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Johannes 15,16Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt

Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu tragen, die Bestand hat, damit der Vater euch gibt, um was immer ihr ihn in meinem Namen bittet.

Johannes 15,16 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKonfirmationBerufungEinsegnungMissionJüngerschaft
Bibelvers Johannes 15,16: Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt – Fischerboot am Seeufer im Morgennebel
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Kurz erklärt

In Johannes 15,16 sagt Jesus seinen Jüngern: „Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt.“ Die Initiative ging von ihm aus, und er hat sie dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu bringen, die bleibt. Jesus spricht diese Worte am letzten Abend vor seiner Kreuzigung, kurz nachdem er sie seine Freunde genannt hat. Der Vers ist ein beliebter Konfirmationsspruch und passt zu Einsegnungen und Aussendungen, weil er Berufung und Auftrag verbindet.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus am letzten Abend vor seiner Kreuzigung
Teil der Rede
Abschiedsreden Jesu, Johannes 13–17
Zusammenhang
nach dem Bild vom Weinstock und dem Wort „Ihr seid meine Freunde“ (Johannes 15,1–15)

Griechisch

Das Schlüsselwort

exelexasthe ihr habt erwählt – von „eklegomai“: auswählen, für sich heraussuchen

Aussprache
ex-e-LEX-as-the
Vorkommen
Das Grundwort steht 22-mal im Neuen Testament, oft für Gottes oder Jesu Wahl.
Strong-Nummer
G1586ἐκλέγομαιeklegomai · Verb · 22-mal im Neuen Testament„Middle voice from ek and lego (in its primary sense); to select“Medium (rückbezügliche Form) von „ek“ (aus) und „lego“ (in seiner Grundbedeutung); auswählen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G1586 · ganzer Eintrag ↗

„Eklegomai“ setzt sich zusammen aus „ek“ (heraus) und „lego“ (hier im Sinn von aufsammeln, auswählen). Es meint eine bewusste Wahl aus vielen Möglichkeiten. Die Form im Griechischen betont außerdem, dass man für sich selbst wählt: Jesus hat die Jünger für sich ausgesucht, weil er sie bei sich haben wollte. In Johannes 15,16 steht das Wort zweimal: einmal verneint für die Jünger, einmal bejaht für Jesus.

Dasselbe Wort verwendet Johannes schon früher: Jesus sagt, er habe die Zwölf erwählt (Johannes 6,70). Und Paulus schreibt, dass Gott die Gläubigen in Christus erwählt hat, schon vor der Erschaffung der Welt (Epheser 1,4). Erwählung ist in der Bibel kein Grund zum Stolz, sondern ein Geschenk, das in einen Auftrag führt.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 15,16.

01

Vom Weinstock zu den Freunden

Johannes 15 beginnt mit dem Bild vom Weinstock: Jesus ist der Weinstock, die Jünger sind die Reben, die nur in Verbindung mit ihm Frucht bringen. Dann spricht er von Liebe. Er hat die Jünger geliebt, wie der Vater ihn liebt, und die größte Liebe zeigt sich darin, das Leben für die Freunde hinzugeben (15,13). Er nennt sie nicht mehr Diener, sondern Freunde, weil er ihnen alles gesagt hat, was er vom Vater gehört hat. Direkt danach folgt Vers 16. Die Freundschaft hat einen Ursprung: Jesus selbst.

02

Er hat zuerst gewählt

Zur Zeit Jesu suchten sich Schüler in der Regel ihren Lehrer selbst aus und schlossen sich ihm an. Bei Jesus war es umgekehrt. Er ging am See entlang und rief Fischer und Zöllner in seine Nachfolge (Matthäus 4,18–22; 9,9). Das nimmt Druck: Der Glaube beginnt nicht mit der Leistung des Menschen, sondern mit Gottes Ruf. Gleichzeitig ist die Wahl nicht Selbstzweck. Jesus erwählt, damit die Jünger „hingehen“, also zu anderen Menschen gesandt werden, und Frucht bringen, die bleibt.

03

Frucht, die bleibt

Das Wort für „Bestand haben“ ist dasselbe „bleiben“ (griechisch menein), das in Johannes 15 immer wieder vorkommt: Bleibt in mir, bleibt in meiner Liebe. Frucht, die bleibt, wächst aus dem Bleiben bei Jesus. Gemeint sind Menschen, die zum Glauben finden, und ein Leben, das Gottes Liebe zeigt (vgl. Galater 5,22). Am Ende des Verses steht die Zusage, dass der Vater gibt, worum die Jünger im Namen Jesu bitten. Gebet und Auftrag gehören zusammen: Wer für Jesus unterwegs ist, darf mit der Hilfe des Vaters rechnen.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt das Wort den elf Jüngern, die Jesus persönlich berufen hatte und die nach Ostern als Apostel ausgesandt wurden. Manche Ausleger beziehen den Vers deshalb vor allem auf ihren besonderen Auftrag, andere sehen darin die Erwählung aller Christen. Das Neue Testament kennt beides: die Berufung der Apostel und die Erwählung aller Gläubigen in Christus (Epheser 1,4). Für uns gilt: Wer an Jesus glaubt, darf wissen, dass Jesus ihn zuerst gewollt hat.

Die Bitte „in meinem Namen“ ist keine Zauberformel, mit der man Gott zu allem bewegt. Im Namen Jesu bitten heißt: so bitten, wie Jesus es tun würde, und im Einklang mit seinem Auftrag. Der Vers steht im Zusammenhang mit Frucht bringen und einander lieben (Johannes 15,17). Was diesem Auftrag dient, darf man dem Vater mit großem Vertrauen hinlegen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Du bist gewollt

Wenn du an dir zweifelst, erinnere dich: Jesus hat dich zuerst gewählt, nicht weil du besonders gut bist, sondern weil er dich liebt. Dein Wert hängt an seiner Wahl, nicht an deiner Leistung.

2

Geh los

Überleg, zu wem Jesus dich gerade schickt: zu einem einsamen Nachbarn, einem Kollegen in der Krise, einem Freund mit Fragen. Ein kleiner Schritt der Liebe ist schon Frucht.

3

Bete für deine Frucht

Schreib die Namen von zwei oder drei Menschen auf, für die du dir wünschst, dass sie Jesus kennenlernen. Bete in seinem Namen regelmäßig für sie.

Gebet

Herr Jesus, danke, dass du mich erwählt hast, bevor ich nach dir gefragt habe. Sende mich dahin, wo ich für andere ein Segen sein kann, und lass mein Leben Frucht bringen, die bleibt. Ich bitte dich in deinem Namen. Amen.

Johannes 15,16 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich euch“?
Jesus sagt seinen Jüngern damit: Die Beziehung zu ihm hat nicht bei ihnen begonnen, sondern bei ihm. Er hat sie ausgewählt und berufen. Diese Erwählung ist ein Geschenk, das in einen Auftrag führt: hingehen und Frucht bringen, die bleibt.
Was ist mit „Frucht, die bleibt“ gemeint?
Gemeint ist ein Leben, das Gottes Liebe sichtbar macht, und Menschen, die durch dieses Zeugnis zum Glauben finden. Solche Frucht wächst nicht aus eigener Anstrengung, sondern aus dem „Bleiben“ in Jesus, von dem Johannes 15 spricht.
Passt Johannes 15,16 als Konfirmationsspruch?
Ja, der Vers ist ein beliebter Konfirmationsspruch. Er sagt jungen Menschen zu: Jesus hat dich gewollt. Zugleich macht er Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Er passt auch zur Einsegnung, Ordination oder Aussendung in einen Dienst.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G1586 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .