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Matthäus 19,14Lasst die Kinder zu mir kommen

Lasst die Kinder zu mir kommen. Haltet sie nicht zurück! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.

Matthäus 19,14 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTaufeKindersegnungGeburtFamilieKindergottesdienst
Bibelvers Matthäus 19,14: Lasst die Kinder zu mir kommen – Kind läuft durchs offene Gartentor
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Kurz erklärt

In Matthäus 19,14 sagt Jesus: „Lasst die Kinder zu mir kommen. Haltet sie nicht zurück!“ Eltern hatten Kinder zu ihm gebracht, damit er sie segnet, doch die Jünger wollten sie abweisen. Jesus stellt sich auf die Seite der Kinder und erklärt, dass Menschen wie ihnen das Himmelreich gehört. Der Vers ist einer der bekanntesten Taufsprüche und wird auch bei Kindersegnungen gern gelesen.

Geschrieben von
Matthäus, Zolleinnehmer und einer der zwölf Apostel
Gesprochen von
Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, in Judäa östlich des Jordan (Matthäus 19,1)
Anlass
Die Jünger wollten Eltern mit ihren Kindern wegschicken
Parallelen
Markus 10,13–16; Lukas 18,15–17

Griechisch

Das Schlüsselwort

kolyete hindert nicht, haltet nicht zurück – von „kolyo“: aufhalten, verwehren

Aussprache
ko-LY-e-te
Vorkommen
Das Grundwort steht 23-mal im Neuen Testament, darunter an zwei Taufstellen der Apostelgeschichte.
Strong-Nummer
G2967κωλύωkolyo · Verb · 23-mal im Neuen Testament„From the base of kolazo; to estop, i.e. prevent (by word or act)“Vom Stamm von „kolazo“ (zurückstutzen); aufhalten, also verhindern (durch Wort oder Tat).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G2967 · ganzer Eintrag ↗

„Kolyo“ heißt aufhalten, verwehren, jemandem den Weg versperren. Genau das taten die Jünger: Sie stellten sich zwischen Jesus und die Kinder. Vielleicht wollten sie ihren Meister schützen, der gerade über Ehe und Scheidung gelehrt hatte und Wichtigeres zu tun schien. Jesus aber sagt: Hört auf, sie zu hindern. Niemand soll zwischen ihm und denen stehen, die zu ihm kommen wollen.

Dasselbe Wort taucht in der Apostelgeschichte an zwei Taufstellen auf. Der Kämmerer aus Äthiopien fragt Philippus: Was hindert mich, getauft zu werden? (Apostelgeschichte 8,36). Und Petrus fragt im Haus des Kornelius, ob jemand diesen Menschen das Wasser der Taufe verwehren kann (Apostelgeschichte 10,47). Auch deshalb ist Matthäus 19,14 seit früher Zeit eng mit der Taufe verbunden.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Matthäus 19,14.

01

Kinder mitten in einem Lehrgespräch

Matthäus 19 beginnt mit einer schwierigen Frage der Pharisäer über die Ehescheidung. Jesus antwortet ausführlich, die Jünger sind nachdenklich. Da bringen Leute Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegt und für sie betet. Die Jünger fahren sie an. Für sie sind die Kinder eine Störung. Jesus sieht das anders. Er ruft die Kinder zu sich, legt ihnen die Hände auf und segnet sie (Vers 15). Gleich danach kommt ein reicher junger Mann, der viel vorzuweisen hat und dennoch traurig weggeht (Matthäus 19,16–22).

02

Menschen wie ihnen

Jesus sagt nicht nur, dass Kinder kommen dürfen. Er sagt, dass das Himmelreich „Menschen wie ihnen“ gehört. Kinder zählten damals in der Gesellschaft wenig. Sie hatten nichts vorzuweisen, keine Leistung, keinen Einfluss. Genau darin liegt der Punkt: Ins Reich Gottes kommt man nicht durch Leistung, sondern indem man sich beschenken lässt. Schon in Matthäus 18,3 hatte Jesus gesagt, dass man umkehren und werden muss wie die Kinder. Das Gegenbild folgt sofort: der reiche junge Mann, der fragt, was er Gutes tun muss.

03

Himmelreich

Matthäus spricht meist vom „Himmelreich“, wörtlich „Reich der Himmel“, wo Markus und Lukas „Reich Gottes“ sagen. Viele Ausleger sehen darin die Rücksicht eines jüdischen Verfassers, der den Namen Gottes ehrfürchtig umschreibt. Gemeint ist dasselbe: Gottes Herrschaft, die mit Jesus angebrochen ist und einmal vollendet wird. Markus berichtet außerdem, dass Jesus über die Jünger verärgert war und die Kinder in die Arme nahm (Markus 10,14.16). Lukas spricht sogar von Säuglingen (Lukas 18,15). Jesus hatte Zeit für die Kleinsten.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt das Wort den Jüngern, die meinten, Kinder seien für Jesus unwichtig. Jesus korrigiert sie deutlich. Für uns heißt das: Kinder sind in der Gemeinde keine Randgruppe. Sie dürfen zu Jesus kommen, von ihm hören und gesegnet werden. Und Erwachsene sollen von Kindern lernen, wie man sich von Gott beschenken lässt.

Christen, die Kinder taufen, sehen in dem Vers eine Bestätigung: Auch Kinder gehören zu Jesus. Christen, die die Glaubenstaufe lehren, segnen Kinder nach diesem Vorbild und taufen, wenn sie selbst glauben. Der Text selbst erzählt von Segnung, nicht von Taufe. Einig sind sich beide Seiten im Wichtigsten: Jesus will die Kinder bei sich haben, und niemand soll ihnen den Weg zu ihm versperren.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Segne ein Kind

Leg deinem Kind, Enkel oder Patenkind die Hand auf und sprich ihm einen Segen zu, zum Beispiel am Abend vor dem Schlafen. So machst du es wie Jesus.

2

Räum Hindernisse weg

Überleg, was Kinder in deiner Umgebung vom Glauben abhalten könnte: Langeweile, Unverständlichkeit, fehlende Zeit von Erwachsenen. Was kannst du ändern?

3

Komm wie ein Kind

Du musst Gott nichts vorweisen. Komm heute mit leeren Händen zu ihm und lass dich beschenken: mit Vergebung, mit Annahme, mit seiner Nähe.

Gebet

Herr Jesus, danke, dass du Zeit für die Kleinsten hast. Segne die Kinder, die du mir anvertraut hast, und hilf mir, ihnen den Weg zu dir zu zeigen statt ihn zu versperren. Und lass mich selbst wie ein Kind zu dir kommen. Amen.

Matthäus 19,14 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Lasst die Kinder zu mir kommen“?
Jesus weist seine Jünger zurecht, die Kinder von ihm fernhalten wollten. Er sagt: Kinder sind bei ihm willkommen, und niemand soll sie hindern. Mehr noch: Das Himmelreich gehört Menschen, die wie Kinder sind, also Menschen, die sich von Gott beschenken lassen, statt Leistung vorzuweisen.
Wo steht „Lasset die Kinder zu mir kommen“ in der Bibel?
Das Wort steht in Matthäus 19,14 und ebenso in Markus 10,14 und Lukas 18,16. Die bekannte Form „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ geht auf die Lutherbibel zurück.
Passt Matthäus 19,14 als Taufspruch?
Ja, der Vers ist einer der beliebtesten Taufsprüche für Kinder. Er wird auch bei Kindersegnungen gelesen. Er sagt Eltern und Paten zu: Jesus will dieses Kind bei sich haben und segnet es.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G2967 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .