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christliche bilderVers für heute

Johannes 10,10Das Leben in ganzer Fülle

Ein Dieb will rauben, morden und zerstören. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.

Johannes 10,10 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKonfirmationTaufeGeburtstagLebensfreudeNeuanfang
Bibelvers Johannes 10,10: Das Leben in ganzer Fülle – Überfließende Quelle im Wald
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Kurz erklärt

In Johannes 10,10 stellt Jesus zwei Absichten gegeneinander: Ein Dieb kommt, um zu rauben und zu zerstören. Jesus aber ist gekommen, um Leben in ganzer Fülle zu schenken, mehr als genug. Der Vers steht in seiner Rede vom guten Hirten, der sein Leben für die Schafe gibt. Er wird gern als Tauf- und Konfirmationsspruch gewählt, weil er zeigt, dass Glaube nicht einengt, sondern zum Leben befreit.

Geschrieben von
dem Apostel Johannes, einem der zwölf Jünger
Gesprochen von
Jesus in Jerusalem, kurz nach der Heilung eines Blindgeborenen
Zusammenhang
die Rede vom guten Hirten, Johannes 10,1–18
Art
Bildrede: Dieb und Hirte, Tor und Schafe

Griechisch

Das Schlüsselwort

perisson im Überfluss – mehr als genug, über das Maß hinaus

Aussprache
pe-ris-SON
Vorkommen
Das Grundwort „perissos“ steht 23-mal im Neuen Testament.
Strong-Nummer
G4053περισσόςperissos · Adjektiv · 23-mal im Neuen Testament„From peri (in the sense of beyond); superabundant (in quantity) or superior (in quality); by implication, excessive; adverbially (with ek) violently; neuter (as noun) preeminence.“abgeleitet von peri (im Sinn von „darüber hinaus“); überreichlich (in der Menge) oder überlegen (in der Qualität); daraus: übermäßig; als Adverb (mit ek): heftig; im Neutrum (als Substantiv): Vorrang.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G4053 · ganzer Eintrag ↗

„Perissos“ kommt von einer Vorsilbe, die „ringsum“ und „darüber hinaus“ bedeutet. Strong’s Wörterbuch erklärt es als überreichlich, sowohl in der Menge als auch in der Qualität. Gemeint ist also nicht ein Leben, das gerade so reicht, sondern eines, das überfließt. Jesus verspricht nicht nur, dass seine Schafe überleben. Er schenkt ihnen mehr, als sie erwarten.

Wie das aussieht, zeigt Johannes an anderer Stelle mit einem verwandten Wort. Als Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen Tausende satt macht, bleiben am Ende zwölf Körbe übrig (Johannes 6,12–13). Gottes Gaben sind nicht knapp bemessen. Das Leben, das Jesus schenkt, ist vor allem Leben mit Gott selbst: „das ewige Leben“, das jetzt beginnt und nie endet (Johannes 10,28).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Johannes 10,10.

01

Nach dem Streit um einen Geheilten

Johannes 10 schließt direkt an Kapitel 9 an. Jesus hat einen Mann geheilt, der blind geboren war. Die religiösen Führer verhören ihn, glauben ihm nicht und werfen ihn schließlich hinaus (Johannes 9,34). Jesus nimmt sich des Mannes an. Dann erzählt er ein Bild von Schafen und Hirten. Seine Zuhörer kannten die Klage der Propheten über Hirten Israels, die nur an sich selbst denken und die Herde ausnutzen (Hesekiel 34,2–4). Genau so hatten diese Führer gerade gehandelt.

02

Dieb oder Hirte

Jesus vergleicht zwei Arten, mit Menschen umzugehen. Der Dieb kommt nur, um zu nehmen: Er raubt, tötet und zerstört. Im Zusammenhang meint Jesus damit falsche Führer, die vor ihm kamen (Vers 8). Viele Ausleger denken zugleich an den Teufel, den Jesus einen Mörder von Anfang an nennt (Johannes 8,44). Jesus dagegen kommt, um zu geben. Gleich danach sagt er, was ihn das kostet: Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe (Vers 11). Die Fülle der Schafe kostet den Hirten das eigene Leben.

03

Leben ist mehr als Dasein

Für „Leben“ steht im Griechischen „zoe“. Johannes verwendet dieses Wort fast immer für das Leben, das von Gott kommt. Es meint nicht nur, dass das Herz schlägt, sondern dass ein Mensch mit Gott verbunden ist. Jesus sagt in seinem Gebet: Das ist der Weg zum ewigen Leben, Gott zu erkennen und den, den er gesandt hat (Johannes 17,3). Dieses Leben beginnt nicht erst nach dem Tod. Wer Jesus vertraut, hat es schon jetzt, und es wird durch den Tod nicht beendet.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus diese Worte zu Menschen, die von ihren religiösen Führern enttäuscht und ausgegrenzt wurden, wie der geheilte Blinde. Ihnen sagt er: Ich bin anders. Ich nehme nicht, ich gebe. Das gilt bis heute jedem, der zu Jesus kommt. Er ist das Tor, durch das man zu Gott findet, und wer hindurchgeht, findet Weide (Johannes 10,9).

„Leben in ganzer Fülle“ ist kein Versprechen von Reichtum, Gesundheit und Erfolg. Jesus selbst sagt seinen Jüngern, dass sie in der Welt Schweres erleben werden (Johannes 16,33). Die Fülle liegt tiefer: Vergebung, Frieden mit Gott, Sinn, Gemeinschaft und eine Hoffnung, die über den Tod hinausreicht. Auch in schweren Zeiten bleibt dieses Leben reich, weil der gute Hirte bei seinen Schafen ist.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Frag dich, was dir Leben raubt

Gibt es etwas, das dir Freude, Zeit oder Kraft stiehlt: eine Gewohnheit, eine Sucht, eine bittere Erinnerung? Benenne es ehrlich und bring es zu Jesus.

2

Entdecke die Fülle im Kleinen

Schreib heute Abend drei Dinge auf, die Gott dir heute geschenkt hat. Oft ist das Leben reicher, als es sich im Alltag anfühlt.

3

Ein Vers für den Start ins Leben

Zur Taufe oder Konfirmation ist der Vers ein starker Zuspruch: Mit Jesus verpasst du nicht das Leben, du findest es.

Gebet

Herr Jesus, du bist gekommen, um mir das Leben in ganzer Fülle zu schenken. Bewahre mich vor allem, was mir dieses Leben rauben will. Zeig mir heute, wie reich ich bei dir bin. Amen.

Johannes 10,10 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Leben in Fülle“ in Johannes 10,10?
Jesus meint ein Leben, das mehr als genug ist, weil es mit Gott verbunden ist. Dazu gehören Vergebung, Frieden, Sinn und ewiges Leben, das schon jetzt beginnt. Er meint nicht in erster Linie Besitz oder Erfolg, sondern ein Leben, das selbst in schweren Zeiten reich bleibt.
Wer ist der Dieb in Johannes 10,10?
Im Zusammenhang meint Jesus falsche religiöse Führer, die Menschen ausnutzen statt ihnen zu dienen. Viele Ausleger beziehen den Dieb zugleich auf den Teufel, der zerstören will. Beide Deutungen passen zu dem Gegensatz, um den es geht: Der Dieb nimmt, Jesus gibt.
Passt Johannes 10,10 als Konfirmations- oder Taufspruch?
Ja, der Vers wird oft gewählt. Er sagt jungen Menschen, dass der Glaube an Jesus das Leben nicht einengt, sondern erfüllt. Und er erinnert daran, dass Jesus wie ein guter Hirte durch das ganze Leben mitgeht.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G4053 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .