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1. Petrus 5,7Überlasst all eure Sorgen Gott

Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft!

1. Petrus 5,7 · Neues Leben. Die Bibel
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Bibelvers 1. Petrus 5,7: Überlasst all eure Sorgen Gott – Wanderer mit abgelegtem Rucksack am See
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Kurz erklärt

In 1. Petrus 5,7 fordert der Apostel Petrus Christen auf, all ihre Sorgen Gott zu überlassen, weil er sich um alles kümmert, was sie betrifft. Im Grundtext steht ein kräftiges Bild: die Sorgen auf Gott werfen wie eine Last, die man ablädt. Petrus schreibt an Gemeinden, die wegen ihres Glaubens angefeindet wurden, und verbindet den Vers mit dem Aufruf zur Demut. Der Vers passt für Zeiten von Krankheit, Angst und Überforderung.

Geschrieben von
dem Apostel Petrus, wohl Anfang der 60er-Jahre nach Christus in Rom
Gerichtet an
Christen in fünf Provinzen Kleinasiens, die wegen ihres Glaubens angefeindet wurden
Zusammenhang
Aufruf zur Demut (Vers 5–6) und zur Wachsamkeit (Vers 8)
Anklang an
Psalm 55,23

Griechisch

Das Schlüsselwort

epiripsantes werft darauf – eine Last ganz auf einen anderen abladen

Aussprache
e-pi-RIP-san-tes
Vorkommen
Das Verb steht nur zweimal im Neuen Testament: hier und in Lukas 19,35.
Strong-Nummer
G1977ἐπιρίπτωepirripto · Verb · 2-mal im Neuen Testament„From epi and rhipto; to throw upon (literally or figuratively).“von epi (auf) und rhipto (werfen); auf etwas werfen (wörtlich oder bildlich).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G1977 · ganzer Eintrag ↗

Das Wort ist ganz handfest. An der einzigen anderen Stelle im Neuen Testament werfen die Jünger ihre Mäntel auf das Eselsfohlen, auf dem Jesus nach Jerusalem reitet (Lukas 19,35). So ist es auch hier gemeint: Du nimmst etwas Schweres von deinen Schultern und legst es auf einen anderen, der es trägt. Petrus denkt dabei wohl an Psalm 55,23. In der alten griechischen Übersetzung des Alten Testaments steht dort dasselbe Wort; die NLB übersetzt: „Bring deine Sorgen vor den HERRN, er wird dir helfen.“

Spannend ist auch der zweite Teil des Verses. Für „eure Sorgen“ steht das Wort „merimna“. Es kommt von „teilen“ und beschreibt eine Sorge, die einen innerlich hin- und herreißt. Für Gottes Sorgen steht ein anderes Wort: Ihm liegt an euch, ihr seid ihm wichtig. Gott sorgt sich nicht ängstlich, er kümmert sich.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von 1. Petrus 5,7.

01

Demut und Sorgen gehören zusammen

Im Griechischen beginnt mit Vers 7 kein neuer Satz. Er hängt an Vers 6: „Deshalb beugt euch demütig unter die Hand Gottes, dann wird er euch ehren, wenn die Zeit dafür gekommen ist.“ Wörtlich geht es weiter: indem ihr all eure Sorge auf ihn werft. Das Abladen der Sorgen ist also eine Form der Demut. Stolz will alles selbst im Griff behalten und trägt am Ende alles allein. Demut gibt zu: Das ist mir zu schwer. Und sie traut Gott zu, dass er es tragen kann.

02

Ein Brief an bedrängte Christen

Petrus schreibt an Christen in Kleinasien, der heutigen Türkei (1. Petrus 1,1). Sie wurden verspottet und verleumdet, manche litten wegen ihres Glaubens (1. Petrus 4,12–16). Petrus selbst grüßt aus „Babylon“ (5,13). Die meisten Ausleger verstehen das als Decknamen für Rom, wo Petrus nach alter Überlieferung wenige Jahre später als Märtyrer starb. Wenn er also von Sorgen spricht, meint er keine Kleinigkeiten. Und er schreibt „all“ eure Sorgen: die großen und die kleinen, die geistlichen und die ganz alltäglichen.

03

Entlastet, aber wachsam

Direkt danach schreibt Petrus: „Seid besonnen und wachsam“ (Vers 8). Wer seine Sorgen abgibt, wird also nicht sorglos im Sinn von gleichgültig. Im Gegenteil: Sorgen lähmen und machen müde, Vertrauen macht den Kopf frei für das, was wirklich zählt. Petrus wusste, wovon er redet. Als er im Gefängnis saß und am nächsten Tag hingerichtet werden sollte, schlief er zwischen zwei Soldaten (Apostelgeschichte 12,6). Und er schließt mit der Zusage, dass Gott die Seinen nach einer Zeit des Leidens wieder aufbauen und stärken wird (Vers 10).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt der Vers Christen, die wegen ihres Glaubens unter Druck standen. Er gilt aber allen, die zu Jesus gehören, denn er wiederholt, was Jesus selbst lehrte: „Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben“ (Matthäus 6,25). Jesus begründet das mit dem Vater, der sogar für die Vögel sorgt. Paulus sagt es ähnlich: „Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles.“ (Philipper 4,6) Das Gebet ist der Ort, an dem du deine Sorgen konkret bei Gott ablädst.

Der Vers verbietet nicht, Verantwortung zu tragen oder vorauszuplanen. Er wendet sich gegen das Sorgen, das dich zerreißt. Und er ist keine Anklage gegen Menschen, denen das schwerfällt. Sorgen abgeben ist oft kein einmaliger Moment, sondern etwas, das du jeden Tag neu tust. Dass Gott sich wirklich um dich kümmert, hat er am Kreuz gezeigt: Jesus hat die schwerste Last getragen, unsere Schuld (1. Petrus 2,24). Er trägt auch das, was dich heute belastet.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Schreib deine Sorgen auf

Nimm einen Zettel und schreib auf, was dich gerade belastet. Bete die Liste Punkt für Punkt durch und sag bei jedem: „Herr, das gebe ich dir.“

2

Abgeben am Abend

Mach den Vers zu einem Abendgebet. Bevor du einschläfst, leg in Gedanken alles bei Gott ab, was der Tag dir aufgeladen hat. Er bleibt wach, du darfst schlafen.

3

Trag für andere mit

Kennst du jemanden, der krank ist oder sich große Sorgen macht? Schick ihm das Bild mit einem kurzen Gruß und bete für ihn. Manchmal hilft es, wenn ein anderer die Last mit vor Gott bringt.

Gebet

Vater im Himmel, du kennst alles, was mich gerade belastet. Ich lege meine Sorgen bei dir ab, die großen und die kleinen. Danke, dass dir an mir liegt und dass du mich trägst. Amen.

1. Petrus 5,7 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Alle eure Sorge werft auf ihn“?
So übersetzt Luther 1. Petrus 5,7. Gemeint ist: Trag deine Sorgen nicht allein, sondern gib sie bewusst an Gott ab, wie man eine schwere Last von den Schultern auf einen anderen wirft. Der Grund steht gleich dabei: Gott kümmert sich um dich. Praktisch geschieht das vor allem im Gebet.
Wer schrieb 1. Petrus 5,7?
Der Apostel Petrus, einer der zwölf Jünger Jesu. Er schrieb den Brief wohl Anfang der 60er-Jahre nach Christus aus Rom an Christen in Kleinasien, die wegen ihres Glaubens angefeindet wurden. Laut Kapitel 5,12 half ihm Silas beim Schreiben.
Passt 1. Petrus 5,7 bei Krankheit?
Ja. Krankheit bringt oft viele Sorgen mit sich: um die Gesundheit, die Familie, die Zukunft. Der Vers lädt ein, all das Gott zu überlassen, und erinnert daran, dass er sich um alles kümmert, was dich betrifft. Er eignet sich gut als Gruß in eine Genesungskarte.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G1977 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .