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Epheser 4,32Vergebt euch gegenseitig

Seid stattdessen freundlich und mitfühlend zueinander und vergebt euch gegenseitig, wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat.

Epheser 4,32 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürHochzeitVergebungVersöhnungEheFamilieGemeinde
Bibelvers Epheser 4,32: Vergebt euch gegenseitig – Steinbrücke über ruhigem Fluss
Kostenlos · CC-Lizenz, nicht kommerziell · KI-unterstützt erstellt

Kurz erklärt

In Epheser 4,32 fordert Paulus die Christen auf, freundlich und mitfühlend miteinander umzugehen und einander zu vergeben. Der Grund steht gleich dabei: Gott hat ihnen durch Christus vergeben. Der Vers schließt einen Abschnitt ab, in dem Paulus zeigt, wie das neue Leben im Alltag aussieht – ohne Lüge, Bitterkeit und harte Worte. Er passt als Trauspruch und für alle, die in Familie oder Gemeinde Versöhnung suchen.

Geschrieben von
dem Apostel Paulus, als Gefangener (Epheser 4,1)
Gerichtet an
die Christen in Ephesus, einer großen Hafenstadt in Kleinasien
Teil des Briefes
Kapitel 4–6: wie das neue Leben im Alltag aussieht
Art
Eine Aufforderung mit Begründung: Vergebt, weil Gott euch vergeben hat

Griechisch

Das Schlüsselwort

charizomenoi vergebend – eigentlich: aus Gnade schenkend

Aussprache
cha-ri-SO-me-noi
Vorkommen
Das Verb „charizomai“ steht 23-mal im Neuen Testament, in Epheser 4,32 gleich zweimal.
Strong-Nummer
G5483χαρίζομαιcharizomai · Verb · 23-mal im Neuen Testament„Middle voice from charis; to grant as a favor, i.e. gratuitously, in kindness, pardon or rescue.“Medium von charis (Gnade); als Gefälligkeit gewähren, also umsonst, aus Freundlichkeit vergeben oder retten.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G5483 · ganzer Eintrag ↗

„Charizomai“ ist eng verwandt mit „charis“, dem griechischen Wort für Gnade. Vergeben heißt in diesem Wort: dem anderen etwas schenken, das er nicht verdient hat. Strong’s Wörterbuch umschreibt es mit „als Gefälligkeit gewähren“ – umsonst, aus Freundlichkeit. Wer so vergibt, streicht eine Schuld, ohne eine Gegenleistung zu verlangen.

Im Vers steht das Wort zweimal: Ihr sollt einander vergeben, wie Gott euch vergeben hat. Unsere Vergebung ist die Antwort auf Gottes Geschenk. Jesus erzählt dazu ein Gleichnis von zwei Schuldnern, denen der Geldverleiher die Schuld „schenkt“ (Lukas 7,41–43) – auch dort steht dieses Verb. Paulus gebraucht es ähnlich in Kolosser 3,13.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Epheser 4,32.

01

Altes ablegen, Neues anziehen

Ab Epheser 4,17 beschreibt Paulus den Unterschied zwischen dem alten Leben ohne Gott und dem neuen Leben mit Christus. Wie ein altes Kleid sollen die Christen das frühere Verhalten ablegen und den neuen Menschen anziehen (Vers 22–24). Dann wird er konkret: nicht lügen (Vers 25), den Zorn nicht über Nacht behalten (Vers 26), nicht stehlen, sondern arbeiten und teilen (Vers 28), aufbauend reden (Vers 29). Vers 31 nennt, was weg muss: Bitterkeit, Wut und üble Nachrede. Vers 32 sagt, was an seine Stelle tritt.

02

Drei Schritte zueinander

Paulus nennt drei Dinge. „Freundlich“ meint eine Güte, die dem anderen guttut, nicht bloß Höflichkeit. „Mitfühlend“ heißt im Griechischen wörtlich etwa „gut im Inneren“: Für die Menschen damals saßen die tiefen Gefühle in den Eingeweiden. Gemeint ist ein Mitgefühl, das einem an die Nieren geht. Und schließlich: einander vergeben. Das Wort „gegenseitig“ zeigt, dass niemand nur Opfer und niemand nur Täter ist. In einer Gemeinde und in einer Ehe sind alle immer wieder auf Vergebung angewiesen.

03

Wie Gott euch vergeben hat

Das kleine Wort „wie“ ist Maßstab und Grund zugleich. Gott hat nicht erst vergeben, als die Menschen sich gebessert hatten, sondern „durch Christus“ – durch seinen Tod am Kreuz. Schon in Epheser 1,7 schreibt Paulus, dass wir durch sein Blut Vergebung der Sünden haben. Wer weiß, wie viel ihm selbst vergeben ist, kann anderen leichter vergeben. Jesus hat das im Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht drastisch erzählt: Wer eine riesige Schuld erlassen bekommt, aber eine kleine nicht erlässt, hat Gottes Gnade nicht verstanden (Matthäus 18,21–35).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt der Vers den Christen in Ephesus. Dort kamen Menschen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft zusammen, die Christus zu einer Gemeinde gemacht hatte (Epheser 2,14). Dieses Miteinander sollte sich im Umgang zeigen. Für uns gilt dasselbe: Wo Christen zusammenleben – in Gemeinde, Familie oder Ehe –, soll man merken, dass ihnen vergeben wurde. Der Brief geht direkt weiter mit dem Aufruf, in der Liebe zu leben, so wie Christus uns geliebt hat (Epheser 5,2).

Vergeben heißt nicht, Unrecht kleinzureden. Paulus sagt sogar, dass Zorn nicht automatisch Sünde ist (Vers 26). Vergeben heißt: den Anspruch auf Vergeltung loslassen und Gott das Urteil überlassen (Römer 12,19). Das ist nicht immer dasselbe wie Versöhnung. Vertrauen, das schwer verletzt wurde, braucht oft Zeit und echte Umkehr des anderen. Aber der erste Schritt, die Schuld nicht mehr festzuhalten, liegt bei dir – und Gott gibt die Kraft dazu.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Fang beim Ton an

Freundlichkeit beginnt oft bei kleinen Dingen: wie du am Morgen grüßt, wie du auf eine Nachricht antwortest. Achte heute bewusst auf deinen Tonfall zu Hause.

2

Lass die Sonne nicht untergehen

Paulus rät, den Zorn nicht über Nacht zu behalten (Vers 26). Wenn ihr euch gestritten habt, sucht noch vor dem Schlafengehen ein versöhnliches Wort, auch wenn nicht alles geklärt ist.

3

Erinnere dich, was dir vergeben ist

Wenn dir das Vergeben schwerfällt, denk zuerst an deine eigene Schuld, die Gott gestrichen hat. Bitte ihn dann ehrlich um die Kraft, dem anderen dasselbe zu schenken.

Gebet

Vater im Himmel, du hast mir durch Jesus mehr vergeben, als ich ermessen kann. Mach mich freundlich und mitfühlend gegenüber den Menschen, mit denen ich lebe. Gib mir die Kraft, loszulassen, was ich anderen vorhalte. Amen.

Epheser 4,32 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet Epheser 4,32?
Paulus fordert Christen auf, freundlich und mitfühlend miteinander umzugehen und einander zu vergeben. Der Maßstab ist Gottes Vergebung: Er hat uns durch Christus vergeben, ohne dass wir es verdient hätten. Darum sollen auch wir anderen Schuld nicht ewig vorhalten.
Wie kann ich vergeben, wenn es sehr wehtut?
Vergebung ist oft kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man manchmal immer wieder treffen muss. Du darfst den Schmerz bei Gott aussprechen und ihm das Urteil überlassen. Vergeben heißt nicht, das Unrecht gutzuheißen oder sofort wieder zu vertrauen.
Passt Epheser 4,32 als Trauspruch?
Ja. Der Vers spricht von Freundlichkeit, Mitgefühl und Vergebung – genau das, was eine Ehe über viele Jahre trägt. Er erinnert ein Paar daran, dass beide aus Gottes Vergebung leben und einander dasselbe schenken dürfen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G5483 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .