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Römer 8,31Wenn Gott für uns ist

Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein?

Römer 8,31 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürKonfirmationMutVertrauenAngstPrüfungTaufe
Bibelvers Römer 8,31: Wenn Gott für uns ist – Mensch auf Bergkamm bei Sonnenaufgang
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Kurz erklärt

In Römer 8,31 zieht Paulus die Summe aus allem, was er vorher über Gottes Liebe gesagt hat: Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? Das Kapitel beginnt mit „keine Verurteilung mehr“ und endet damit, dass nichts uns von Gottes Liebe trennen kann. Gemeint ist nicht, dass Christen keine Gegner haben, sondern dass kein Gegner gegen Gottes Zusage ankommt. Der Vers ist ein beliebter Konfirmations- und Taufspruch.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, um 57 n. Chr.
Gerichtet an
die Christen in Rom, die Paulus noch nicht besucht hatte
Stellung im Brief
Höhepunkt von Römer 8, nach der Lehre über Rettung und neues Leben
Art
Eine Frage, deren Antwort feststeht: niemand

Griechisch

Das Schlüsselwort

hyper für, zugunsten von – auch: an Stelle von, über … hinaus

Aussprache
hy-PER
Vorkommen
155-mal im Neuen Testament, allein dreimal in Römer 8,31–34.
Strong-Nummer
G5228ὑπέρhyper · Präposition · 155-mal im Neuen Testament„A primary preposition; "over", i.e. (with the genitive case) of place, above, beyond, across, or causal, for the sake of, instead, regarding; with the accusative case superior to, more than.“eine Grundpräposition; „über“, also (mit dem Genitiv) räumlich: oberhalb, jenseits, hinüber, oder begründend: um … willen, anstatt, betreffend; mit dem Akkusativ: überlegen, mehr als.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G5228 · ganzer Eintrag ↗

„Hyper“ ist ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Wörtlich heißt es „über“. Strong’s Wörterbuch nennt außerdem „um … willen“ und „anstatt“. Wer „hyper“ jemanden ist, stellt sich schützend auf seine Seite oder tritt sogar an seine Stelle. Im Deutschen kennen wir die Vorsilbe aus Wörtern wie „hyperaktiv“ – dort heißt sie „über das Maß hinaus“.

In Römer 8 steht das Wort dreimal kurz hintereinander: Gott ist für uns (Vers 31). Er hat seinen Sohn für uns alle gegeben (Vers 32). Christus tritt für uns ein (Vers 34). Dasselbe Wort steht auch in den Abendmahlsworten: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird“ (Lukas 22,19). Gottes „Für uns“ ist also keine bloße Sympathie. Es hat am Kreuz einen Preis gekostet.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Römer 8,31.

01

Was kann man dazu noch sagen?

Römer 8 ist einer der Höhepunkte der Bibel. Paulus beginnt mit der Zusage, dass es für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr gibt (8,1). Er spricht vom Heiligen Geist, der in den Glaubenden wohnt, und vom Leid dieser Welt, das einmal ein Ende hat. In den Versen 28 bis 30 beschreibt er Gottes Plan von der Erwählung bis zur Herrlichkeit. Dann hält er inne und fragt: „Was kann man dazu noch sagen?“ Mit Vers 31 beginnt eine Kette von Fragen, die alle dieselbe Antwort haben: niemand und nichts.

02

Ein „Wenn“, das feststeht

Das „Wenn“ klingt nach Zweifel, ist aber keiner. Im Griechischen steht hier eine Bedingung, die als wirklich vorausgesetzt wird. Man könnte auch übersetzen: „Da Gott für uns ist …“ Paulus hat das in den Kapiteln davor ausführlich begründet. Die Frage „Wer kann gegen uns sein?“ heißt auch nicht, dass es keine Gegner gibt. In Vers 35 zählt Paulus selbst Not, Angst, Verfolgung und Hunger auf. Aber keiner dieser Gegner kann Gottes Urteil umstoßen oder seine Liebe aufheben.

03

Die Begründung folgt sofort

Paulus stellt seine Aussage nicht einfach in den Raum, er begründet sie. Vers 32: Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont – wie sollte er uns dann etwas Gutes vorenthalten? Vers 33: Gott selbst spricht gerecht, also kann keine Anklage bestehen. Vers 34: Christus ist gestorben, auferstanden und tritt für uns ein. Manche Ausleger erinnert Vers 32 an Abraham, der bereit war, seinen einzigen Sohn Isaak nicht zu verschonen (1. Mose 22,12). Was Abraham am Ende erspart blieb, hat Gott selbst getan.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst schrieb Paulus diese Worte an die Christen in Rom, eine kleine Gemeinde in der Hauptstadt eines heidnischen Weltreichs. Wenige Jahre später wurden dort Christen grausam verfolgt. Für sie war die Frage „Wer kann gegen uns sein?“ keine leere Formel. Der Vers gilt allen, die durch den Glauben an Jesus zu Gott gehören. Das „uns“ meint die Menschen, von denen Paulus in den Versen 28 bis 30 spricht: die Gott lieben und von ihm berufen sind.

Der Vers ist kein Freibrief, mit dem man eigene Pläne oder Meinungen für unschlagbar erklärt. „Gott ist für uns“ heißt nicht: Gott ist für alles, was ich will. Es heißt: Gott hat sich in Jesus festgelegt, auf der Seite der Seinen zu stehen, auch in Leid und Niederlagen. Paulus selbst wurde geschlagen, eingesperrt und nach alter Überlieferung in Rom hingerichtet. Und doch schreibt er: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen (Römer 8,38–39).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Sprich den Vers deiner Angst entgegen

Wenn dich eine Prüfung, ein Gespräch oder eine Diagnose einschüchtert, sag dir bewusst: Gott ist für mich. Und dann frag mit Paulus: Wer kann da noch gegen mich sein?

2

Erinnere dich an den Beweis

Wenn du zweifelst, ob Gott wirklich auf deiner Seite steht, lies Vers 32. Wer seinen eigenen Sohn gegeben hat, wird dich nicht im Stich lassen.

3

Steh für andere ein

Gott ist „für“ dich. Überleg, für wen du in dieser Woche einstehen kannst: für eine Kollegin, die ausgegrenzt wird, oder einen Freund in einer schweren Zeit.

Gebet

Vater im Himmel, danke, dass du für mich bist und nicht gegen mich. In Jesus hast du mir das Wertvollste gegeben, was du hast. Wenn mir Menschen oder Umstände Angst machen, erinnere mich daran, dass nichts mich von deiner Liebe trennen kann. Amen.

Römer 8,31 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“
So übersetzte Luther Römer 8,31. „Wider“ ist ein altes Wort für „gegen“. Paulus meint: Weil Gott durch Jesus auf unserer Seite steht, kann kein Gegner – kein Mensch, keine Anklage, kein Leid – uns endgültig schaden oder von Gott trennen. Gegner gibt es, aber sie haben nicht das letzte Wort.
Wer hat Römer 8,31 geschrieben?
Der Apostel Paulus. Er schrieb den Brief um 57 n. Chr., wahrscheinlich während eines Aufenthalts in Korinth, an die Christen in Rom. Die Gemeinde kannte er noch nicht persönlich, er wollte sie aber bald besuchen (Römer 15,23–24).
Passt Römer 8,31 als Konfirmationsspruch?
Ja. Der Vers macht Mut für den eigenen Weg, ohne zu versprechen, dass alles leicht wird. Er sagt jungen Menschen: Gott steht auf deiner Seite. Gern wird er zusammen mit Vers 38–39 gelesen, wo Paulus sagt, dass nichts uns von Gottes Liebe trennen kann.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G5228 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .