Kraft liegt nicht in der Stärke des Glaubens, sondern in dem, auf den er sich richtet. Wer Gott vertraut, darf ihm zutrauen, was kein Mensch fertigbringt.

03

Beten und vergeben

Gleich nach Vers 24 sagt Jesus: Wenn ihr betet, dann vergebt zuerst allen, gegen die ihr einen Groll hegt (Vers 25). Glaube und Vergebung gehören zusammen. Wer mit Gott redet, kann nicht gleichzeitig an Bitterkeit gegen andere festhalten. Das zeigt, dass Vers 24 keine Technik ist, mit der man Gott etwas abringt. Er beschreibt das Gebet von Menschen, die mit Gott versöhnt sind und darum auch selbst vergeben. Markus zeigt später, wie Jesus selbst in Gethsemane betet: Nicht mein Wille, sondern deiner soll geschehen (14,36).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galten diese Worte den zwölf Jüngern, die bald ohne Jesus weitermachen sollten. Sie würden vor unmöglichen Aufgaben stehen – das Evangelium in die ganze Welt tragen. Jesus macht ihnen Mut: Rechnet mit Gott. Für uns gilt dieselbe Einladung. Wer Jesus gehört, darf mit großen Bitten zu Gott kommen und fest mit seiner Antwort rechnen.

Die Bibel legt die Verheißung nicht einzeln aus, sondern im Ganzen. Johannes schreibt, dass Gott uns erhört, „wenn wir ihn um etwas bitten, das seinem Willen entspricht“ (1. Johannes 5,14). Jesus spricht vom Bitten in seinem Namen (Johannes 14,13). Glaube heißt also nicht, Gott den eigenen Willen aufzudrängen. Er heißt, ihm so zu vertrauen, dass man seine Antwort annimmt – auch wenn sie anders ausfällt als erwartet.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Bete mutig

Gibt es etwas, um das du Gott nicht mehr bittest, weil es dir zu groß erscheint? Bring es heute neu zu ihm und trau ihm etwas zu.

2

Vergib, bevor du bittest

Frag dich vor dem Beten, gegen wen du gerade einen Groll hegst. Gib ihn an Gott ab, bevor du deine Bitten aussprichst.

3

Dank im Voraus

Schließ dein Gebet mit einem Dank, als hättest du die Antwort schon. Das hilft dir, Gott die Art und den Zeitpunkt zu überlassen.

Gebet

Herr Jesus, du lädst mich ein, Gott Großes zuzutrauen. Stärke mein Vertrauen, wenn ich bete, und hilf mir, denen zu vergeben, die mich verletzt haben. Ich vertraue dir, dass du mich hörst und mir gibst, was gut ist. Amen.

Markus 11,24 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet Markus 11,24?
Jesus ermutigt seine Jünger, mit festem Vertrauen zu beten. Wer Gott um etwas bittet, soll damit rechnen, dass Gott antwortet – so sicher, als hätte er es schon bekommen. Der Zusammenhang zeigt: Es geht um Vertrauen auf Gott (Vers 22) und um ein versöhntes Herz (Vers 25), nicht um eine Methode, Wünsche durchzusetzen.
Erfüllt Gott jedes Gebet, wenn ich nur genug glaube?
Nein. Die Bibel zeigt, dass Gott Bitten erhört, die seinem Willen entsprechen (1. Johannes 5,14). Auch Paulus bat dreimal um Befreiung von einem Leiden und bekam die Antwort, dass Gottes Gnade ihm genügt (2. Korinther 12,8–9). Gott antwortet immer, aber nicht immer so, wie wir es erwarten.
Was heißt „Habt den Glauben Gottes“ in Markus 11,22?
Die meisten Übersetzungen geben den griechischen Ausdruck mit „Habt Glauben an Gott“ oder „Vertraut Gott“ wieder. Die NLB übersetzt wörtlicher „Habt den Glauben Gottes“. Gemeint ist ein Vertrauen, das ganz auf Gott ausgerichtet ist und ihm alles zutraut.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G4100 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .