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4. Mose 6,24-26Der HERR segne dich und behüte dich

Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR blicke dich freundlich an und sei dir gnädig! Der HERR wende sich dir in Liebe zu und gebe dir Frieden!

4. Mose 6,24-26 · Hoffnung für alle
Passt fürTaufeHochzeitAbschiedGeburtstagSegenGottesdienst
Bibelvers 4. Mose 6,24-26: Der HERR segne dich und behüte dich – Sonnenstrahlen über friedlichem Tal
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Kurz erklärt

4. Mose 6,24-26 ist der Segen, den Gott den Priestern Aaron und seinen Söhnen für Israel anvertraut hat. In drei Zeilen wird dreimal der Name des HERRN über Menschen ausgesprochen: Er soll segnen und behüten, freundlich ansehen und gnädig sein, sich zuwenden und Frieden geben. Gott sagt dazu: „Ich selbst werde mein Volk dann segnen“ (Vers 27). Bis heute steht dieser Segen am Ende vieler Gottesdienste und wird gern bei Taufe, Hochzeit und Abschied zugesprochen.

Aufgeschrieben von
Mose, während Israels Wüstenwanderung
Gesprochen von
den Priestern, Aaron und seinen Söhnen
Teil des Buches
4. Mose 6,22–27, der „aaronitische Segen“
Aufbau
drei Zeilen, dreimal der Gottesname, im Hebräischen 3, 5 und 7 Wörter

Hebräisch

Das Schlüsselwort

jewarechcha er segne dich – er beschenke dich mit Gutem

Aussprache
je-wa-RECH-cha
Vorkommen
Das Grundwort „barach“ steht 330-mal im Alten Testament, gleich am Anfang schon bei der Schöpfung.
Strong-Nummer
H1288בָּרַךְbarach · Verb · 330-mal im Alten Testament„A primitive root; to kneel; by implication to bless God (as an act of adoration), and (vice-versa) man (as a benefit); also (by euphemism) to curse (God or the king, as treason).“eine Grundwurzel; knien; daraus: Gott segnen (als Akt der Anbetung) und umgekehrt den Menschen (als Wohltat); auch (verhüllend) fluchen (gegen Gott oder den König, als Hochverrat).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H1288 · ganzer Eintrag ↗

Segnen ist in der Bibel mehr als ein frommer Wunsch. Wenn Gott segnet, schenkt er Leben, Wachstum und Gelingen: Schon die ersten Tiere und Menschen werden gesegnet, damit sie fruchtbar sind (1. Mose 1,22.28). Strong’s Wörterbuch verbindet das Wort mit dem Knien. Wer Gott „segnet“, beugt sich vor ihm und lobt ihn; wenn Gott einen Menschen segnet, beugt er sich gewissermaßen zu ihm herab und beschenkt ihn.

Im Priestersegen spricht nicht der Priester aus eigener Kraft. Er legt Gottes Namen auf das Volk, und Gott selbst handelt: „Ich selbst werde mein Volk dann segnen“, sagt er in Vers 27. Das Neue Testament nimmt den Faden auf: Gott hat uns in Christus mit allem geistlichen Segen beschenkt (Epheser 1,3). Und das Letzte, was die Jünger von Jesus vor seiner Himmelfahrt sahen, waren seine segnend erhobenen Hände (Lukas 24,50–51).

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von 4. Mose 6,24-26.

01

Ein Segen mitten in der Wüste

Israel ist am Berg Sinai. Gott hat seinem Volk Gebote gegeben, ein Heiligtum bauen lassen und Priester eingesetzt. Die ersten Kapitel des 4. Buches Mose ordnen das Lager: Stämme werden gezählt, Aufgaben verteilt, Regeln für Reinheit und für besondere Gelübde festgelegt. Am Ende dieser Ordnungen steht kein weiteres Gebot, sondern ein Segen. Gott sagt Mose wörtlich, mit welchen Worten die Priester das Volk segnen sollen. Bevor Israel aufbricht, um durch die Wüste ins versprochene Land zu ziehen, bekommt es zugesagt, dass Gott es begleiten will.

02

Gottes Angesicht

Die drei Zeilen werden von Zeile zu Zeile länger und gehen immer tiefer. Zuerst: Segen und Schutz. Dann zweimal das Angesicht Gottes. Wörtlich heißt es, der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und er erhebe sein Angesicht auf dich. Gemeint ist ein Gott, der dich nicht übersieht, sondern dich freundlich anschaut wie ein Vater sein Kind. Am Ende steht „Schalom“: Das ist mehr als Ruhe ohne Streit. Es meint ein ganzes, heiles Leben, in dem du mit Gott, mit Menschen und mit dir selbst im Reinen bist.

03

Die älteste Bibelabschrift

Wie wichtig Israel dieser Segen war, zeigt ein Fund aus Jerusalem. 1979 entdeckten Archäologen in einer Grabanlage am Hinnom-Tal zwei winzige, zusammengerollte Silberplättchen. Darauf ist der Priestersegen eingeritzt. Die Röllchen stammen aus der Zeit um 600 vor Christus, also noch aus der Zeit vor dem babylonischen Exil. Sie gelten als die ältesten bekannten Abschriften eines Bibeltextes. Jemand hat sich diesen Segen vermutlich um den Hals gehängt oder einem Verstorbenen mitgegeben. Die Worte begleiteten Menschen durchs Leben und bis in den Tod.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt der Segen dem Volk Israel. Die Priester sprachen ihn im Auftrag Gottes über die versammelte Gemeinde. Wichtig ist Vers 27: Die Priester legen Gottes Namen auf das Volk, aber segnen tut Gott selbst. Für Christen ist Jesus der große Hohepriester (Hebräer 4,14). Durch ihn kommt Gottes Segen zu allen Menschen, wie es Abraham schon versprochen war (Galater 3,14). Darum darf dieser Segen heute in jedem Gottesdienst und über jedem Christen ausgesprochen werden.

Manche Ausleger sehen im dreifachen Gottesnamen einen leisen Hinweis auf den dreieinigen Gott, wie er im Neuen Testament klar wird (2. Korinther 13,13). Andere halten das für zu weit gegriffen. Unbestritten ist: Das freundliche Angesicht Gottes hat ein Gesicht bekommen. Paulus schreibt, dass die Herrlichkeit Gottes im Angesicht von Jesus Christus aufleuchtet (2. Korinther 4,6). Wer Jesus kennt, weiß, wie Gott dich ansieht.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Lass dich segnen

Am Ende des Gottesdienstes musst du nichts mehr leisten. Nimm den Segen bewusst mit: Gott schaut dich freundlich an, auch in der neuen Woche.

2

Segne andere

Eltern können ihren Kindern abends diesen Segen zusprechen, vielleicht mit einer Hand auf dem Kopf. Auch in eine Karte zur Taufe, Hochzeit oder zum Abschied passt er.

3

Such Gottes Angesicht

Wenn du dich übersehen fühlst, denk daran: Gott wendet dir sein Gesicht zu. Nimm dir einen Moment Stille und sag ihm, was dich gerade beschäftigt.

Gebet

Herr, danke, dass du mich nicht übersiehst, sondern mich freundlich anschaust. Segne und behüte mich und die Menschen, die ich liebe. Schenk uns deinen Frieden, heute und auf dem ganzen Weg. Amen.

4. Mose 6,24-26 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was ist der aaronitische Segen?
So heißt der Segen aus 4. Mose 6,24-26. Gott gab ihn Mose für Aaron, den ersten Hohepriester, und dessen Söhne. Sie sollten damit das Volk Israel segnen. Viele Kirchen schließen bis heute ihre Gottesdienste mit diesen Worten.
Was bedeutet „Der HERR lasse sein Angesicht leuchten“?
Das Bild kommt vom menschlichen Gesicht: Wer dich freundlich anlächelt, zeigt dir, dass er dich mag. So wendet sich Gott dir zu, schenkt dir seine Gnade und lässt dich nicht im Dunkeln stehen. Die Übersetzung Hoffnung für alle gibt das mit „Der HERR blicke dich freundlich an“ wieder.
Passt 4. Mose 6,24-26 als Taufspruch oder Trauspruch?
Ja, sehr gut. Der Segen stellt einen Menschen oder ein Paar unter Gottes Schutz, seine Gnade und seinen Frieden. Oft wird nur Vers 24 gewählt: „Der HERR segne dich und behüte dich!“

Bibeltext: Bibeltext aus der Hoffnung für alle®, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Verlags Fontis – Brunnen Basel.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H1288 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .