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Jeremia 29,11Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung

Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!

Jeremia 29,11 · Hoffnung für alle
Passt fürKonfirmationAbschiedHoffnungZukunftSchulabschlussNeuanfang
Bibelvers Jeremia 29,11: Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung – Wüste in der Morgendämmerung
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Kurz erklärt

In Jeremia 29,11 sagt Gott: „Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn“ – Luther übersetzte „Gedanken des Friedens“. Der Satz steht in einem Brief des Propheten Jeremia an die Israeliten, die nach Babylon verschleppt worden waren. Gott kündigt ihnen keine schnelle Heimkehr an, sondern 70 Jahre in der Fremde – aber auch eine gute Zukunft. Der Vers ist ein beliebter Spruch für Konfirmation, Schulabschluss und Abschied.

Geschrieben von
dem Propheten Jeremia, kurz nach 597 vor Christus
Gerichtet an
die Verbannten aus Jerusalem in Babylon
Art
Teil eines Briefes, den Jeremia nach Babylon schickte (Jeremia 29,1)
Zusammenhang
70 Jahre Verbannung, danach die Heimkehr (Vers 10)

Hebräisch

Das Schlüsselwort

schalom Frieden – Heilsein, Wohlergehen, dass nichts fehlt

Aussprache
scha-LOM
Vorkommen
Das Wort steht 237-mal im Alten Testament, in Jeremia 29 schon dreimal in Vers 7.
Strong-Nummer
H7965שָׁלוֹםschalom · Substantiv, männlich · 237-mal im Alten Testament„Or shalom {shaw-lome'}; from shalam; safe, i.e. (figuratively) well, happy, friendly; also (abstractly) welfare, i.e. health, prosperity, peace.“auch schalom geschrieben; von schalam; unversehrt, also (bildlich) wohl, glücklich, freundlich; auch (abstrakt) Wohlergehen, also Gesundheit, Gedeihen, Frieden.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H7965 · ganzer Eintrag ↗

„Schalom“ ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Strong’s Wörterbuch nennt als Grundbedeutung „unversehrt, sicher“ und dann Wohlergehen, Gesundheit, Gedeihen und Frieden. Schalom ist, wenn nichts fehlt und nichts zerbrochen ist: zwischen Menschen, im eigenen Leben und mit Gott. Bis heute grüßen sich Menschen in Israel mit diesem Wort.

Im selben Brief gebraucht Jeremia das Wort schon vorher. Die Verbannten sollen sich für den Frieden und das Wohlergehen Babylons einsetzen und für die Stadt beten, denn wenn die Stadt Frieden hat, haben sie auch Frieden (Jeremia 29,7). Gott verlangt von ihnen, dem Ort Gutes zu tun, an dem sie gar nicht sein wollten. Und er verspricht, dass er selbst für sie Schalom im Sinn hat. Im Neuen Testament schreibt Paulus, dass Christus selbst Frieden gebracht hat (Epheser 2,14).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Jeremia 29,11.

01

Ein Brief nach Babylon

597 vor Christus eroberte der babylonische König Nebukadnezar Jerusalem. Er verschleppte den König, die Oberschicht und viele Handwerker nach Babylon. Dort machten Propheten den Verbannten Hoffnung auf eine Rückkehr in zwei Jahren (Jeremia 28,3). Jeremia schrieb ihnen einen Brief mit einer ganz anderen Botschaft: Baut Häuser, legt Gärten an, heiratet, betet für die Stadt. Ihr werdet lange bleiben. Erst wenn 70 Jahre vergangen sind, wird Gott euch zurückbringen (Jeremia 29,10).

02

Gottes Plan hinter dem Umweg

Vers 11 steht also mitten in schlechten Nachrichten. Wörtlich sagt Gott im Hebräischen: Ich kenne die Gedanken, die ich über euch denke. Das Exil war kein Unfall und kein Ende. Gott hatte Frieden im Sinn, nicht Unheil – auch wenn der Weg dahin über Jahrzehnte in der Fremde führte. Viele, die den Brief lasen, würden die Heimkehr selbst nicht mehr erleben. Die Zusage galt dem Volk als Ganzem und seinen Kindern. Gott denkt weiter als ein einzelnes Menschenleben.

03

Zukunft und Hoffnung

Am Ende von Vers 11 stehen im Hebräischen zwei Wörter: „acharit“ und „tikwa“. „Acharit“ heißt eigentlich „das Danach, der Ausgang“: Gott gibt seinem Volk ein gutes Ende. „Tikwa“ ist die Hoffnung, ursprünglich eine Schnur, an der man sich festhält. Direkt danach folgen die Verse 12–14: Gott will sich finden lassen, wenn sein Volk ihn von ganzem Herzen sucht. Die Zukunft beginnt also nicht erst mit der Heimkehr, sondern schon im Gebet in der Fremde. Jahrzehnte später las der Prophet Daniel diese 70 Jahre bei Jeremia nach und betete (Daniel 9,2).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Jeremia 29,11 galt zuerst den Verbannten in Babylon. Es ist keine allgemeine Garantie, dass jeder Plan eines Menschen gelingt oder jedes Leben ohne Leid verläuft. Gerade die ersten Empfänger mussten 70 Jahre warten. Aber der Vers zeigt, wie Gott über sein Volk denkt: Er hat Frieden und Zukunft im Sinn, auch wenn die Gegenwart schwer ist. Diese Haltung Gottes ändert sich nicht.

Im Neuen Testament wird Gottes gute Absicht in Jesus endgültig sichtbar. Paulus schreibt, dass für die, die Gott lieben, alles zum Guten mitwirkt (Römer 8,28). Wer zu Jesus gehört, darf Jeremia 29,11 deshalb mit gutem Grund auf sich beziehen – nicht als Versprechen eines bequemen Weges, sondern als Zusage: Gott hat für dein Leben einen guten Ausgang, der bis in die Ewigkeit reicht.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Blüh dort, wo du gerade bist

Die Verbannten sollten Häuser bauen und für ihre Stadt beten. Frag dich, wie du dich an deinem jetzigen Ort einbringen kannst, auch wenn er nicht dein Wunschort ist.

2

Halte die Hoffnung fest

Wenn du vor einem Abschied oder einer ungewissen Zukunft stehst, lies die Verse 11–13 laut. Gott kennt deinen Weg, auch die Teile, die du noch nicht siehst.

3

Ein Vers für Übergänge

Zur Konfirmation, zum Schulabschluss oder zum Umzug passt das Bild als Gruß. Schreib dazu, was du dem anderen für seine Zukunft wünschst.

Gebet

Herr, du weißt, was du mit mir vorhast, auch wenn ich es nicht sehe. Danke, dass du Frieden für mich im Sinn hast und nicht Unheil. Lass mich dich suchen, auch wenn ich warten muss, und schenk mir Zukunft und Hoffnung. Amen.

Jeremia 29,11 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet Jeremia 29,11?
Gott verspricht seinem Volk im Exil in Babylon, dass er es nicht vergessen hat. Er hat Frieden und eine gute Zukunft im Sinn, auch wenn die Heimkehr erst nach 70 Jahren kommt. Für Christen zeigt der Vers, wie Gott denkt: Er meint es gut mit denen, die zu ihm gehören.
Für wen galt Jeremia 29,11 ursprünglich?
Für die Israeliten, die 597 vor Christus nach Babylon verschleppt worden waren. Jeremia schrieb ihnen aus Jerusalem einen Brief (Jeremia 29,1). Die Haltung Gottes, die darin sichtbar wird, gilt aber bleibend und hat sich in Jesus bestätigt.
Passt Jeremia 29,11 als Konfirmationsspruch?
Ja, er gehört zu den beliebtesten Konfirmationssprüchen. Er passt gut zu einem Lebensabschnitt, in dem die Zukunft offen ist. Wichtig ist der Zusammenhang: Gott verspricht keinen Weg ohne Umwege, aber ein gutes Ziel.

Bibeltext: Bibeltext aus der Hoffnung für alle®, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags Fontis – Brunnen Basel.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H7965 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .