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christliche bilderVers für heute

Jesaja 40,31Die auf den HERRN warten, gewinnen neue Kraft

doch die, die auf den HERRN warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie gehen und werden nicht matt.

Jesaja 40,31 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKonfirmationKrankheitKraftHoffnungErschöpfungNeuanfang
Bibelvers Jesaja 40,31: Die auf den HERRN warten, gewinnen neue Kraft – Adler im Aufwind über Bergtal
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Kurz erklärt

In Jesaja 40,31 verspricht Gott: Wer auf ihn wartet, bekommt neue Kraft – wie ein Adler, der sich in die Höhe schwingt. Der Vers beantwortet die Klage des Volkes Israel, Gott sehe seine Not nicht. Jesaja hält dagegen: Der Schöpfer wird selbst nie müde, und er gibt den Erschöpften Kraft. Darum wird der Vers oft als Konfirmationsspruch gewählt und tröstet in Krankheit und Erschöpfung.

Geschrieben von
dem Propheten Jesaja, im 8. Jahrhundert v. Chr.
Gerichtet an
Gottes Volk Israel, das sich von Gott vergessen fühlte
Teil des Buches
der Trostteil (Jesaja 40–66), der mit „Tröstet, ja, tröstet mein Volk“ beginnt
Art
Prophetisches Trostwort in Gedichtform

Hebräisch

Das Schlüsselwort

wekoje und die warten – gespannt ausschauen, sich festhalten

Aussprache
we-ko-JE
Vorkommen
Das Grundwort „kawa“ steht 49-mal im Alten Testament.
Strong-Nummer
H6960קָוָהkawa · Verb · 49-mal im Alten Testament„A primitive root; to bind together (perhaps by twisting), i.e. collect; (figuratively) to expect.“eine Grundwurzel; zusammenbinden (vielleicht durch Verdrehen), also sammeln; bildlich: erwarten.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H6960 · ganzer Eintrag ↗

Das hebräische Wort für „warten“ meint kein gelangweiltes Herumsitzen. Strong’s Wörterbuch erklärt die Grundbedeutung mit einem Bild: etwas zusammenbinden, vielleicht durch Verdrehen – so wie einzelne Fasern zu einem Seil gedreht werden. Daraus wird „erwarten“. Wer auf Gott wartet, hält sich an ihm fest und schaut erwartungsvoll nach ihm aus.

Aus derselben Wurzel stammt das hebräische Wort für „Hoffnung“: tikwa. Bei Rahab bezeichnet es sogar ein ganz handfestes Seil, die rote Schnur, die sie ins Fenster hängte (Josua 2,18). Und Psalm 27,14 ruft mit demselben Verb dazu auf, auf den HERRN zu warten und stark zu sein. Warten auf Gott ist also keine Schwäche, sondern ein Festhalten an ihm – und genau daraus wächst neue Kraft.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Jesaja 40,31.

01

Ein Volk, das sich vergessen fühlt

Mit Kapitel 40 beginnt der zweite große Teil des Jesajabuches. Er setzt mit den Worten ein: „Tröstet, ja, tröstet mein Volk“ (40,1). Jesaja blickt prophetisch auf die Zeit voraus, in der Israel in Babylon gefangen sein wird. In Vers 27 kommt die Klage des Volkes zur Sprache: „Der HERR weiß nicht, wie es mir geht, und mein Recht ist ihm egal.“ Gott antwortet nicht mit einem Vorwurf, sondern mit einem Blick auf seine Größe: Er hat die Sterne erschaffen und nennt jeden bei seinem Namen (Vers 26). Wie sollte er dich übersehen?

02

Der Schöpfer wird nicht müde

Vers 28 stellt fest: Gott „wird nicht matt oder müde“. Vers 29 sagt, was daraus folgt: Er gibt den Erschöpften neue Kraft. Dann kommt ein ehrlicher Satz: Selbst junge, starke Menschen brechen irgendwann zusammen (Vers 30). Menschliche Kraft hat Grenzen, auch die beste. Wer aber auf den HERRN wartet, lebt nicht von den eigenen Reserven. Bemerkenswert ist die Reihenfolge der Bilder: fliegen, laufen, gehen. Manche Ausleger sehen darin bewusst einen Weg hinunter in den Alltag. Gott schenkt nicht nur Höhenflüge, sondern Kraft für den ganz normalen nächsten Schritt.

03

Kraft eintauschen

Wo die Übersetzung „gewinnen neue Kraft“ sagt, steht im Hebräischen ein Verb, das „wechseln“ oder „erneuern“ bedeutet (chalaf). Dasselbe Wort steht, als Jakob seine Familie auffordert, die Kleider zu wechseln (1. Mose 35,2). Man kann den Vers also so verstehen: Wer auf Gott wartet, tauscht seine erschöpfte Kraft gegen neue ein. Auch das Bild vom Adler kannten die Hörer gut. Ein Adler steigt auf warmen Aufwinden in die Höhe, ohne viel mit den Flügeln zu schlagen. Ähnlich sagt Psalm 103,5, dass Gott dich wieder jung macht wie einen Adler.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt diese Zusage Israel, das sich in der Not von Gott vergessen fühlte. Gott versprach, sein Volk aus der Gefangenschaft heimzuführen, und er hielt Wort. Der Kern des Verses gilt aber jedem, der diesem Gott vertraut: Der Schöpfer ist nicht weit weg, und er wird nicht müde. Jesus lädt alle Erschöpften ein, zu ihm zu kommen, und verspricht ihnen Ruhe (Matthäus 11,28). Und Paulus erlebte, dass Gottes Kraft gerade in der Schwachheit wirkt (2. Korinther 12,9).

„Warten“ heißt in diesem Vers nicht, untätig herumzusitzen. Es heißt, die eigene Hoffnung an Gott festzumachen und etwas von ihm zu erwarten. Arbeit, Ruhe, Arztbesuche und Gebet schließt das nicht aus. Der Vers verspricht auch nicht, dass man nie mehr müde wird. Er verspricht, dass Gott die Kraft gibt, die man für den Weg braucht – manchmal zum Fliegen, manchmal nur zum Weitergehen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Sag Gott, wie es dir geht

Israel klagte, Gott wisse nicht, wie es ihm geht. Sprich deine Müdigkeit ehrlich vor Gott aus. Er kennt sie schon, aber er will sie von dir hören.

2

Halte inne, bevor du weiterrennst

Nimm dir heute zehn Minuten ohne Handy, lies Jesaja 40,27–31 und bring Gott, was dich erschöpft. Warten auf Gott beginnt oft mit einer bewussten Pause.

3

Der nächste Schritt genügt

Wenn dir in Krankheit oder Erschöpfung die Kraft zum Fliegen fehlt, denk an das Ende des Verses: gehen und nicht matt werden. Gott gibt dir Kraft für den nächsten Schritt.

Gebet

Herr, du wirst nicht müde, aber ich bin es oft. Danke, dass du meine Not siehst und den Erschöpften neue Kraft gibst. Lehre mich, auf dich zu warten und an dir festzuhalten, auch wenn ich nur noch langsam gehen kann. Amen.

Jesaja 40,31 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft“?
So übersetzte Luther Jesaja 40,31. „Harren“ ist ein altes Wort für warten. Gemeint ist ein erwartungsvolles Warten: Man macht seine Hoffnung an Gott fest und rechnet mit ihm. Das hebräische Wort hängt mit dem Bild eines gedrehten Seils zusammen – wer auf Gott wartet, hält sich an ihm fest und bekommt von ihm neue Kraft.
Wer hat Jesaja 40,31 geschrieben?
Der Prophet Jesaja, der im 8. Jahrhundert v. Chr. in Jerusalem wirkte. In den Kapiteln 40–66 spricht er Trost für die Zeit aus, in der Israel später in Babylon gefangen sein würde. Manche Forscher schreiben diese Kapitel einem späteren Verfasser zu. Das Neue Testament zitiert Jesaja 40 aber ausdrücklich als Wort des Propheten Jesaja (Matthäus 3,3).
Passt Jesaja 40,31 als Konfirmationsspruch?
Ja, der Vers wird oft als Konfirmationsspruch gewählt. Er verspricht jungen Menschen keine unbegrenzte eigene Kraft – Vers 30 sagt ja, dass auch junge Leute müde werden –, sondern Kraft von Gott. Auch bei Krankheit oder nach einer schweren Zeit ist er ein häufig gewählter Trostvers.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H6960 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .