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Matthäus 6,34Sorgt euch nicht um morgen

Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.

Matthäus 6,34 · Neues Leben. Die Bibel
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Bibelvers Matthäus 6,34: Sorgt euch nicht um morgen – Lilienwiese im goldenen Abendlicht
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Kurz erklärt

In Matthäus 6,34 sagt Jesus: Sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag hat seine eigenen Belastungen. Der Satz schließt einen Abschnitt der Bergpredigt ab, in dem Jesus auf die Vögel und die Lilien zeigt, um die sich Gott kümmert. Jesus verharmlost die Probleme nicht, aber er lädt ein, einen Tag nach dem anderen mit Gott zu leben. Der Vers hilft Menschen, die von Zukunftsangst und Grübeln geplagt sind.

Geschrieben von
Matthäus, einem früheren Zolleinnehmer und Jünger Jesu
Gesprochen von
Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5–7)
Zusammenhang
Jesu Rede über das Sorgen, Matthäus 6,25–34
Schlüsselwort
„sorgen“ – sechsmal in diesen zehn Versen

Griechisch

Das Schlüsselwort

merimnesete ihr sollt euch sorgen – innerlich hin- und hergerissen sein

Aussprache
me-rim-NE-se-te
Vorkommen
Das Grundwort „merimnao“ steht 19-mal im Neuen Testament, sechsmal allein in Matthäus 6,25–34.
Strong-Nummer
G3309μεριμνάωmerimnao · Verb · 19-mal im Neuen Testament„From merimna; to be anxious about.“abgeleitet von merimna (Sorge); sich um etwas sorgen, wegen etwas besorgt sein.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G3309 · ganzer Eintrag ↗

„Merimnao“ ist verwandt mit einem Wort für „Teil“. Viele Ausleger erklären es deshalb so: Sorge zieht den Menschen in verschiedene Richtungen und teilt sein Herz. Ein Teil ist bei Gott, ein anderer schon bei den Problemen von morgen. Genau das kennt jeder, der nachts wach liegt und Gedanken wälzt, die sich im Kreis drehen.

Dasselbe Wort benutzt Jesus bei Marta, die sich über die viele Arbeit aufregt: „du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten“ (Lukas 10,41). Paulus schreibt: „Sorgt euch um nichts“, sondern bringt alles im Gebet vor Gott (Philipper 4,6). Das Wort kann aber auch gut sein. Paulus lobt Timotheus, weil er sich aufrichtig um die Gemeinde sorgt (Philipper 2,20). Verboten ist nicht die Fürsorge, sondern die Angst, die Gott vergisst.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Matthäus 6,34.

01

Mitten in der Bergpredigt

Matthäus 6,34 ist der letzte Satz einer Rede Jesu über das Sorgen (Matthäus 6,25–34). Direkt davor sagt Jesus, dass niemand zwei Herren dienen kann, Gott und dem Geld (Vers 24). Dann zeigt er auf die Natur: Die Vögel säen nicht und ernten nicht, und Gott versorgt sie trotzdem. Die Lilien arbeiten nicht, und doch war selbst König Salomo nicht so prächtig gekleidet wie sie. Wenn Gott sich so um Blumen kümmert, wie viel mehr dann um dich (Vers 30)?

02

Ein Tag nach dem anderen

Jesus verlangt nicht, dass du keine Probleme hast. Er sagt sogar ehrlich: Jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Das griechische Wort dafür bedeutet eigentlich „Übel“ oder „Plage“. Aber er setzt eine Grenze: Trag nicht die Last von morgen schon heute. Gott gibt Kraft für den Tag, an dem sie gebraucht wird. Im Vaterunser, wenige Verse vorher, lehrt Jesus zu beten: „Schenk uns heute unser tägliches Brot“ (Matthäus 6,11).

03

Das Manna in der Wüste

Jüdische Zuhörer kannten eine Geschichte, die genau das zeigt: die Wüstenwanderung Israels. Gott ließ damals jeden Morgen Manna regnen, Brot vom Himmel. Jeder sollte nur so viel sammeln, wie er für den Tag brauchte. Wer Vorräte für morgen anlegte, fand am nächsten Tag nur Würmer darin (2. Mose 16,19–20). Gott wollte sein Volk lehren, ihm jeden Tag neu zu vertrauen. Jesus ruft seine Jünger in dieselbe Schule des täglichen Vertrauens.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Jesus sprach diese Worte zuerst zu seinen Jüngern und zu der Menge, die ihm auf den Berg gefolgt war. Viele von ihnen lebten von der Hand in den Mund. Ob es morgen genug zu essen gab, war eine echte Frage. Gerade ihnen sagt Jesus: Euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht (Vers 32). Das gilt auch dir. Der Vers davor zeigt, was an die Stelle der Sorge treten soll: Gottes Reich an die erste Stelle setzen (Vers 33).

Jesus verbietet nicht, zu planen oder vorzusorgen. Die Bibel lobt die Ameise, die im Sommer Vorräte sammelt (Sprüche 6,6–8), und Jesus selbst sagt, dass man vor dem Bau eines Turms die Kosten berechnet (Lukas 14,28). Der Unterschied liegt im Herzen: Planen schaut mit Gott nach vorn, Sorgen schaut ohne ihn nach vorn. Petrus fasst es so zusammen: Werft alle eure Sorgen auf Gott, denn er sorgt für euch (1. Petrus 5,7).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Trenne heute und morgen

Schreib deine Sorgen auf einen Zettel und teile ihn in zwei Spalten: „heute dran“ und „noch nicht dran“. Kümmere dich um die erste Spalte und gib die zweite im Gebet an Gott ab.

2

Schau nach draußen

Mach es wie Jesus und schau bewusst auf Vögel, Blumen oder Bäume. Lass dich daran erinnern, dass der, der sie versorgt, auch dich nicht vergisst.

3

Ein Gebet für den Morgen

Bete zu Beginn des Tages nur für diesen einen Tag: „Herr, gib mir heute, was ich heute brauche.“ Morgen darfst du neu bitten.

Gebet

Vater im Himmel, du weißt, was mich heute und morgen beschäftigt. Ich lege dir meine Sorgen um die Zukunft hin. Gib mir Kraft für diesen einen Tag und hilf mir, dir den nächsten anzuvertrauen. Amen.

Matthäus 6,34 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Sorgt nicht für morgen“?
Jesus meint damit: Lass dich nicht von der Angst vor der Zukunft beherrschen. Jeder Tag hat seine eigenen Aufgaben, und Gott gibt die Kraft dafür, wenn der Tag da ist. Er verbietet nicht das Planen, sondern das ängstliche Grübeln ohne Gottvertrauen.
Wo steht „Jeder Tag hat seine eigene Plage“?
Der Satz steht in Matthäus 6,34, am Ende der Bergpredigt-Rede Jesu über das Sorgen. In der Neues-Leben-Bibel heißt es: „jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen“. Eine ähnliche Rede findet sich auch in Lukas 12,22–31.
Ist Sorgen nach der Bibel Sünde?
Sorgen ist zuerst eine menschliche Not, und Jesus begegnet ihr mit Verständnis, nicht mit Verurteilung. Er zeigt aber, dass Sorge Gott kleiner macht, als er ist. Darum lädt die Bibel ein, Sorgen im Gebet zu Gott zu bringen, statt sie allein zu tragen (Philipper 4,6–7).

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G3309 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .