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1. Korinther 13,4Liebe ist geduldig und freundlich

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab.

1. Korinther 13,4 · Hoffnung für alle
Passt fürHochzeitTrauspruchEheFreundschaftFamilieLiebe
Bibelvers 1. Korinther 13,4: Liebe ist geduldig und freundlich – Zwei Pferde im Morgennebel
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Kurz erklärt

1. Korinther 13,4 beginnt die bekannte Beschreibung der Liebe im „Hohelied der Liebe“. Paulus sagt: Liebe ist geduldig und freundlich, sie ist nicht neidisch, prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Er schreibt das an eine Gemeinde, in der Christen um Ansehen und geistliche Gaben stritten. Luther übersetzte „Die Liebe ist langmütig und freundlich“ – der Vers ist einer der beliebtesten Trausprüche.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, um 55 n. Chr. in Ephesus
Gerichtet an
die Gemeinde in Korinth, die über Gaben und Ansehen stritt
Teil des Kapitels
1. Korinther 13, das „Hohelied der Liebe“, Vers 4–7: was die Liebe tut
Besonderheit
Paulus beschreibt die Liebe nicht mit Eigenschaftswörtern, sondern mit Verben: Liebe handelt

Griechisch

Das Schlüsselwort

makrothymei sie ist langmütig – sie hat einen langen Atem, bevor sie zornig wird

Aussprache
mak-ro-thü-MEI
Vorkommen
Das Grundwort „makrothymeo“ steht 10-mal im Neuen Testament.
Strong-Nummer
G3114μακροθυμέωmakrothymeo · Verb · 10-mal im Neuen Testament„From the same as makrothumos; to be long-spirited, i.e. (objectively) forbearing or (subjectively) patient.“vom selben Stamm wie makrothumos; einen langen Atem haben, also (nach außen) nachsichtig oder (nach innen) geduldig sein.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G3114 · ganzer Eintrag ↗

Das Wort setzt sich aus „makros“ (lang, weit) und „thymos“ (Gemüt, auch: Zorn) zusammen. Wörtlich heißt es also: lange brauchen, bis man in Zorn gerät. Luther übersetzte darum „langmütig“. Gemeint ist nicht die Geduld beim Warten auf den Bus, sondern Geduld mit Menschen: jemanden ertragen, der einen reizt oder enttäuscht, ohne zurückzuschlagen.

Diese Geduld hat ihr Vorbild in Gott selbst. Schon das Alte Testament beschreibt den HERRN als gnädig, barmherzig und geduldig (Psalm 145,8). Petrus schreibt, dass Gott mit dem Ende der Welt geduldig wartet, weil er möchte, dass Menschen umkehren (2. Petrus 3,9). Wer so geliebt wird, kann selbst einen langen Atem mit anderen haben.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von 1. Korinther 13,4.

01

Ein Lied mitten im Streit

1. Korinther 13 steht zwischen zwei Kapiteln über geistliche Gaben. In Korinth hielten sich manche für besonders geistlich, weil sie in unbekannten Sprachen redeten oder prophetisch sprachen. Andere fühlten sich überflüssig. Paulus zeigt in Kapitel 12, dass jeder im Leib von Christus gebraucht wird. Dann sagt er: Ich zeige euch einen noch viel besseren Weg. Die Verse 1–3 machen klar: Ohne Liebe ist alles wertlos, selbst Glaube, der Berge versetzen könnte. Ab Vers 4 beschreibt er, wie Liebe aussieht.

02

Zwei Ja und drei Nein

Vers 4 nennt zuerst zwei Dinge, die Liebe tut: Sie ist geduldig, und sie ist freundlich. Geduld erträgt, was andere falsch machen. Freundlichkeit geht noch einen Schritt weiter und tut ihnen Gutes. Dann folgen drei Dinge, die Liebe nicht tut: Sie ist nicht neidisch, sie gibt nicht an, und sie bläht sich nicht auf. Genau das waren die Probleme in Korinth (1. Korinther 3,3; 4,6). Paulus hält der Gemeinde also einen Spiegel vor – nicht zuerst ein Hochzeitsgedicht.

03

Ein seltenes Wort für „freundlich“

Das griechische Verb für „freundlich sein“ (chresteuomai) kommt im ganzen Neuen Testament nur hier vor. Es ist verwandt mit einem Wort für „gütig, brauchbar“. Freundliche Liebe ist also nicht nur nett im Ton, sondern nützlich für den anderen. Viele Ausleger bemerken außerdem: Wer in den Versen 4–7 das Wort „Liebe“ durch „Jesus“ ersetzt, liest eine treffende Beschreibung von ihm. Nur bei ihm passt jede Zeile ganz. Darum ist das Kapitel zuerst ein Bild von Christus, dann ein Ziel für uns.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt der Vers einer zerstrittenen Gemeinde. Paulus wollte, dass die Christen in Korinth ihre Gaben nicht gegeneinander ausspielen, sondern einander in Liebe dienen. Darum geht es um Liebe unter Geschwistern im Glauben, nicht nur um romantische Liebe. Trotzdem passt der Vers sehr gut zur Ehe: Nirgends wird Geduld und Freundlichkeit so täglich gebraucht wie dort, wo zwei Menschen ihr Leben teilen.

Die Hoffnung für alle übersetzt den Vers frei und gut verständlich; die Neues Leben Bibel zieht den Satz über den Versrand hinaus, darum steht hier diese Übersetzung. Wichtig ist: Paulus beschreibt keine Gefühle, sondern ein Verhalten, das der Heilige Geist in uns wachsen lässt. Geduld, Freundlichkeit und Liebe stehen auch in der Frucht des Geistes (Galater 5,22). Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat (1. Johannes 4,19).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Zähl bis zehn – und dann bis hundert

Langmut heißt: einen langen Atem haben. Wenn dich heute jemand reizt, gib dir bewusst Zeit, bevor du antwortest. Oft verraucht der Ärger, bevor er Schaden anrichtet.

2

Tu etwas Freundliches

Freundlichkeit ist praktisch. Überleg dir eine kleine Tat für deinen Partner, ein Familienmitglied oder einen Kollegen – ohne dass er darum gebeten hat.

3

Lies den Vers mit Jesus

Setz für „Liebe“ einmal „Jesus“ ein und lies den Vers langsam. Dann setz deinen eigenen Namen ein. Wo stockst du? Dort darfst du Gott um Hilfe bitten.

Gebet

Herr Jesus, du bist geduldig und freundlich mit mir, auch wenn ich es nicht verdiene. Schenk mir einen langen Atem mit den Menschen, die mir nahe sind. Nimm mir Neid und Stolz und lass deine Liebe in mir wachsen. Amen.

1. Korinther 13,4 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Die Liebe ist langmütig“?
„Langmütig“ ist Luthers Wort für das griechische „makrothymeo“: lange brauchen, bis man zornig wird. Liebe hat einen langen Atem mit Menschen, die uns enttäuschen oder reizen, und schlägt nicht gleich zurück.
Ist 1. Korinther 13,4 ein guter Trauspruch?
Ja, er gehört zu den beliebtesten Trausprüchen. Er beschreibt Liebe als tägliches Verhalten: geduldig, freundlich, ohne Neid und Überheblichkeit. Oft werden die Verse 4–7 zusammen gelesen, gern auch Vers 13.
Wer schrieb das Hohelied der Liebe?
Der Apostel Paulus, im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13. Er schrieb ihn um 55 n. Chr. während seines Aufenthalts in Ephesus (1. Korinther 16,8).

Bibeltext: Bibeltext aus der Hoffnung für alle®, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags Fontis – Brunnen Basel.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G3114 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .