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Johannes 14,27Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden

Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.

Johannes 14,27 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerAbschiedTrostFriedenAngst und SorgenKonfirmation
Bibelvers Johannes 14,27: Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden – Kerze am Fenster bei Regen
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Kurz erklärt

In Johannes 14,27 verabschiedet sich Jesus von seinen Jüngern und hinterlässt ihnen ein Geschenk: seinen Frieden. Er spricht diese Worte am Abend vor seiner Kreuzigung, als die Jünger verunsichert und ängstlich sind. Sein Friede ist anders als der Friede, den die Welt gibt, denn er hängt nicht an ruhigen Umständen, sondern an ihm selbst. Darum wird der Vers oft für Trauerkarten, Beerdigungen und Abschiede gewählt.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus am letzten Abend vor seiner Kreuzigung
Teil des Buches
die Abschiedsreden Jesu, Johannes 13–17
Art
Ein Abschiedswort und eine Zusage

Griechisch

Das Schlüsselwort

eirene Friede – Ganzsein, Heilsein, Ruhe nach dem Streit

Aussprache
ei-RE-ne
Vorkommen
Das Wort steht 92-mal im Neuen Testament, in Johannes 14,27 gleich zweimal.
Strong-Nummer
G1515εἰρήνηeirene · Substantiv, weiblich · 92-mal im Neuen Testament„Probably from a primary verb eiro (to join); peace (literally or figuratively); by implication, prosperity.“wahrscheinlich von einem Grundverb eiro (verbinden); Friede (wörtlich oder bildlich); daraus folgend: Wohlergehen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G1515 · ganzer Eintrag ↗

Jesus sprach mit seinen Jüngern wohl aramäisch. Dahinter steht das hebräische „Schalom“, mit dem sich Juden bis heute begrüßen und verabschieden. Schalom meint mehr als „kein Krieg“: Es beschreibt einen Zustand, in dem alles heil und ganz ist – zwischen Gott und Mensch, zwischen Menschen, im eigenen Inneren. Strong’s Wörterbuch leitet das griechische Wort von einem Verb für „verbinden“ ab: Friede ist dort, wo zusammenkommt, was getrennt war.

Jesus nimmt den alltäglichen Abschiedsgruß und füllt ihn neu. Er wünscht den Frieden nicht nur, er gibt ihn. Nach seiner Auferstehung grüßt er die verängstigten Jünger mit genau diesem Wort: „Friede sei mit euch“ (Johannes 20,19). Paulus erklärt später, worauf dieser Friede gründet: „Da wir nun durch den Glauben von Gott für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott“ (Römer 5,1).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 14,27.

01

Ein Abschied am letzten Abend

Johannes 13 bis 17 erzählt von einem einzigen Abend. Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen, Judas ist in die Nacht hinausgegangen, und Jesus hat angekündigt, dass er fortgehen wird. Die Jünger sind verunsichert. Darum spricht Jesus ihnen Mut zu: Er geht zum Vater, er schickt ihnen den Heiligen Geist als Ratgeber (Vers 26), und er wird wiederkommen (Vers 28). Mitten in diesen Abschiedsworten steht Vers 27 wie ein Testament: Jesus hat kein Geld und keinen Besitz zu vererben, aber er hinterlässt seinen Frieden.

02

Ein anderer Friede

Jesus vergleicht zwei Arten von Frieden. Der Friede der Welt hängt an den Umständen: Er hält, solange es keinen Streit, keine Krankheit und keinen Verlust gibt. Oft ist er nur ein Wunsch, den man einander zuruft. Der Friede von Jesus hängt an ihm selbst. Er gründet darauf, dass Gott durch Jesus Frieden mit uns geschlossen hat. Darum hält er auch in der Krise. Wenige Stunden nach diesen Worten wird Jesus verhaftet. Die Jünger erleben das Gegenteil von Ruhe – und gerade dafür hat er ihnen seinen Frieden gegeben.

03

Derselbe Satz wie am Anfang

Kapitel 14 beginnt mit den Worten „Habt keine Angst“ (Vers 1). In Vers 27 wiederholt Jesus diese Aufforderung fast wörtlich. Im Griechischen steht beide Male dasselbe Verb: „tarasso“ – aufgewühlt, durcheinandergebracht werden, wie Wasser, das aufgerührt wird. Johannes verwendet dieses Wort auch für Jesus selbst: am Grab von Lazarus (11,33), beim Gedanken an seinen Tod (12,27) und als er den Verrat ankündigt (13,21). Jesus kennt die innere Unruhe also von innen. Er spricht nicht von oben herab, sondern als einer, der selbst erschüttert war.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galten diese Worte den elf Jüngern, die am nächsten Tag die Kreuzigung erleben würden. Sie sollten wissen: Auch wenn ich gehe, bleibt euch mein Friede. Das gilt für alle, die zu Jesus gehören. Er schenkt seinen Frieden durch den Heiligen Geist, den er im Vers davor verspricht. Paulus beschreibt diesen Frieden so: „Sein Friede wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren“ (Philipper 4,7).

Der Friede von Jesus ist kein Leben ohne Schweres. Kurz darauf sagt er: „Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben. Aber habt Mut, denn ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33). „Sorgt euch nicht“ ist darum kein Vorwurf an Menschen, die Angst haben oder trauern. Es ist eine Einladung: Ihr müsst eure Angst nicht allein tragen, denn ich lasse euch nicht ohne Halt zurück.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Nimm das Geschenk an

Frieden musst du dir nicht erarbeiten, Jesus schenkt ihn. Sag ihm heute ehrlich, was dich beunruhigt, und bitte ihn ausdrücklich um seinen Frieden für genau diese Sache.

2

Worte für einen Abschied

Jesus sprach diese Worte, als er sich verabschiedete. Darum passen sie auf eine Trauerkarte oder zu einer Beerdigung: Sie trösten, ohne den Schmerz kleinzureden.

3

Prüf, worauf dein Friede steht

Überleg, was dich innerlich ruhig macht: ein volles Konto, Harmonie in der Familie, gute Nachrichten? Das alles kann wegbrechen. Bau deinen Frieden auf den, der bleibt.

Gebet

Herr Jesus, du hast deinen Jüngern deinen Frieden hinterlassen, als alles ins Wanken geriet. Du kennst meine Sorgen und meine Angst. Schenk mir deinen Frieden, der nicht von den Umständen abhängt, und halte mein Herz bei dir. Amen.

Johannes 14,27 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Meinen Frieden gebe ich euch“?
Mit diesen Worten verabschiedet sich Jesus von seinen Jüngern. Er wünscht ihnen nicht nur Frieden, sondern gibt ihnen seinen eigenen Frieden als Geschenk. Dieser Friede beruht darauf, dass Gott durch Jesus Frieden mit den Menschen geschlossen hat, und er trägt auch in Angst und Trauer.
Was ist der Unterschied zwischen dem Frieden von Jesus und dem Frieden der Welt?
Der Friede der Welt hängt an äußeren Umständen und hält nur, solange alles gut läuft. Der Friede von Jesus hängt an ihm selbst: an seiner Liebe, seinem Sieg über den Tod und seiner Gegenwart durch den Heiligen Geist. Darum kann er auch mitten in schweren Zeiten bleiben.
Passt Johannes 14,27 für eine Trauerkarte oder Beerdigung?
Ja. Jesus sprach diese Worte selbst in einer Abschiedsstunde. Der Vers nimmt Angst und Sorge ernst und stellt ihnen eine Zusage entgegen. Viele wählen ihn deshalb für Trauerkarten, Traueranzeigen und Ansprachen bei Beerdigungen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G1515 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .