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Johannes 15,13Die größte Liebe – sein Leben für die Freunde hingeben

Die größte Liebe beweist der, der sein Leben für die Freunde hingibt.

Johannes 15,13 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKarfreitagFreundschaftLiebeTrauerGedenken
Bibelvers Johannes 15,13: Die größte Liebe – sein Leben für die Freunde hingeben – Holzkreuz auf dem Hügel bei Sonnenuntergang
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Kurz erklärt

In Johannes 15,13 sagt Jesus: Die größte Liebe zeigt sich darin, dass jemand sein Leben für seine Freunde hingibt. Er spricht diese Worte am Abend vor seiner Kreuzigung und meint damit zuerst sich selbst: Wenige Stunden später gibt er sein Leben am Kreuz. Gleich danach nennt er seine Jünger nicht mehr Diener, sondern Freunde. Der Vers passt zu Karfreitag, zu Freundschaft und zum Gedenken an Menschen, die sich für andere hingegeben haben.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus am letzten Abend vor seiner Kreuzigung
Teil der Rede
Abschiedsreden Jesu, Johannes 13–17
Zusammenhang
Mitten zwischen dem Gebot der Liebe und dem Wort „Ihr seid meine Freunde“

Griechisch

Das Schlüsselwort

philon der Freunde – Menschen, die einem lieb und vertraut sind

Aussprache
FI-lon
Vorkommen
Das Wort „philos“ steht 29-mal im Neuen Testament, gleich dreimal in Johannes 15,13–15.
Strong-Nummer
G5384φίλοςphilos · Adjektiv, meist als Substantiv gebraucht · 29-mal im Neuen Testament„Properly, dear, i.e. A friend; actively, fond, i.e. friendly (still as a noun, an associate, neighbor, etc.).“eigentlich: lieb, teuer, also ein Freund; aktiv: zugeneigt, also freundlich (auch als Substantiv: ein Gefährte, Nachbar usw.).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G5384 · ganzer Eintrag ↗

„Philos“ heißt lieb, teuer, und als Hauptwort: Freund. Strong’s Wörterbuch nennt beide Seiten: jemand, der einem lieb ist, und jemand, der einem zugeneigt ist. Ein Freund ist nicht einfach ein Bekannter, sondern ein Vertrauter. Mose durfte so mit Gott reden: „wie einer, der mit seinem Freund redet“ (2. Mose 33,11). Abraham wird im Neuen Testament „Freund Gottes“ genannt (Jakobus 2,23).

Jesus gebraucht das Wort mit großer Wärme. Den verstorbenen Lazarus nennt er „unseren Freund“ (Johannes 11,11). Seine Gegner spotteten, er sei ein Freund der Zöllner und Sünder (Matthäus 11,19) – und sagten damit ungewollt die Wahrheit. In Johannes 15 erklärt er, was ihn zum Freund macht: Er zieht seine Jünger ins Vertrauen und gibt sein Leben für sie.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 15,13.

01

Mitten in der Abschiedsrede

Johannes 15 gehört zu den Abschiedsreden Jesu am letzten Abend vor seinem Tod. Kurz zuvor hat er seine Jünger aufgefordert: „Ich gebiete euch, einander genauso zu lieben, wie ich euch liebe.“ (Vers 12). Vers 13 erklärt, wie groß dieser Maßstab ist. Danach folgt eine überraschende Zusage: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ (Vers 14). Wenige Stunden später wird Jesus in Gethsemane verhaftet. Seine Worte über die größte Liebe sind keine Theorie. Er ist dabei, sie zu leben.

02

Liebe, die etwas kostet

„Sein Leben hingeben“ heißt im Griechischen wörtlich: sein Leben hinlegen. Dieselbe Wendung gebraucht Jesus als guter Hirte: „Ich gebe mein Leben für die Schafe.“ (Johannes 10,15). Und er betont, dass er es freiwillig tut (10,18). Paulus geht noch einen Schritt weiter: Christus starb für uns, „als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8). Das ist kein Widerspruch zu Johannes 15,13. Jesus starb für Menschen, die noch nicht seine Freunde waren, um sie zu seinen Freunden zu machen.

03

Freund des Königs

Im nächsten Vers sagt Jesus: „Ich nenne euch nicht mehr Diener“ (Vers 15). Ein Diener führt aus, ohne zu wissen, was sein Herr plant. Ein Freund wird eingeweiht. Am Hof der Könige Israels gab es sogar einen Ehrentitel „Freund des Königs“ für einen engen Vertrauten (1. Könige 4,5). David hatte Huschai als solchen Freund (2. Samuel 15,37). Jesus, der König, macht seine einfachen Jünger zu Vertrauten. Und er stellt klar, von wem die Freundschaft ausgeht: „Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt.“ (Vers 16).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst spricht Jesus hier über seinen eigenen Tod, und zwar zu den Jüngern, die er gleich darauf Freunde nennt. Der Vers ist darum kein allgemeiner Spruch über Heldentum, sondern eine Erklärung des Kreuzes. Wer an Jesus glaubt, darf sich zu diesen Freunden zählen. Daraus folgt ein Auftrag, den Johannes später so formuliert: „Wir haben die wahre Liebe daran erkannt, dass Christus sein Leben für uns gegeben hat. Deshalb sollen auch wir unser Leben für unsere Brüder einsetzen.“ (1. Johannes 3,16).

Oft wird der Vers bei Trauerfeiern für Menschen gelesen, die beim Retten anderer gestorben sind, etwa Feuerwehrleute oder Soldaten. Das ist ein berechtigtes Echo: Wer so handelt, spiegelt etwas von der Liebe Jesu. Aber der Tod Jesu bleibt einzigartig. Er starb nicht nur, um Leben zu retten, sondern um die Schuld der Menschen zu tragen und sie mit Gott zu versöhnen (1. Petrus 3,18). Kein menschliches Opfer kann das ersetzen oder sich damit den Himmel verdienen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Am Karfreitag innehalten

Lies am Karfreitag Johannes 15,13 und danach den Bericht von der Kreuzigung in Johannes 19. Sag Jesus Danke, dass er dich seinen Freund nennt.

2

Hingabe fängt klein an

Sein Leben hinzugeben beginnt oft im Kleinen: mit Zeit, Bequemlichkeit oder dem Recht auf das letzte Wort. Wo kannst du diese Woche für einen Freund etwas aufgeben?

3

Ein Wort für die Trauer

Wenn ein Mensch gestorben ist, der sich für andere eingesetzt hat, kann dieser Vers ausdrücken, was er gelebt hat – und zugleich auf Jesus zeigen, der den Tod besiegt hat.

Gebet

Herr Jesus, du hast dein Leben für mich hingegeben, als ich noch fern von dir war. Danke, dass du mich deinen Freund nennst. Mach mich bereit, für andere etwas von mir hinzugeben, so wie du es für mich getan hast. Amen.

Johannes 15,13 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Niemand hat größere Liebe“?
So beginnt Johannes 15,13 in der Lutherbibel. Jesus sagt damit: Die größte Form der Liebe ist, sein eigenes Leben für andere zu geben. Er meint vor allem seinen eigenen Tod am Kreuz, den er wenige Stunden später auf sich nahm, und zugleich den Maßstab für die Liebe seiner Jünger untereinander.
Wer sind die Freunde in Johannes 15,13?
Zuerst die Jünger, mit denen Jesus am letzten Abend zusammen war. Im nächsten Vers sagt er: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ Darüber hinaus gilt es allen, die Jesus vertrauen und ihm folgen. Er nennt sie Freunde, weil er sie ins Vertrauen zieht und sein Leben für sie gibt.
Passt Johannes 15,13 für eine Trauerfeier?
Ja, besonders wenn der Verstorbene sich für andere eingesetzt hat. Der Vers würdigt solche Hingabe und lenkt den Blick zugleich auf Jesus, dessen Liebe stärker ist als der Tod. Auch am Karfreitag und auf Karten zur Freundschaft wird er gern verwendet.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G5384 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .