Zum Inhalt springen
christliche bilderVers für heute

Römer 15,7Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, denn dadurch wird Gott geehrt.

Römer 15,7 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürHochzeitGemeindeVersöhnungFreundschaftJahreslosung 2015
Bibelvers Römer 15,7: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat – Offene Haustür am Abend
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

In Römer 15,7 fordert Paulus die Christen in Rom auf: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat.“ Der Maßstab ist nicht, ob mir der andere gefällt, sondern wie Jesus mich angenommen hat – ohne Vorleistung. Der Vers fasst einen längeren Abschnitt über Streit in der Gemeinde zusammen und war die Jahreslosung 2015. Er passt zur Hochzeit, zu Gemeindefesten und überall, wo verschiedene Menschen zusammengehören.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, um 57 n. Chr. in Korinth
Gerichtet an
die Gemeinde in Rom aus Juden und Nichtjuden
Teil des Buches
Abschluss von Römer 14,1–15,13 über Starke und Schwache im Glauben
Bekannt als
Jahreslosung 2015

Griechisch

Das Schlüsselwort

proslambanesthe annehmen, zu sich nehmen, bei sich aufnehmen

Aussprache
pros-lam-BA-nes-the
Vorkommen
12-mal im Neuen Testament, allein viermal in Römer 14,1–15,7.
Strong-Nummer
G4355προσλαμβάνωproslambano · Verb · 12-mal im Neuen Testament„From pros and lambano; to take to oneself, i.e. use (food), lead (aside), admit (to friendship or hospitality).“von pros und lambano; zu sich nehmen, das heißt (Speise) zu sich nehmen, (beiseite) nehmen, (in Freundschaft oder Gastfreundschaft) aufnehmen.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G4355 · ganzer Eintrag ↗

„Proslambano“ ist mehr als „dulden“. Das Wort bedeutet: jemanden zu sich nehmen, in die eigene Gemeinschaft hineinholen. Es wird für Gastfreundschaft gebraucht: Als Paulus nach dem Schiffbruch auf Malta strandete, nahmen die Bewohner alle Schiffbrüchigen freundlich bei sich auf (Apostelgeschichte 28,2). Und an Philemon schreibt Paulus über den entlaufenen Sklaven Onesimus: Nimm ihn auf, wie du mich aufnehmen würdest (Philemon 17).

In Römer 15,7 steht das Wort gleich zweimal: Ihr sollt einander annehmen, weil Christus euch angenommen hat. Dieselbe Bewegung, die Jesus zu uns hin gemacht hat, sollen wir zueinander machen. Schon am Anfang des Abschnitts heißt es: „Nehmt den an, der im Glauben schwach ist“, denn „Gott hat ihn angenommen“ (Römer 14,1.3). Gemeinde ist der Ort, an dem Menschen hereingeholt und nicht hinausgedrängt werden.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Römer 15,7.

01

Streit um Essen und Feiertage

In Römer 14 geht es um einen echten Konflikt. Manche Christen in Rom aßen kein Fleisch oder hielten bestimmte Tage für besonders heilig, andere sahen darin keine Pflicht mehr. Paulus nennt die einen „schwach im Glauben“, die anderen „stark“, und er sagt beiden: Verachtet einander nicht und verurteilt einander nicht. Jeder steht vor Gott und muss sich vor ihm verantworten. In 15,1–6 bittet er die Starken, Rücksicht zu nehmen, so wie auch Christus nicht für sich selbst lebte. Vers 7 fasst den ganzen Abschnitt in einem Satz zusammen.

02

Der Maßstab ist Christus

Paulus sagt nicht: Nehmt einander an, sobald ihr euch einig seid. Er sagt: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Jesus hat uns nicht angenommen, weil wir schon richtig dachten oder lebten, sondern als wir noch Sünder waren (Römer 5,8). Wer das erlebt hat, kann anderen den Zutritt nicht mehr verweigern, nur weil sie in Nebenfragen anders denken. Und das Ziel ist größer als ein gutes Klima: „dadurch wird Gott geehrt“. Eine Gemeinschaft, in der verschiedene Menschen einander annehmen, macht Gott sichtbar.

03

Juden und Völker an einem Tisch

Die folgenden Verse zeigen, wie weit der Satz reicht. Christus kam als Diener zu den Juden, um Gottes Zusagen an ihre Vorfahren wahr zu machen. Und er kam, damit auch die anderen Völker Gott für seine Barmherzigkeit ehren (Verse 8–9). Paulus zitiert dazu gleich vier Stellen aus dem Alten Testament. In Rom saßen Christen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft zusammen, mit ganz verschiedenen Gewohnheiten. Dass sie einander annehmen, war kein frommer Wunsch, sondern die sichtbare Erfüllung von Gottes altem Plan.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst richtete sich der Vers an Christen in Rom, die sich über Speisegebote und Feiertage stritten – Christen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft. Paulus nimmt die Frage ernst, aber er macht sie nicht zum Maßstab für Gemeinschaft. Für uns heißt das: In Fragen, die die Bibel offenlässt oder in denen treue Christen verschieden urteilen, sollen wir einander nicht ausschließen. Das betrifft Stilfragen, Gewohnheiten und Formen der Frömmigkeit.

Annehmen heißt aber nicht, alles gutzuheißen. Derselbe Paulus widerspricht deutlich, wo das Evangelium selbst verdreht wird (Galater 1,8–9) oder wo Sünde in der Gemeinde offen geduldet wird (1. Korinther 5). Jesus hat uns angenommen, um uns zu verändern, nicht um alles beim Alten zu lassen. So dürfen auch wir einander annehmen: mit offenen Armen und mit dem gemeinsamen Blick auf ihn.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Denk an einen bestimmten Menschen

Wer fällt dir ein, mit dem du dich schwertust? Überleg, wie du ihm diese Woche einen kleinen Schritt entgegengehen kannst – ein Gruß, eine Einladung, ein ehrliches Gespräch.

2

Für die Ehe

Als Trauspruch erinnert der Vers daran: Ihr werdet einander nicht immer verstehen. Aber ihr könnt einander immer wieder annehmen, weil ihr beide von Christus angenommen seid.

3

Unterscheide Wichtiges von Nebensachen

Bevor du in der Gemeinde über eine Frage streitest, frag dich: Geht es hier um das Evangelium oder um meine Gewohnheit? Bei Gewohnheiten darfst du großzügig sein.

Gebet

Herr Jesus, du hast mich angenommen, obwohl ich es nicht verdient habe. Danke dafür. Hilf mir, Menschen anzunehmen, die anders sind als ich, und gib mir Geduld und ein weites Herz. Lass unsere Gemeinschaft dich ehren. Amen.

Römer 15,7 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“?
Paulus fordert Christen auf, einander in die Gemeinschaft hineinzunehmen, auch wenn sie in Nebenfragen verschieden denken. Der Maßstab ist Jesus: Er hat uns ohne Vorleistung angenommen. Wer das erlebt hat, soll anderen genauso begegnen – und dadurch wird Gott geehrt.
Wann war Römer 15,7 die Jahreslosung?
Römer 15,7 war die Jahreslosung für das Jahr 2015. Nach der Lutherbibel lautete sie: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
Passt Römer 15,7 als Trauspruch?
Ja, der Vers wird gern als Trauspruch gewählt. Er sagt, worauf eine Ehe bauen kann: nicht darauf, dass beide in allem gleich sind, sondern darauf, dass beide von Christus angenommen sind und einander deshalb immer wieder annehmen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G4355 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .