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Prediger 3,11Gott hat die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt

Gott hat allem auf dieser Welt schon im Voraus seine Zeit bestimmt, er hat sogar die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt. Aber sie sind nicht in der Lage, das Ausmaß des Wirkens Gottes zu erkennen; sie durchschauen weder, wo es beginnt, noch, wo es endet.

Prediger 3,11 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürHochzeitGeburtstagJahreswechselLebenswendeTrauer
Bibelvers Prediger 3,11: Gott hat die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt – Blumenwiese im Morgentau
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Kurz erklärt

Prediger 3,11 sagt: Gott hat jedem Ding auf der Welt seine Zeit gegeben, und er hat die Ewigkeit in das Herz des Menschen gelegt. Der Vers steht direkt nach dem berühmten Gedicht „Alles hat seine Zeit“. Im Hebräischen heißt es sogar, Gott habe alles „schön“ gemacht zu seiner Zeit – so übersetzt auch die Lutherbibel. Der Vers passt zu Hochzeiten, Geburtstagen und Lebenswenden, wenn man spürt, dass das Leben in Gottes Hand liegt.

Geschrieben von
König Salomo, der sich „Prediger“ nennt (Prediger 1,1)
Teil des Buches
Prediger, eines der Weisheitsbücher des Alten Testaments
Zusammenhang
direkt nach dem Gedicht „Alles hat seine Zeit“ (Prediger 3,1–8)
Art
Nachdenken über Zeit, Mühe und Gottes Wirken

Hebräisch

Das Schlüsselwort

jafeh schön, anmutig – auch: passend, stimmig

Aussprache
ja-FEH
Vorkommen
Das Wort steht 43-mal im Alten Testament, oft für die Schönheit eines Menschen.
Strong-Nummer
H3303יָפֶהjafeh · Adjektiv · 43-mal im Alten Testament„From yaphah; beautiful (literally or figuratively).“von jafah (schön sein); schön (wörtlich oder bildlich).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H3303 · ganzer Eintrag ↗

„Jafeh“ ist das gewöhnliche hebräische Wort für schön. Es beschreibt Rahel (1. Mose 29,17), Josef (1. Mose 39,6) und den jungen David (1. Samuel 16,12), und im Hohelied sagen sich die Liebenden immer wieder, wie schön der andere ist. In Prediger 3,11 geht es aber nicht um ein Gesicht, sondern um die Zeit: Gott hat alles schön gemacht – passend und stimmig – zu seiner Zeit.

Die NLB gibt das Wort nicht eigens wieder, sondern umschreibt: Gott hat allem „seine Zeit bestimmt“. Das trifft den Sinn, doch die Schönheit geht dabei verloren. Dabei ist sie wichtig: Der Prediger sieht viel Mühe und viele Rätsel. Und trotzdem ist Gottes Zeitplan nicht willkürlich, sondern gut. Auch das Schwere aus den Versen 2 bis 8 hat seinen Platz in einem Ganzen, das wir noch nicht überblicken.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Prediger 3,11.

01

Nach dem Gedicht von der Zeit

Prediger 3 beginnt mit einem der bekanntesten Texte der Bibel: „Alles hat seine Zeit“ (3,1). Geboren werden und sterben, weinen und lachen, klagen und tanzen – vierzehn Gegensatzpaare umfassen das ganze Leben. Dann fragt der Prediger nüchtern: „Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht?“ (3,9). Seine Antwort in Vers 11: Gott hat jeder Zeit ihren Platz gegeben, und an diesem Platz ist sie gut. Der Mensch kann den Lauf der Dinge nicht steuern, aber er kann ihn aus Gottes Hand nehmen.

02

Ewigkeit im Herzen

Der zweite Satz gehört zu den tiefsten im ganzen Buch: Gott hat „die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt“. Der Mensch lebt in der Zeit, aber er sehnt sich über sie hinaus. Er fragt nach Sinn, nach dem Ganzen, nach dem, was bleibt. Zugleich kann er Gottes Wirken nicht von Anfang bis Ende überblicken. Diese Spannung gehört zum Menschsein: Wir sind für mehr geschaffen, als wir begreifen. Darum rät der Prediger, sich an Gottes Gaben zu freuen (3,12–13) und Ehrfurcht vor ihm zu haben (3,14).

03

Ein schwieriges Wort

Das hebräische Wort für Ewigkeit heißt „olam“. Es meint eine Dauer, deren Ende man nicht absehen kann – nach vorn oder zurück. Weil der Satz ungewöhnlich knapp ist, schlagen einige Ausleger andere Deutungen vor, etwa „Weltlauf“ oder „Verborgenheit“. Die meisten Übersetzungen bleiben bei „Ewigkeit“, und das passt zum Zusammenhang: In Vers 14 sagt der Prediger, dass alles, was Gott tut, „endgültig“ ist. Im Hebräischen steht dort dasselbe Wort – Gottes Werk hat ewigen Bestand, und im Menschen lebt eine Ahnung davon.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Der Prediger beobachtet das Leben „unter der Sonne“ und hält auch die Fragen aus, die offen bleiben. Er schrieb für Israel, doch was er sieht, gilt jedem Menschen: Die Sehnsucht nach dem Ewigen ist kein Zufall, Gott selbst hat sie in uns gelegt. Der Kirchenvater Augustinus hat das später so ausgedrückt: Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in Gott.

Was der Prediger nur ahnt, wird im Neuen Testament klar. Gott hat auch für das Kommen seines Sohnes den richtigen Zeitpunkt gewählt: Als die Zeit erfüllt war, sandte er ihn (Galater 4,4). Und Jesus stillt die Sehnsucht nach Ewigkeit: Wer ihm vertraut, hat ewiges Leben (Johannes 3,16). Gottes ganzen Plan überblicken wir auch dann nicht – aber wir kennen den, der ihn in der Hand hält.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Für Brautpaare

Ihr habt euch nicht zufällig zu dieser Zeit gefunden. Der Vers erinnert daran, dass Gott eure gemeinsame Geschichte in der Hand hält – auch alle Zeiten, die noch kommen.

2

Wenn du warten musst

Manche Gebete werden nicht sofort beantwortet. Gottes Zeitplan ist nicht deiner, aber er ist gut. Schreib auf, worauf du wartest, und leg es bewusst in seine Hand.

3

Nimm deine Sehnsucht ernst

Wenn dich die Frage umtreibt, ob das schon alles ist, dann ist diese Unruhe ein Hinweis. Sprich mit Gott darüber oder mit jemandem, der ihn kennt.

Gebet

Gott, du hast jeder Zeit ihren Platz gegeben, und du hast Ewigkeit in mein Herz gelegt. Ich verstehe nicht alles, was du tust, aber ich vertraue dir. Hilf mir, mich an dem zu freuen, was du mir heute schenkst. Amen.

Prediger 3,11 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit“?
So übersetzt die Lutherbibel Prediger 3,11. Gemeint ist: Gott hat für alles den passenden Zeitpunkt bestimmt, und in seiner Hand fügt sich das Leben zu einem guten Ganzen – auch wenn wir es nicht immer verstehen. Die Neues Leben Bibel sagt: „Gott hat allem auf dieser Welt schon im Voraus seine Zeit bestimmt.“
Was heißt „die Ewigkeit in die Herzen gelegt“?
Gott hat dem Menschen eine Sehnsucht gegeben, die über das Hier und Jetzt hinausgeht. Wir fragen nach Sinn und nach dem, was bleibt. Diese Sehnsucht weist auf Gott hin, der ewig ist, und findet in ihm ihre Antwort.
Passt Prediger 3,11 als Trauspruch?
Ja, besonders in der Lutherfassung „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit“ ist der Vers ein beliebter Trauspruch. Er dankt Gott für den richtigen Zeitpunkt und stellt die gemeinsame Zukunft in seine Hand.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H3303 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .