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Jesaja 66,13Wie eine Mutter ihr Kind tröstet

Ich selbst werde euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. In Jerusalem sollt ihr getröstet werden.

Jesaja 66,13 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerTrostMuttertagJahreslosung 2016KrankheitTaufe
Bibelvers Jesaja 66,13: Wie eine Mutter ihr Kind tröstet – Mutter und Kind im Abendlicht
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Kurz erklärt

In Jesaja 66,13 verspricht Gott seinem Volk: Ich selbst werde euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Der Vers steht im letzten Kapitel des Jesajabuches, in dem Gott ein neues Jerusalem und eine neue Schöpfung ankündigt. Gott, der sonst oft als Vater beschrieben wird, vergleicht seine Liebe hier mit der Zärtlichkeit einer Mutter. In der Lutherfassung „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ war der Vers die Jahreslosung 2016 und ist ein häufiger Trostspruch in der Trauer.

Geschrieben von
dem Propheten Jesaja, im 8. Jahrhundert v. Chr.
Gerichtet an
das Volk Israel, besonders an die, die um Jerusalem trauerten
Teil des Buches
das letzte Kapitel des Jesajabuches
Schlüsselwort
„trösten“ – dreimal in einem Vers

Hebräisch

Das Schlüsselwort

anachemchem ich werde euch trösten – mitfühlen, aufatmen lassen

Aussprache
a-na-CHEM-chem
Vorkommen
Das Grundwort „nacham“ steht 108-mal im Alten Testament, in diesem Vers gleich dreimal.
Strong-Nummer
H5162נָחַםnacham · Verb · 108-mal im Alten Testament„A primitive root; properly, to sigh, i.e. breathe strongly; by implication, to be sorry, i.e. (in a favorable sense) to pity, console or (reflexively) rue; or (unfavorably) to avenge (oneself).“eine Grundwurzel; eigentlich: seufzen, also tief atmen; daraus: betrübt sein, also (im guten Sinn) Mitleid haben, trösten oder (rückbezüglich) bereuen; oder (im schlechten Sinn) sich rächen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H5162 · ganzer Eintrag ↗

Strong’s Wörterbuch erklärt die Grundbedeutung von „nacham“ mit einem Bild: seufzen, tief atmen. Wer tröstet, atmet gleichsam mit dem Leidenden mit, fühlt seinen Schmerz und lässt ihn wieder Luft holen. Dasselbe Wort steht am Anfang des großen Trostteils bei Jesaja: „Tröstet, ja, tröstet mein Volk“ (Jesaja 40,1). Auch der Name Nehemia ist davon gebildet: „Der HERR tröstet“.

Im Hebräischen steht wörtlich: „wie ein Mann, den seine Mutter tröstet“. Gemeint ist also nicht nur ein Kleinkind, sondern auch ein erwachsener Sohn, der zu seiner Mutter kommt, wenn das Leben ihn umgeworfen hat. Gottes Trost ist nicht nur für die Kleinen. Auch Starke dürfen sich trösten lassen.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Jesaja 66,13.

01

Das letzte Kapitel bei Jesaja

Jesaja 66 schließt ein großes Buch ab. Gott sagt: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße.“ (Vers 1). Er braucht kein Haus aus Stein, aber er achtet auf die, die gedemütigt sind und vor seinem Wort zittern (Vers 2). Dann folgt ein überraschendes Bild: Jerusalem bekommt Kinder, noch bevor die Wehen einsetzen (Vers 7–8). Gott schenkt seinem Volk einen Neuanfang, der menschlich unmöglich ist. Am Ende des Kapitels spricht Gott von einem neuen Himmel und einer neuen Erde (Vers 22).

02

Erst die Stadt, dann Gott selbst

In den Versen 10 bis 12 ist Jerusalem wie eine Mutter, die ihre Kinder stillt, auf den Armen trägt und auf den Knien liebkost. Alle, die um die Stadt getrauert haben, sollen sich mit ihr freuen. In Vers 13 wechselt das Bild: Jetzt ist es Gott selbst, der tröstet. Die NLB betont das mit „Ich selbst“. Trost kommt nicht zuerst von einem Ort oder einer Gemeinschaft, sondern von Gott. Er bedient sich dazu aber der Stadt, in der er wohnt: „In Jerusalem sollt ihr getröstet werden.“

03

Gott und das Bild der Mutter

Die Bibel nennt Gott Vater, nicht Mutter. Aber sie scheut sich nicht, seine Liebe mit mütterlichen Bildern zu beschreiben. Schon einige Kapitel vorher fragt Gott: „Kann eine Mutter etwa ihren Säugling vergessen? […] Selbst wenn sie es vergessen würde, vergesse ich dich nicht!“ (Jesaja 49,15). Jesus vergleicht sich mit einer Henne, die ihre Küken unter die Flügel sammeln will (Matthäus 23,37). Solche Bilder machen Gott nicht weiblich. Sie zeigen, dass in ihm alle Zärtlichkeit liegt, die wir von einer guten Mutter kennen.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt die Zusage Israel, das um das zerstörte Jerusalem trauerte. Ein Teil davon erfüllte sich, als Juden aus dem Exil zurückkehrten und die Stadt wieder aufbauten. Doch das Kapitel blickt weiter: auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Bibeltreue Ausleger verstehen unterschiedlich, wie viel davon dem irdischen Jerusalem in der Zukunft gilt und wie viel der Gemeinde Jesu. Einig sind sie darin, dass sich die Verheißung ganz erst in Gottes neuer Welt erfüllt.

Das Neue Testament greift diese Hoffnung auf. In Offenbarung 21 kommt das neue Jerusalem vom Himmel, und dort heißt es über Gott: „Er wird alle ihre Tränen abwischen“ (Offenbarung 21,4). Bis dahin tröstet Gott schon jetzt. Paulus nennt ihn „der Gott, der uns tröstet“ (2. Korinther 1,3), und Jesus versprach seinen Jüngern den Heiligen Geist als Beistand (Johannes 14,16). Trost heißt nicht, dass der Schmerz sofort verschwindet. Eine Mutter hält ihr Kind, während es noch weint.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Lass dich trösten

Manche wollen stark sein und keinen Trost brauchen. Sag Gott ehrlich, was dich schmerzt, so wie ein Kind zu seiner Mutter läuft.

2

Zum Muttertag

Danke deiner Mutter oder einer Frau, die dich wie eine Mutter getröstet hat. In ihrer Fürsorge kannst du etwas von Gottes Art erkennen.

3

Gib Trost weiter

Paulus schreibt, dass Gott uns tröstet, damit wir andere trösten können (2. Korinther 1,4). Wer braucht heute einen Besuch, einen Anruf oder einfach, dass du da bist?

Gebet

Gott, du kennst meinen Schmerz, auch den, den ich niemandem zeige. Tröste mich, wie eine Mutter ihr Kind tröstet, und halte mich, solange ich weine. Und lass mich durch deinen Trost anderen ein Trost werden. Amen.

Jesaja 66,13 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“?
Gott vergleicht seine Zuwendung mit der Zärtlichkeit einer Mutter, die ihr Kind in den Arm nimmt. Er verspricht seinem trauernden Volk nicht nur Hilfe von außen, sondern sich selbst als Tröster. Im Hebräischen steht sogar „wie einen Mann“: Auch Erwachsene dürfen so getröstet werden.
War Jesaja 66,13 eine Jahreslosung?
Ja, Jesaja 66,13 war die Jahreslosung 2016, in der Fassung der Lutherbibel: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Die Jahreslosung wird jedes Jahr von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgewählt.
Passt Jesaja 66,13 für eine Trauerkarte?
Ja, der Vers wird oft in Trauerkarten und bei Beerdigungen verwendet. Er drängt nicht dazu, den Schmerz schnell zu überwinden, sondern verspricht Gottes Nähe mitten darin. Auch für Taufen und zum Muttertag wird er gern gewählt.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H5162 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .