Zum Inhalt springen
christliche bilderVers für heute

Römer 8,38Nichts kann uns von seiner Liebe trennen

Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen.

Römer 8,38 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerBeerdigungTaufeTrostKonfirmation
Bibelvers Römer 8,38: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen – Sonnenstrahlen in der Meerestiefe
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

In Römer 8,38 schreibt Paulus, dass nichts uns von Gottes Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder unsichtbare Mächte noch Gegenwart oder Zukunft. Der Satz bildet zusammen mit Vers 39 den Schluss von Römer 8, einem der großen Trostkapitel der Bibel. Paulus spricht von der Liebe, die Gott in Jesus Christus gezeigt hat. Darum wird der Vers oft bei Beerdigungen, in Trauerkarten und als Taufspruch gewählt.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus
Gerichtet an
die Gemeinde in Rom, Christen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft
Teil des Buches
der Schluss von Römer 8, dem Kapitel über das neue Leben im Geist
Zusammenhang
Der Satz geht in Vers 39 weiter und endet erst dort

Griechisch

Das Schlüsselwort

pepeismai ich bin überzeugt worden und bleibe es – ich bin fest gewiss

Aussprache
PE-pei-smai
Vorkommen
Das Grundwort „peitho“ steht 53-mal im Neuen Testament.
Strong-Nummer
G3982πείθωpeitho · Verb · 53-mal im Neuen Testament„A primary verb; to convince (by argument, true or false); by analogy, to pacify or conciliate (by other fair means); reflexively or passively, to assent (to evidence or authority), to rely (by inward certainty).“ein Grundverb; überzeugen (durch Argumente, wahre oder falsche); übertragen: beschwichtigen oder für sich gewinnen (mit anderen guten Mitteln); rückbezüglich oder passiv: zustimmen (Beweisen oder einer Autorität), sich verlassen (aus innerer Gewissheit).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G3982 · ganzer Eintrag ↗

„Peitho“ heißt überzeugen, und zwar durch Gründe. Paulus benutzt hier eine besondere Form: das Perfekt im Passiv. Wörtlich: Ich bin überzeugt worden, und diese Überzeugung steht fest. Er beschreibt keine Stimmung, die morgen wieder weg sein kann. Er ist durch das, was Gott getan hat, zu einer bleibenden Gewissheit gekommen. Die Gründe nennt er unmittelbar davor: Gott hat seinen eigenen Sohn für uns gegeben (Vers 32), und Christus tritt für uns ein (Vers 34).

Aus derselben Wortfamilie stammt das griechische Wort für Glauben, „pistis“. Glaube ist in der Bibel also kein Raten ins Blaue, sondern Vertrauen, das gute Gründe hat. Dieselbe Form „pepeismai“ benutzt Paulus noch einmal kurz vor seinem Tod, als er im Gefängnis schreibt, dass er gewiss ist: Gott kann bewahren, was er ihm anvertraut hat (2. Timotheus 1,12).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Römer 8,38.

01

Der Höhepunkt von Römer 8

Römer 8 beginnt mit dem Satz, dass es für die, die zu Christus gehören, keine Verurteilung mehr gibt (Vers 1). Dann spricht Paulus vom Heiligen Geist, von der Hoffnung mitten im Leiden und davon, dass für die, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt (Vers 28). Ab Vers 31 stellt er Fragen: Wer kann gegen uns sein? Wer will uns verurteilen? Und in Vers 35: „Kann uns noch irgendetwas von der Liebe trennen, die Christus zu uns hat?“ Vers 38 und 39 sind die Antwort.

02

Eine Liste ohne Lücke

Paulus zählt auf, was Menschen Angst machen kann, oft in Paaren. Tod und Leben umfassen jeden Zustand. Engel und Mächte stehen für die unsichtbare Welt, auch für feindliche Kräfte. Gegenwart und Zukunft umfassen alle Zeit. In Vers 39 folgen Höhe und Tiefe für allen Raum und schließlich „nichts und niemand in der ganzen Schöpfung“. Die NLB gibt einige Begriffe frei wieder, etwa mit „Mächte der Hölle“. Wie die einzelnen Mächte genau zu verstehen sind, deuten Ausleger unterschiedlich. Klar ist: Paulus lässt keine Lücke.

03

Geschrieben von einem, der gelitten hat

Paulus schrieb diese Zeilen nicht aus einem bequemen Leben. Er war geschlagen, gesteinigt, gefangen genommen worden und hatte Schiffbruch erlitten (2. Korinther 11,23–27). Kurz vorher zitiert er Psalm 44: Wir werden geschlachtet wie Schafe (Vers 36). Seine Gewissheit hängt nicht an guten Umständen, sondern an Christus. Darum endet der Satz in Vers 39 nicht bei einem Gefühl, sondern bei einer Person: Es ist die Liebe Gottes, „die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist“.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst schrieb Paulus an Christen in Rom, die in einer feindlichen Umgebung lebten. Wenige Jahre später kam es unter Kaiser Nero dort zu schweren Verfolgungen. Das „uns“ meint Menschen, die zu Christus gehören. Für sie ist der Vers eine feste Zusage. Zugleich lädt er jeden ein, diese Liebe kennenzulernen, denn Gott hat seinen Sohn aus Liebe zur Welt gegeben (Johannes 3,16).

Paulus will mit dem Vers nicht jede Frage beantworten, sondern Angst nehmen. Ob ein Mensch sich selbst von Gott abwenden kann, darüber denken bibeltreue Christen unterschiedlich, und das Neue Testament enthält auch ernste Warnungen (Hebräer 6,4–6). Eindeutig ist aber: Keine Macht von außen, kein Schicksal und auch nicht der Tod kann einen Christen aus Gottes Liebe herausreißen. Jesus selbst sagt, dass niemand seine Schafe aus seiner Hand reißen wird (Johannes 10,28).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Setz deine Angst in die Liste

Schreib auf, was dir gerade Angst macht: eine Diagnose, eine Prüfung, ein Konflikt. Dann setz es in den Satz von Paulus ein: Auch das kann mich nicht von Gottes Liebe trennen.

2

Trost am Grab

Wenn du einen Menschen verloren hast, der Jesus vertraut hat, darfst du dich an diesen Vers halten. Der Tod steht an erster Stelle in der Liste, und auch er trennt nicht von Gott.

3

Gewissheit hat Gründe

An Tagen, an denen du Gottes Liebe nicht spürst, lies Römer 8,31–39 laut. Paulus begründet seine Gewissheit mit dem, was Jesus getan hat, nicht mit Gefühlen.

Gebet

Vater, danke, dass deine Liebe in Jesus Christus stärker ist als alles, was mir Angst macht. Wenn ich schwach werde oder trauere, halte du mich fest. Lass mich gewiss sein, dass weder Tod noch Leben mich von dir trennen. Amen.

Römer 8,38 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes“?
Paulus sagt in Römer 8,38–39: Es gibt keine Macht, keine Zeit, keinen Ort und kein Geschöpf, das Christen von Gottes Liebe trennen kann. Grund dafür ist nicht unsere Treue, sondern das, was Gott in Jesus getan hat: Er hat seinen Sohn für uns gegeben, und Christus tritt für uns ein.
Passt Römer 8,38–39 für eine Beerdigung oder Trauerkarte?
Ja, die beiden Verse gehören zu den häufigsten Bibelworten bei Beerdigungen. Sie nennen den Tod beim Namen und setzen ihm Gottes Liebe entgegen. In Trauerkarten wird oft nur der erste Satz verwendet: „Nichts kann uns von seiner Liebe trennen.“
Wer schrieb den Römerbrief und an wen?
Der Apostel Paulus schrieb den Brief an die Gemeinde in Rom, die er damals noch nicht besucht hatte. Er schrieb ihn gegen Ende seiner dritten Missionsreise, vermutlich in Korinth. Der Brief erklärt ausführlich, wie Menschen durch den Glauben an Jesus vor Gott gerecht werden.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G3982 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .