Zum Inhalt springen
christliche bilderVers für heute

Matthäus 7,12Geht so mit anderen um, wie sie mit euch umgehen sollen

Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen. In diesem Satz sind das Gesetz und die Propheten zusammengefasst.

Matthäus 7,12 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürNächstenliebeFreundschaftFamilieSchuleKonfirmationGemeinschaft
Bibelvers Matthäus 7,12: Geht so mit anderen um, wie sie mit euch umgehen sollen – Geteiltes Brot mit Wasserkrug
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

Matthäus 7,12 ist die sogenannte Goldene Regel: „Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen.“ Jesus spricht sie in der Bergpredigt und sagt dazu, dass darin das Gesetz und die Propheten zusammengefasst sind, also die ganze Bibel seiner Zeit. Die Regel fragt nicht, was andere verdient haben, sondern was ich mir selbst von ihnen wünschen würde. Sie ist ein beliebter Spruch für Konfirmation, Schule und Freundschaft.

Gesprochen von
Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5–7)
Geschrieben von
dem Apostel Matthäus
Bekannt als
„die Goldene Regel“
Parallele
Lukas 6,31, in der Feldrede

Griechisch

Das Schlüsselwort

nomos Gesetz – Gottes Weisung, besonders die fünf Bücher Mose

Aussprache
NO-mos
Vorkommen
Das Wort steht 196-mal im Neuen Testament, besonders oft bei Paulus.
Strong-Nummer
G3551νόμοςnomos · Substantiv, männlich · 196-mal im Neuen Testament„From a primary nemo (to parcel out, especially food or grazing to animals); law (through the idea of prescriptive usage), general (regulation), specially, (of Moses (including the volume); also of the Gospel), or figuratively (a principle).“von einem Grundwort nemo (zuteilen, besonders Futter oder Weide für Tiere); Gesetz (vom Gedanken des festgelegten Brauchs her), allgemein (Regel), im Besonderen (das Gesetz des Mose, auch als Buch; auch das Evangelium) oder bildlich (ein Grundsatz).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G3551 · ganzer Eintrag ↗

„Nomos“ heißt Gesetz. Im Neuen Testament meint es meist das Gesetz, das Gott Israel durch Mose gab. Dahinter steht das hebräische Wort „Tora“, das eigentlich „Weisung“ bedeutet: nicht nur Paragrafen, sondern Gottes Anleitung zum Leben. „Das Gesetz und die Propheten“ war zur Zeit Jesu ein Name für die ganze Heilige Schrift, die wir heute Altes Testament nennen.

Jesus sagt zweimal, wo die Mitte dieser Schrift liegt. Hier in der Goldenen Regel und später, als er nach dem wichtigsten Gebot gefragt wird: Gott lieben von ganzem Herzen und den Nächsten wie sich selbst. An diesen beiden Geboten hängen das Gesetz und die Propheten (Matthäus 22,37–40). Paulus greift das auf: Wer liebt, erfüllt das Gesetz (Römer 13,8–10).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Matthäus 7,12.

01

Am Ende der Bergpredigt

Matthäus 5 bis 7 enthält die Bergpredigt, die längste zusammenhängende Rede Jesu. Direkt vor unserem Vers spricht Jesus vom Bitten: Kein Vater gibt seinem Kind einen Stein, wenn es um Brot bittet. Wie viel mehr gibt der Vater im Himmel Gutes (7,9–11). Im Griechischen steht in Vers 12 ein „also“. Weil Gott so großzügig mit uns ist, sollen wir großzügig mit anderen sein. Danach folgt der Aufruf, durch das enge Tor zu gehen (7,13–14).

02

Die ganze Schrift in einem Satz

Am Anfang der Bergpredigt sagt Jesus, er sei nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen (5,17). Mit derselben Wendung schließt er nun den Hauptteil ab. Die Regel fasst zusammen, worauf die Gebote über den Umgang mit Menschen hinauswollen: Ehe nicht brechen, nicht stehlen, nicht lügen – all das ist in ihr enthalten. Sie ersetzt die Gebote nicht, sondern zeigt ihren Sinn. Wer sie ernst nimmt, merkt schnell, wie hoch der Maßstab ist.

03

Nicht nur: Tu niemandem weh

Ähnliche Sätze kannte man auch vor Jesus, meist in verneinter Form: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu. Jesus formuliert positiv. Es reicht nicht, anderen nicht zu schaden. Er fordert, aktiv das Gute zu tun, das man sich selbst wünschen würde: zuhören, helfen, vergeben, fair sein. Den Namen „Goldene Regel“ bekam der Satz erst viel später, weil er so wertvoll und einprägsam ist.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus zu seinen Jüngern und der Menge am Berg. Er beschrieb, wie Menschen leben, die zu Gottes Reich gehören. Die Goldene Regel gilt allen, die Jesus nachfolgen, im Umgang mit Freunden genauso wie mit Fremden und Feinden. Kurz vorher hatte Jesus sogar gesagt: Liebt eure Feinde (Matthäus 5,44).

Die Regel ist kein Weg, sich den Himmel zu verdienen. Kein Mensch hält sie vollkommen. Gerade so zeigt sie, dass wir auf Gottes Gnade angewiesen sind. Jesus selbst hat sie ganz gelebt: Er hat uns nicht behandelt, wie wir es verdient hätten, sondern hat uns seine Liebe geschenkt. Aus dieser Liebe heraus können Christen anderen begegnen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Stell dir die Frage vorher

Bevor du eine Nachricht schreibst oder über jemanden redest, frag dich: Wie würde ich es finden, wenn jemand so über mich schreibt oder spricht?

2

Tu heute einen Schritt

Überleg, was du dir in deiner Lage gerade von anderen wünschst – Hilfe, Geduld, ein freundliches Wort. Schenk genau das heute einem anderen Menschen.

3

Auch wenn es keiner zurückgibt

Die Regel gilt nicht nur, wenn andere fair zu dir sind. Bleib freundlich zu dem Kollegen oder Mitschüler, der es dir schwer macht.

Gebet

Herr Jesus, du hast mich nicht behandelt, wie ich es verdient habe, sondern mit Liebe und Gnade. Hilf mir, anderen so zu begegnen, wie ich es mir selbst wünsche. Gib mir Geduld mit schwierigen Menschen und ein offenes Auge für die, die Hilfe brauchen. Amen.

Matthäus 7,12 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was ist die Goldene Regel in der Bibel?
So nennt man Matthäus 7,12: „Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen.“ Jesus sagt, darin seien das Gesetz und die Propheten zusammengefasst. Eine ähnliche Fassung steht in Lukas 6,31.
Was bedeutet „das Gesetz und die Propheten“?
Damit war zur Zeit Jesu die ganze Heilige Schrift gemeint, also das, was wir heute Altes Testament nennen. Jesus sagt: Was Gott dort über den Umgang mit Menschen will, läuft in diesem einen Satz zusammen.
Ist die Goldene Regel dasselbe wie „Was du nicht willst, dass man dir tu …“?
Nicht ganz. Das Sprichwort sagt nur, was man unterlassen soll. Jesus formuliert positiv und fordert, anderen aktiv das Gute zu tun, das man sich selbst wünscht. Das geht weiter als nur niemandem zu schaden.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G3551 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .