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Hebräer 11,1Glaube ist das Vertrauen auf das, was wir hoffen

Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.

Hebräer 11,1 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürGlaubeHoffnungKonfirmationTaufeZweifel
Bibelvers Hebräer 11,1: Glaube ist das Vertrauen auf das, was wir hoffen – Ruderboot am Steg im Nebel
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Kurz erklärt

Hebräer 11,1 beschreibt, was Glaube ist: das Vertrauen darauf, dass sich erfüllt, was wir hoffen, und die Überzeugung, dass es gibt, was man nicht sieht. Der Vers eröffnet das große Glaubenskapitel der Bibel, in dem Abel, Noah, Abraham, Mose und viele andere als Vorbilder genannt werden. Glaube ist hier kein unsicheres Vermuten, sondern ein fester Grund, der auf Gottes Zusagen steht. Darum wird der Vers oft zu Taufe und Konfirmation gewählt.

Geschrieben von
einem Verfasser, der seinen Namen nicht nennt
Gerichtet an
Christen jüdischer Herkunft, die unter Druck standen
Teil des Buches
Beginn von Hebräer 11, dem „Glaubenskapitel“
Art
eine Predigt in Briefform, ein Wort der Ermahnung (Hebräer 13,22)

Griechisch

Das Schlüsselwort

hypostasis das Darunterstehende – fester Grund, Gewissheit, Wesen

Aussprache
hy-PO-sta-sis
Vorkommen
Das Wort steht nur 5-mal im Neuen Testament, dreimal davon im Hebräerbrief.
Strong-Nummer
G5287ὑπόστασιςhypostasis · Substantiv, weiblich · 5-mal im Neuen Testament„From a compound of hupo and histemi; a setting under (support), i.e. (figuratively) concretely, essence, or abstractly, assurance (objectively or subjectively).“von einer Zusammensetzung aus hypo (unter) und histemi (stellen); ein Darunterstellen (Stütze), also bildlich: konkret das Wesen, abstrakt die Gewissheit (äußerlich oder innerlich).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G5287 · ganzer Eintrag ↗

„Hypostasis“ ist zusammengesetzt aus „hypo“ (unter) und „histemi“ (stellen). Gemeint ist etwas, das darunter steht und trägt, wie ein Fundament unter einem Haus. Daraus wird im übertragenen Sinn: Gewissheit, Zuversicht. In Urkunden aus der Zeit des Neuen Testaments konnte das Wort auch eine Art Besitznachweis bezeichnen. Glaube hält das Erhoffte also nicht nur für möglich. Er hat schon einen Anspruch darauf in der Hand, weil Gott es zugesagt hat.

Derselbe Brief gebraucht das Wort gleich zu Beginn für Gott selbst: Der Sohn ist das genaue Abbild seines Wesens, seiner „Hypostasis“ (Hebräer 1,3). Und in Hebräer 3,14 steht es für die Zuversicht, an der Christen bis zum Ende festhalten sollen. Glaube ruht also nicht auf einem Gefühl, sondern auf dem, was Gott ist und was er versprochen hat.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Hebräer 11,1.

01

Nicht aufgeben

Die ersten Leser des Hebräerbriefs hatten wegen ihres Glaubens schon viel verloren: Ansehen, Besitz, manche ihre Freiheit (Hebräer 10,32–34). Nun waren einige müde und überlegten, ob sie zu ihrer alten Lebensweise zurückkehren sollten. Der Verfasser ruft sie zum Durchhalten auf und zitiert den Propheten Habakuk: Der Gerechte wird aus Glauben leben (10,38). Was dieser Glaube ist, zeigt dann Kapitel 11. Es ist kein trockener Lehrsatz, sondern eine Ermutigung für Menschen, die kurz davor sind aufzugeben.

02

Zwei Seiten des Glaubens

Der Vers hat zwei Hälften. Die erste schaut nach vorn: Glaube vertraut, dass sich erfüllt, was Gott versprochen hat. Die zweite schaut nach oben: Glaube ist überzeugt, dass es Gottes Wirklichkeit gibt, auch wenn man sie nicht sieht. Das griechische Wort für „Überzeugung“ kommt aus der Gerichtssprache und bedeutet so viel wie Beweis oder Nachweis. Der Glaube sieht nicht ins Blaue, sondern stützt sich auf Gottes Wort. Vers 6 ergänzt: Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.

03

Die Wolke der Zeugen

Nach dieser Beschreibung folgen Beispiele: Abel, Henoch, Noah, Abraham und Sara, Isaak, Jakob, Josef, Mose, Rahab und viele andere. Fast jeder Abschnitt beginnt mit „durch den Glauben“. Keiner dieser Menschen war vollkommen, und viele sahen die Erfüllung nicht mehr zu Lebzeiten (11,13). Gerade so wurden sie zu Vorbildern. Kapitel 12 nennt sie eine Wolke von Zeugen und richtet den Blick auf Jesus, der den Glauben anfängt und vollendet (12,1–2).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt der Vers Christen, die wegen ihres Glaubens unter Druck standen und in Versuchung waren, aufzugeben. Sie sollten wissen: Das, worauf ihr hofft, ist nicht weniger wirklich, nur weil ihr es noch nicht seht. Das gilt für alle, die Jesus vertrauen. Paulus schreibt ähnlich, dass wir im Glauben leben und nicht im Schauen (2. Korinther 5,7).

Der Vers ist keine vollständige Lehre über den Glauben, sondern eine Beschreibung, was Glaube tut. Biblischer Glaube richtet sich nicht auf beliebige Wünsche, sondern auf Gott und seine Zusagen. Sein Mittelpunkt ist Jesus: Er hat den Weg vorangegangen und durch Kreuz und Auferstehung gezeigt, dass Gottes Versprechen tragen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Halte dich an Gottes Zusagen

Glaube braucht einen Grund. Such dir eine Zusage Gottes aus der Bibel, die dich gerade betrifft, und lern sie auswendig.

2

Lies Hebräer 11 ganz

Nimm dir zehn Minuten und lies das ganze Kapitel. Achte darauf, wie unterschiedlich die Menschen sind, die dort für ihren Glauben gelobt werden – und wie unvollkommen.

3

Erzähl von Gottes Treue

Frag ältere Christen, wie sie Gottes Treue erlebt haben. Ihre Geschichten können dir helfen, wenn du selbst noch wenig siehst.

Gebet

Herr, ich sehe dich nicht, und vieles, worauf ich hoffe, ist noch nicht da. Stärke mein Vertrauen, dass du hältst, was du versprichst. Hilf mir, wie die Glaubenden vor mir auf dich zu bauen, und lass meinen Blick auf Jesus gerichtet bleiben. Amen.

Hebräer 11,1 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet Hebräer 11,1?
Der Vers beschreibt Glauben als festes Vertrauen auf das, was Gott versprochen hat, auch wenn es noch nicht zu sehen ist. Glaube ist demnach kein vages Hoffen, sondern ein Fundament, das auf Gottes Wort steht. Die folgenden Verse zeigen an vielen Beispielen, wie dieser Glaube gelebt wurde.
Wer hat den Hebräerbrief geschrieben?
Der Verfasser nennt seinen Namen nicht. In der alten Kirche wurde der Brief oft Paulus zugeschrieben, andere dachten an Barnabas oder Apollos. Sicher ist, dass er aus dem Umfeld der Apostel stammt; er erwähnt Timotheus als Bekannten (Hebräer 13,23). Die Kirche hat den Brief von früh an als Gottes Wort angenommen.
Passt Hebräer 11,1 als Tauf- oder Konfirmationsspruch?
Ja. Der Vers erklärt in einem Satz, was Glauben heißt, und eignet sich gut für einen Lebensabschnitt, in dem man sich bewusst für Jesus entscheidet. Wer es persönlicher mag, kann ihn mit Hebräer 12,2 verbinden: den Blick auf Jesus richten.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G5287 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .