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Römer 8,14Alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes

Denn alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes.

Römer 8,14 · Neues Leben. Die Bibel
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Bibelvers Römer 8,14: Alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes – Lichtstrahlen über einem Flusstal
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Kurz erklärt

In Römer 8,14 schreibt Paulus: „Alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes.“ Wer zu Jesus gehört, lebt nicht mehr unter der Herrschaft der alten Natur, sondern wird vom Heiligen Geist geführt – und daran zeigt sich, dass er zu Gottes Familie gehört. Der Vers steht in Römer 8, dem großen Kapitel über das Leben mit dem Heiligen Geist. Er ist ein beliebter Taufspruch, weil er in einem Satz sagt, wer ein Christ ist: ein Kind Gottes.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, um 57 n. Chr. in Korinth
Gerichtet an
die Christen in Rom, Juden und Nichtjuden
Teil des Buches
Römer 8, das Kapitel über das Leben mit dem Heiligen Geist
Bei Luther
„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“

Griechisch

Das Schlüsselwort

agontai führen, leiten, mitnehmen – hier: geführt werden

Aussprache
A-gon-tai
Vorkommen
69-mal im Neuen Testament, meist ganz alltäglich: Menschen oder Tiere werden irgendwohin geführt.
Strong-Nummer
G71ἄγωago · Verb · 69-mal im Neuen Testament„A primary verb; properly, to lead; by implication, to bring, drive, (reflexively) go, (specially) pass (time), or (figuratively) induce.“ein Grundverb; eigentlich: führen; daraus: bringen, treiben, (rückbezüglich) gehen, (besonders) Zeit verbringen oder (bildlich) bewegen, veranlassen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G71 · ganzer Eintrag ↗

„Ago“ ist ein einfaches Alltagswort: jemanden führen, bringen, mitnehmen. Jesus lässt seine Jünger eine Eselin zu sich führen (Matthäus 21,2), Gefangene werden vor Gericht geführt. In Römer 8,14 steht es in einer Form, die eine fortlaufende Handlung beschreibt und zugleich sagt: Nicht wir führen, wir werden geführt. Der Heilige Geist geht voran und nimmt uns mit.

Luther übersetzte kräftig: „welche der Geist Gottes treibt“. Das erinnert daran, dass der Geist nicht nur sanft berät, sondern bewegt und in Gang setzt. Dasselbe Wort verwendet Paulus in Galater 5,18, wo er von Menschen spricht, die sich vom Geist führen lassen. In beiden Stellen geht es um ein Leben, das der Macht der Sünde nicht mehr gehorcht. Der Geist führt in die Freiheit, nicht in neue Zwänge.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Römer 8,14.

01

Zwei Mächte, zwei Wege

Römer 8 beginnt mit einem großen Satz: Für die, die zu Christus Jesus gehören, gibt es keine Verurteilung mehr (Vers 1). Dann stellt Paulus zwei Lebensweisen gegenüber: ein Leben, das von der alten menschlichen Natur bestimmt ist, und ein Leben, das vom Geist Gottes bestimmt ist. In den Versen 12 und 13 zieht er die Folgerung: Christen sind der alten Natur nichts mehr schuldig. Wer sich durch die Kraft des Heiligen Geistes von den bösen Taten abwendet, wird leben. Vers 14 begründet das: Wer so vom Geist geführt wird, ist Gottes Kind.

02

Nicht Sklaven, sondern Kinder

Direkt danach erklärt Paulus, was das bedeutet: „Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn ‚Abba, Vater‘ rufen.“ (Vers 15) „Abba“ ist das aramäische Wort, mit dem Kinder ihren Vater anredeten. Auch Jesus selbst betete so im Garten Gethsemane (Markus 14,36). Der Geist bestätigt tief im Herzen, dass wir dazugehören (Vers 16). Und Kinder sind Erben: Was Gott seinem Sohn gibt, gehört auch uns (Vers 17).

03

Söhne mit vollem Erbrecht

Im Griechischen steht in Vers 14 „hyioi“, wörtlich „Söhne“. In Vers 15 gebraucht Paulus ein Wort aus dem Recht: die Annahme an Sohnes statt, also die Adoption. Im Römischen Reich bekam ein adoptierter Sohn die vollen Rechte eines leiblichen Kindes, auch das Erbrecht, und gehörte ganz zur neuen Familie. Paulus meint damit Männer und Frauen gleichermaßen, an anderer Stelle spricht er ausdrücklich von Söhnen und Töchtern (2. Korinther 6,18). Darum übersetzt die NLB treffend mit „Kinder Gottes“.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Paulus schrieb an Christen in Rom, Juden und Nichtjuden, die er noch nicht besucht hatte. Er wollte ihnen zeigen: Wer an Jesus glaubt, lebt nicht mehr unter Verurteilung und muss sich Gottes Liebe nicht verdienen. Für uns gilt dasselbe. Kind Gottes wird man nicht durch religiöse Leistung, sondern durch Jesus, und der Heilige Geist lebt in jedem, der zu ihm gehört (Vers 9). Johannes sagt es ähnlich: Allen, die Jesus aufnehmen und an ihn glauben, gibt Gott das Recht, seine Kinder zu werden (Johannes 1,12).

„Vom Geist bestimmt“ ist dabei kein Sonderzustand für besonders geistliche Christen. Der Zusammenhang in Vers 13 zeigt: Gemeint ist zuerst, dass der Geist uns gegen die Sünde kämpfen lässt und uns Schritt für Schritt Jesus ähnlicher macht. Gottes Führung bei Entscheidungen gehört auch dazu, aber nicht als ständiges Horchen auf innere Eindrücke, sondern als ein Leben, das sich nach Gottes Wort ausrichtet und in dem der Geist uns gewiss macht, dass wir Gottes Kinder sind.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Sprich Gott als Vater an

Beginne dein Gebet heute bewusst mit „Vater“. Du kommst nicht als Bittsteller, sondern als Kind, das willkommen ist.

2

Lass dich führen, wo es konkret wird

Gibt es eine Gewohnheit, ein Wort oder eine Haltung, gegen die du allein nicht ankommst? Bitte den Heiligen Geist um Kraft, gerade dort einen anderen Weg zu gehen.

3

Ein Satz für Taufpaten

Wenn du Pate bist, schreib diesen Vers in eine Karte zur Taufe. Er sagt in einem Satz, wer dein Patenkind bei Gott ist – und wer ihn ein Leben lang führen will.

Gebet

Vater im Himmel, danke, dass ich dein Kind sein darf. Erfülle mich mit deinem Heiligen Geist und führe mich weg von dem, was mir schadet, hin zu dem, was dir gefällt. Lass mich nicht in Angst leben, sondern in der Gewissheit, dass ich zu dir gehöre. Amen.

Römer 8,14 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet Römer 8,14?
Paulus sagt: Wer vom Heiligen Geist geführt wird, gehört zu Gottes Familie. Das zeigt sich vor allem daran, dass der Geist hilft, sich von der Sünde abzuwenden und als Kind Gottes zu leben. Kind Gottes wird man durch den Glauben an Jesus, nicht durch eigene Leistung.
Wie lautet Römer 8,14 bei Luther?
In der Lutherbibel heißt der Vers: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Neuere Übersetzungen sagen „geführt“ oder „bestimmt“. Gemeint ist dasselbe: Der Heilige Geist bewegt und leitet das Leben der Christen.
Passt Römer 8,14 als Taufspruch?
Ja, der Vers ist ein beliebter Taufspruch. Er sagt dem Täufling zu, dass er zu Gottes Familie gehört, und erinnert daran, dass der Heilige Geist ihn ein Leben lang führen will.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G71 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .