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1. Korinther 15,55Tod, wo ist dein Stachel?

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

1. Korinther 15,55 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürOsternTrauerBeerdigungHoffnungEwigkeit
Bibelvers 1. Korinther 15,55: Tod, wo ist dein Stachel? – Leeres Felsengrab im Morgenlicht
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Kurz erklärt

In 1. Korinther 15,55 ruft Paulus dem Tod zwei spöttische Fragen zu: Wo ist dein Sieg? Wo ist dein Stachel? Er greift dabei Worte des Propheten Hosea auf. Der Vers steht am Ende des großen Kapitels über die Auferstehung: Weil Jesus auferstanden ist, werden auch die Toten, die zu ihm gehören, auferweckt. Darum ist der Vers ein Osterruf und ein Trost am Grab.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, etwa 55 n. Chr. in Ephesus
Gerichtet an
die Gemeinde in Korinth, in der manche die Auferstehung bezweifelten
Teil des Buches
das Auferstehungskapitel, 1. Korinther 15
Art
Ein Siegesruf mit Worten aus Hosea 13,14

Griechisch

Das Schlüsselwort

kentron Stachel – die giftige Spitze eines Insekts oder der spitze Stock des Viehtreibers

Aussprache
KEN-tron
Vorkommen
Das Wort steht nur fünfmal im Neuen Testament: hier und im folgenden Vers, beim Ochsenstachel (Apostelgeschichte 26,14, in manchen Handschriften auch 9,5) und bei den Stacheln der Heuschrecken (Offenbarung 9,10).
Strong-Nummer
G2759κέντρονkentron · Substantiv, sächlich · 5-mal im Neuen Testament„From kenteo (to prick); a point ("centre"), i.e. a sting (figuratively, poison) or goad (figuratively, divine impulse).“abgeleitet von „kenteo“ (stechen); eine Spitze („Mittelpunkt“), also ein Stachel (bildlich: Gift) oder ein Treiberstock (bildlich: göttlicher Antrieb).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G2759 · ganzer Eintrag ↗

„Kentron“ ist die Spitze, mit der etwas sticht. Strong’s Wörterbuch nennt zwei Bilder: den Giftstachel eines Skorpions oder einer Biene und den spitzen Stock, mit dem ein Bauer seine Ochsen antreibt. Unser Wort „Zentrum“ kommt übrigens von diesem Wort, denn der Zirkel sticht mit seiner Spitze in die Mitte.

Paulus sagt im nächsten Vers, was der Stachel des Todes ist: die Sünde (Vers 56). Der Tod hat seine Macht, weil Menschen vor Gott schuldig sind. Jesus hat diesen Stachel an sich selbst aufgefangen, als er für unsere Sünden starb (Vers 3). Ein Insekt, das seinen Stachel verloren hat, kann noch summen, aber nicht mehr tödlich stechen.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von 1. Korinther 15,55.

01

Ein Kapitel gegen den Zweifel

In Korinth behaupteten manche Christen, es gebe keine Auferstehung der Toten (1. Korinther 15,12). Paulus antwortet ausführlich. Zuerst erinnert er an das Evangelium: Christus ist für unsere Sünden gestorben, begraben worden und am dritten Tag auferstanden. Hunderte Zeugen haben ihn gesehen (Vers 3–8). Wenn Christus nicht auferstanden wäre, wäre der Glaube sinnlos. Aber er ist auferstanden, als Erster von allen, die nach ihm auferweckt werden (Vers 20).

02

Der Spott über den Tod

Kurz vor unserem Vers beschreibt Paulus, was am Ende geschieht: Wenn die letzte Posaune ertönt, werden die Toten auferweckt und die Lebenden verwandelt (Vers 52). Dann erfüllt sich das Wort aus Jesaja 25,8: Der Tod wird vom Sieg verschlungen. Paulus fügt Worte aus Hosea 13,14 hinzu und verspottet den Tod wie einen besiegten Feind. Der Tod, der jeden Menschen bezwungen hat, hat selbst verloren. Seine Drohung bleibt leer.

03

Der Stachel ist gezogen

Paulus erklärt das Bild sofort: Der Stachel des Todes ist die Sünde, und das Gesetz gibt der Sünde ihre Kraft (Vers 56). Das Gesetz zeigt dem Menschen, dass er vor Gott schuldig ist. Darum macht der Tod Angst. Aber Vers 57 jubelt: Gott schenkt uns durch Jesus Christus den Sieg. Weil Jesus die Schuld getragen hat, ist der Tod für Glaubende nicht mehr Strafe, sondern ein Durchgang. Vers 58 folgert: Bleibt fest, denn nichts, was ihr für den Herrn tut, ist vergeblich.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Paulus schrieb an Christen in Korinth, die an der Auferstehung zweifelten. Was er ihnen sagt, gilt allen, die an Jesus glauben: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus selbst sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Johannes 11,25). Die Auferstehung von Jesus ist der Beweis, dass Gott den Tod besiegen kann und wird.

Der Vers ist aber kein Aufruf, den Schmerz zu überspielen. Auch Jesus weinte am Grab seines Freundes Lazarus (Johannes 11,35). Paulus nennt den Tod selbst einen Feind, der als letzter vernichtet wird (Vers 26). Christen trauern also wirklich, aber nicht wie Menschen ohne Hoffnung (1. Thessalonicher 4,13). Der Sieg über den Tod ist schon errungen, seine volle Wirkung sehen wir aber erst bei der Wiederkunft von Jesus.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Ein Osterruf für den Alltag

Sag dir diesen Vers am Ostermorgen laut vor, oder wenn die Angst vor Krankheit und Tod dich packt. Er erinnert dich daran, wer gewonnen hat.

2

Trost am Grab

Wenn du jemanden verloren hast, der an Jesus geglaubt hat, darfst du traurig sein und gleichzeitig hoffen. Der Vers eignet sich gut für eine Traueranzeige oder Trauerkarte.

3

Lebe ohne Todesangst

Wer weiß, dass der Tod seinen Stachel verloren hat, kann mutiger leben. Überlege, wo dich Angst vom Guten abhält, und gib Vers 58 eine Chance: Was du für Gott tust, ist nicht vergeblich.

Gebet

Herr Jesus, du bist auferstanden und hast den Tod besiegt. Danke, dass du den Stachel der Sünde für mich getragen hast. Tröste alle, die heute trauern, und gib uns die Hoffnung, die über das Grab hinausreicht. Amen.

1. Korinther 15,55 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Tod, wo ist dein Stachel?“
Paulus verspottet den Tod als besiegten Feind. Der Stachel des Todes ist die Sünde (Vers 56), denn wegen der Schuld vor Gott ist der Tod bedrohlich. Weil Jesus für die Sünde gestorben und auferstanden ist, hat der Tod für Glaubende seine tödliche Spitze verloren.
Woher stammt „Tod, wo ist dein Stachel?“
Paulus zitiert frei aus dem Propheten Hosea (Hosea 13,14), wo Gott dem Tod und dem Totenreich den Kampf ansagt. Zuvor verbindet er es mit Jesaja 25,8, wo es heißt, dass Gott den Tod für immer verschlingen wird. Paulus sieht beide Worte in der Auferstehung von Jesus erfüllt.
Passt 1. Korinther 15,55 für eine Beerdigung?
Ja, der Vers wird oft bei Beerdigungen und in Traueranzeigen verwendet, besonders zusammen mit Vers 57: Gott schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus. Er nimmt die Trauer ernst, stellt ihr aber die Hoffnung auf die Auferstehung gegenüber. Ebenso passt er als Ostergruß.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G2759 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .