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Markus 9,23Alles ist möglich für den, der glaubt

Alles ist möglich für den, der glaubt.

Markus 9,23 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKonfirmationGlaubeErmutigungKrankheitZweifel
Bibelvers Markus 9,23: Alles ist möglich für den, der glaubt – Keimling in rissiger Erde
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Kurz erklärt

In Markus 9,23 antwortet Jesus einem verzweifelten Vater, der ihn gebeten hatte: „Tu etwas, wenn du kannst.“ Jesus greift das „Wenn du kannst“ auf und sagt: „Alles ist möglich für den, der glaubt.“ Nicht seine Macht steht in Frage, sondern das Vertrauen des Vaters – und der antwortet ehrlich: „Ich glaube! Aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!“ Der Vers wird gern als Konfirmationsspruch gewählt.

Geschrieben von
Markus, nach alter Überlieferung ein Begleiter des Petrus
Gesprochen von
Jesus, kurz nach seiner Verklärung auf dem Berg
Situation
Ein Vater bittet um Hilfe für seinen von einem bösen Geist gequälten Sohn
Parallelen
Matthäus 17,14–20 und Lukas 9,37–43

Griechisch

Das Schlüsselwort

pisteuonti dem Glaubenden – dem, der vertraut

Aussprache
pis-teu-ON-ti
Vorkommen
Das Grundwort „pisteuo“ steht 244-mal im Neuen Testament.
Strong-Nummer
G4100πιστεύωpisteuo · Verb · 244-mal im Neuen Testament„From pistis; to have faith (in, upon, or with respect to, a person or thing), i.e. credit; by implication, to entrust (especially one's spiritual well-being to Christ).“von pistis (Glaube); Glauben haben (an, auf oder in Bezug auf eine Person oder Sache), also für wahr halten; daraus: anvertrauen (besonders das eigene geistliche Wohl Christus).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G4100 · ganzer Eintrag ↗

„Pisteuo“ heißt glauben im Sinn von vertrauen, sich verlassen auf. Strong’s Wörterbuch nennt als Folge: etwas anvertrauen, besonders das eigene geistliche Wohl Christus. Glaube ist in der Bibel also nicht zuerst ein Fürwahrhalten, sondern ein Sich-Anvertrauen. Der Vater in dieser Geschichte hat keine ausgefeilte Theologie. Aber er bringt seinen Sohn zu Jesus. Das ist bereits Glaube.

Im Vers steht eine Verlaufsform: „dem Glaubenden“, also dem, der jetzt vertraut. Einige Ausleger meinen, Jesus spreche hier zuerst von sich selbst. Er ist der vollkommen Glaubende, der ganz aus dem Vertrauen auf den Vater lebt. Die meisten verstehen den Satz als Einladung an den Vater. Beides schließt sich nicht aus: Unser Glaube trägt, weil er sich an den hält, der alles kann.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Markus 9,23.

01

Vom Berg ins Tal

Kurz zuvor war Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einem Berg. Dort sahen sie ihn verwandelt, und Gott sprach aus der Wolke (Markus 9,2–8). Unten im Tal wartet das Gegenteil: eine Menge, streitende Schriftgelehrte und hilflose Jünger. Ein Vater hat seinen Sohn gebracht, der seit seiner Kindheit von einem bösen Geist gequält wird. Er kann nicht sprechen, wird zu Boden geworfen, oft ins Feuer oder ins Wasser. Die Jünger konnten nicht helfen. Jesus klagt über den Unglauben dieser Generation und lässt den Jungen zu sich bringen.

02

Das „Wenn“ umgedreht

Der Vater bittet: „Tu etwas, wenn du kannst.“ Jesus nimmt diese Worte auf und gibt sie zurück: „Wenn ich kann?“ Im Griechischen klingt es fast wie ein Zitat. Die Frage ist nicht, ob Jesus kann, sondern ob der Vater ihm vertraut. „Alles ist möglich“ sagt Jesus an anderer Stelle von Gott (Markus 10,27), und im Garten Gethsemane betet er genauso zu seinem Vater (Markus 14,36). Der Glaube hat Anteil an Gottes Möglichkeiten. Nicht weil er selbst eine Kraft wäre, sondern weil er sich an Gott hält.

03

Glaube mit Zweifel

Der Vater antwortet sofort: „Ich glaube! Aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!“ (9,24). Er spielt Jesus keinen starken Glauben vor. Er bringt sein Vertrauen und seinen Zweifel zugleich. Und Jesus heilt den Jungen. Später fragen die Jünger, warum sie den Geist nicht austreiben konnten. Jesus antwortet: „Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden“ (9,29). Glaube ist also keine Technik, die man beherrscht. Er zeigt sich darin, dass man von Gott abhängig bleibt und betet.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus zu einem bestimmten Vater, in einer bestimmten Not, und er war selbst mit seiner Vollmacht anwesend. Der Satz ist deshalb kein Versprechen, dass jeder Wunsch in Erfüllung geht. „Alles“ bleibt in Gottes Willen eingebettet. Jesus selbst betete in Gethsemane, dass dem Vater alles möglich sei, und fügte hinzu: nicht mein Wille, sondern deiner (Markus 14,36). Zum Glauben gehört auch, ein Nein oder ein Warten aus Gottes Hand anzunehmen.

Für uns ist die Geschichte eine Ermutigung. Jesus misst nicht die Stärke unseres Glaubens, bevor er hilft. In der Parallelstelle sagt er, schon Glaube so klein wie ein Senfkorn genüge (Matthäus 17,20). Es kommt nicht auf die Größe des Glaubens an, sondern auf die Größe dessen, dem man vertraut. Jesus nimmt auch einen Glauben an, der mit Zweifeln ringt.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Sei ehrlich mit deinem Zweifel

Du musst Jesus keinen starken Glauben vorspielen. Bete wie der Vater: Ich glaube – hilf mir, wo ich zweifle.

2

Bring das Unmögliche zu Jesus

Gibt es eine Not, die du längst aufgegeben hast? Bring sie heute bewusst im Gebet zu Jesus, ohne ihm vorzuschreiben, wie er helfen soll.

3

Glaube für einen anderen

Der Vater kam nicht für sich, sondern für seinen Sohn. Denk an einen Menschen, für den du diese Woche gezielt beten kannst.

Gebet

Herr Jesus, ich glaube, aber mein Glaube ist oft schwach. Hilf mir, wo ich zweifle. Ich bringe dir, was mir unmöglich erscheint, und vertraue darauf, dass du es in deiner Hand hast. Amen.

Markus 9,23 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Alles ist möglich dem, der glaubt“?
Jesus sagt damit: Nicht seine Macht ist begrenzt, sondern oft unser Vertrauen. Wer sich mit seiner Not an Jesus wendet, darf mit Gottes Möglichkeiten rechnen. Das ist kein Freibrief für jeden Wunsch, denn Gottes Wille bleibt der Rahmen, wie Jesus selbst in Gethsemane betete.
Was heißt „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“?
So übersetzt Luther die Antwort des Vaters in Markus 9,24. Der Mann vertraut Jesus und merkt zugleich, wie viel Zweifel in ihm steckt. Er bittet Jesus, ihm auch dabei zu helfen. Jesus weist ihn nicht ab, sondern heilt seinen Sohn.
Passt Markus 9,23 als Konfirmationsspruch?
Ja, der Vers ist ein beliebter Konfirmationsspruch. Er macht Mut, Jesus Großes zuzutrauen. Wer ihn wählt, sollte den Zusammenhang mit Vers 24 kennen: Auch ein Glaube mit Zweifeln ist bei Jesus willkommen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G4100 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .