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Johannes 1,14Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns

Er, der das Wort ist, wurde Mensch und lebte unter uns. Er war voll Gnade und Wahrheit und wir wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, der Herrlichkeit, die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat.

Johannes 1,14 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürWeihnachtenAdventGlaubensgrundlagenKonfirmationTaufe
Bibelvers Johannes 1,14: Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns – Leuchtendes Zelt unter Sternenhimmel
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Kurz erklärt

Johannes 1,14 ist die Weihnachtsbotschaft des Johannesevangeliums: Das ewige Wort Gottes wurde Mensch und lebte unter uns. In Jesus ist Gott selbst sichtbar geworden, voll Gnade und Wahrheit. Der Vers ist der Höhepunkt des Prologs (Johannes 1,1–18) und einer der wichtigsten Sätze der Bibel über die Menschwerdung Gottes. Er passt zu Weihnachten, Advent und zu jedem Gespräch darüber, wer Jesus ist.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Teil von
dem Prolog des Johannesevangeliums (Johannes 1,1–18)
Thema
die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus
Bekannt als
„Das Wort ward Fleisch“ aus der Lutherbibel

Griechisch

Das Schlüsselwort

eskenosen zelten, in einem Zelt wohnen – ein Wohnen mitten unter anderen

Aussprache
es-KE-no-sen
Vorkommen
5-mal im Neuen Testament, viermal davon in der Offenbarung.
Strong-Nummer
G4637σκηνόωskenoo · Verb · 5-mal im Neuen Testament„From skenos; to tent or encamp, i.e. (figuratively) to occupy (as a mansion) or (specially), to reside (as God did in the Tabernacle of old, a symbol of protection and communion).“von skenos (Zelt); zelten oder lagern, das heißt (übertragen) bewohnen (wie ein Haus) oder (besonders) wohnen (so wie Gott einst in der Stiftshütte wohnte, ein Zeichen für Schutz und Gemeinschaft).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G4637 · ganzer Eintrag ↗

„Skenoo“ kommt von „skene“, das Zelt. Johannes hätte ein allgemeines Wort für „wohnen“ benutzen können. Er wählt eines, das an Israels Zeit in der Wüste erinnert. Damals wohnte Gott mitten in seinem Volk in einem Zelt, der Stiftshütte. Als sie fertig war, erfüllte Gottes Herrlichkeit das Zelt (2. Mose 40,34). Johannes sagt: Was damals im heiligen Zelt geschah, geschieht jetzt in einem Menschen. In Jesus hat Gott sein Zelt unter uns aufgeschlagen.

Das Wort taucht am Ende der Bibel wieder auf. Johannes sieht die neue Welt und hört, dass Gottes Wohnung nun bei den Menschen ist und er für immer bei ihnen wohnen wird (Offenbarung 21,3). Was an Weihnachten beginnt, wird in Gottes neuer Schöpfung vollendet. Gott bleibt nicht auf Abstand. Er kommt, um bei seinen Menschen zu sein.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 1,14.

01

Vom Anfang bis zur Krippe

Johannes 1 beginnt mit dem Wort, das am Anfang bei Gott war und selbst Gott ist (Vers 1). Durch dieses Wort ist alles geschaffen. Es ist das Licht, das in die Welt kommt, aber von vielen abgelehnt wird (Verse 9–11). Wer es aufnimmt, wird ein Kind Gottes (Vers 12). Dann folgt der Satz, auf den alles zuläuft: Das Wort wurde Mensch. Johannes erzählt nicht von Krippe und Hirten. Er zeigt Weihnachten von Gottes Seite aus: Der ewige Sohn tritt in seine eigene Schöpfung ein.

02

Wirklich Mensch geworden

Im Griechischen steht nicht „Mensch“, sondern „Fleisch“ (sarx). Das Wort betont das Schwache und Vergängliche am Menschsein. Jesus wurde müde (Johannes 4,6), hatte Durst (19,28) und weinte am Grab seines Freundes Lazarus (11,35). Gott wurde also nicht zum Schein Mensch. Schon zur Zeit des Johannes behaupteten manche, Christus habe nur scheinbar einen menschlichen Körper gehabt. Johannes widerspricht in seinem ersten Brief deutlich: Wer bekennt, dass Jesus Christus als wirklicher Mensch gekommen ist, der ist aus Gott (1. Johannes 4,2).

03

Herrlichkeit voll Gnade und Wahrheit

Johannes schreibt als Augenzeuge: Wir haben seine Herrlichkeit gesehen. Im Hintergrund steht 2. Mose 33–34. Mose bat Gott, seine Herrlichkeit sehen zu dürfen. Gott zog an ihm vorüber und stellte sich als barmherzig und gnädig vor, reich an Güte und Treue (2. Mose 34,6). Johannes greift genau dieses Begriffspaar auf: Gnade und Wahrheit. Was Mose nur von hinten sehen durfte, ist in Jesus offen sichtbar geworden. Darum kann Johannes wenige Verse später sagen: Der einzige Sohn hat uns von Gott erzählt (Vers 18).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Johannes schrieb für Menschen, die Jesus nicht mehr selbst gesehen hatten. Er bezeugt: Wir Apostel haben ihn erlebt, seine Herrlichkeit war echt. Der Vers ist darum kein frommes Bild, sondern das Zeugnis von Augenzeugen. Gott hat sich nicht nur durch Propheten mitgeteilt, er ist selbst gekommen. Der Hebräerbrief sagt Ähnliches: Früher sprach Gott auf vielerlei Weise durch die Propheten, jetzt hat er durch seinen Sohn gesprochen (Hebräer 1,1–2).

Für uns heißt das: Gott ist nicht fern. Er kennt das menschliche Leben von innen, mit Freude, Schmerz und Versuchung (Hebräer 4,15). Weil das Wort Mensch wurde, konnte Jesus am Kreuz für Menschen sterben und leiblich auferstehen. Weihnachten ist darum der Anfang von Karfreitag und Ostern. Wer Jesus ansieht, sieht, wie Gott ist.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Gott kennt deinen Alltag

Jesus hat gearbeitet, gegessen, geweint und gefeiert. Sprich mit ihm über die ganz normalen Dinge deines Tages – er kennt sie von innen.

2

Schau auf Jesus, um Gott zu verstehen

Wenn du dich fragst, wie Gott über dich denkt, lies eine Begegnung Jesu mit einem Menschen, zum Beispiel Johannes 4 oder Lukas 19,1–10. So ist Gott.

3

Weihnachten mit Tiefgang

Lies an Heiligabend neben Lukas 2 auch Johannes 1,1–14. Dann siehst du die Krippe und zugleich, wer in ihr liegt.

Gebet

Herr Jesus, du bist das ewige Wort und bist doch Mensch geworden. Danke, dass du mein Leben von innen kennst. Lass mich in dir Gottes Gnade und Wahrheit sehen und bei dir zu Hause sein. Amen.

Johannes 1,14 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Das Wort ward Fleisch“?
Der Satz aus Johannes 1,14 sagt, dass Jesus, das ewige Wort Gottes, ein wirklicher Mensch geworden ist. „Fleisch“ meint das ganze, verletzliche Menschsein. Gott ist also nicht nur in einer Idee oder Botschaft zu uns gekommen, sondern in einer Person.
Warum wird Jesus „das Wort“ genannt?
Mit seinem Wort hat Gott die Welt geschaffen und zu seinem Volk gesprochen. Johannes nennt Jesus „das Wort“, weil Gott sich in ihm vollständig mitteilt. Wer Jesus hört und sieht, erfährt, wer Gott ist (Johannes 1,18).
Passt Johannes 1,14 zu Weihnachten?
Ja, der Vers ist die Weihnachtsbotschaft des Johannesevangeliums. Er erzählt nicht von Stall und Hirten, sondern erklärt, was an Weihnachten geschehen ist: Gott wurde Mensch. Deshalb wird er oft in Weihnachtsgottesdiensten gelesen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G4637 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .