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2. Mose 23,20Ich werde einen Engel vor euch hergehen lassen

Ich werde einen Engel vor euch hergehen lassen, der euch unterwegs beschützt und euch in das Land bringt, das ich für euch bestimmt habe.

2. Mose 23,20 · Neues Leben. Die Bibel
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Bibelvers 2. Mose 23,20: Ich werde einen Engel vor euch hergehen lassen – Kraniche ziehen im Abendlicht
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Kurz erklärt

In 2. Mose 23,20 verspricht Gott dem Volk Israel am Berg Sinai: „Ich werde einen Engel vor euch hergehen lassen.“ Dieser Bote soll Israel auf dem langen Weg durch die Wüste beschützen und es in das Land bringen, das Gott für sein Volk vorbereitet hat. Die Zusage steht am Ende der Gesetze, die Gott Mose gab, und ist mit dem Aufruf verbunden, auf diesen Boten zu hören. Der Vers wird gern als Reisesegen und Konfirmationsspruch gewählt.

Geschrieben von
Mose
Gerichtet an
das Volk Israel am Berg Sinai, kurz nach dem Auszug aus Ägypten
Teil des Buches
der Schluss des „Bundesbuches“, 2. Mose 20–23
Art
Eine Verheißung, verbunden mit dem Aufruf zum Gehorsam

Hebräisch

Das Schlüsselwort

hachinoti ich habe bereitet – fest hingestellt, vorbereitet

Aussprache
ha-chi-NO-ti
Vorkommen
Das Grundwort „kun“ steht laut Bible Hub 219-mal im Alten Testament.
Strong-Nummer
H3559כּוּןkun · Verb · 219-mal im Alten Testament„A primitive root; properly, to be erect (i.e. stand perpendicular); hence (causatively) to set up, in a great variety of applications, whether literal (establish, fix, prepare, apply), or figurative (appoint, render sure, proper or prosperous).“eine Grundwurzel; eigentlich: aufrecht sein (also senkrecht stehen); daher (veranlassend) aufstellen, in sehr vielen Anwendungen, wörtlich (gründen, festmachen, vorbereiten, anbringen) oder bildlich (bestimmen, sicher machen, recht oder gelingen lassen).Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H3559 · ganzer Eintrag ↗

Das Wort steht ganz am Ende des Verses und wird leicht überlesen. Im Grundtext heißt es: „an den Ort, den ich bereitet habe“. Strong’s Wörterbuch erklärt die Grundbedeutung mit einem Bild: aufrecht stehen, senkrecht stehen. Daraus wird „aufstellen“, „festmachen“, „vorbereiten“. Gott hat das Ziel nicht nur ausgesucht, er hat es fest hingestellt, bevor Israel überhaupt losging.

Mit demselben Wort heißt es später, dass der HERR die Schritte eines Menschen lenkt und festmacht (Sprüche 16,9). Und es erinnert an das, was Jesus am letzten Abend sagt: Er geht voraus, um für die Seinen einen Platz vorzubereiten (Johannes 14,2–3). Dort steht zwar ein griechisches Wort, aber der Gedanke ist derselbe: Wer mit Gott unterwegs ist, geht auf ein vorbereitetes Ziel zu.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von 2. Mose 23,20.

01

Eine Zusage am Sinai

Israel ist aus Ägypten befreit und lagert am Berg Sinai. Gott hat die Zehn Gebote gegeben (2. Mose 20) und danach in den Kapiteln 21–23 viele Regeln für das Zusammenleben. Ausleger nennen diesen Teil das „Bundesbuch“, nach 2. Mose 24,7. Am Ende blickt Gott nach vorn: Vor Israel liegt eine lange Wanderung durch die Wüste, und im Land warten feindliche Völker. Gott verspricht: Ihr geht diesen Weg nicht allein. Gleich danach folgt die Mahnung, auf den Boten zu hören und sich nicht gegen ihn aufzulehnen (Vers 21–22).

02

Wer ist dieser Engel?

Das hebräische Wort „malach“ heißt einfach „Bote“. Über diesen Boten sagt Gott etwas Besonderes: Er vergibt Auflehnung nicht, „weil mein Name in ihm ist“ (Vers 21). Über Schuld entscheiden kann sonst nur Gott. Darum sehen viele bibeltreue Ausleger hier den „Engel des HERRN“, der an anderen Stellen wie Gott selbst spricht (2. Mose 3,2–6), manche sogar den Sohn Gottes vor seiner Menschwerdung. Andere denken an einen hohen, von Gott gesandten Engel. Einig sind sie darin: Durch diesen Boten führt Gott selbst. Schon am Roten Meer zog der Engel Gottes vor Israel her (2. Mose 14,19).

03

Ein vorbereitetes Ziel

Die NLB gibt das Schlusswort „hachinoti“ mit „das ich für euch bestimmt habe“ wieder. Das Land Kanaan war kein Zufallsziel. Gott hatte es schon Abraham versprochen (1. Mose 15,18), Jahrhunderte bevor Israel aus Ägypten zog. Das Volk sollte nicht ins Ungewisse wandern, sondern dorthin, wo Gott längst alles vorbereitet hatte. Der Bote geht voran, der Weg wird bewacht, und das Ziel steht fest.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst galt die Zusage Israel auf dem Weg ins verheißene Land. Sie gehörte zum Bund, den Gott am Sinai mit seinem Volk schloss, und war an Vertrauen und Gehorsam geknüpft (Vers 21–22). Als Israel kurz darauf ein goldenes Kalb anbetete, stand Gottes Begleitung auf dem Spiel. Erst als Mose für das Volk eintrat, sagte Gott zu, dass er selbst mitgehen werde (2. Mose 33,14). Der Vers ist also kein Automatismus, sondern Teil einer Beziehung.

Das Neue Testament zeigt, dass Gott die Seinen bis heute führt. Der Hebräerbrief nennt Engel dienende Geister, die Gott für die aussendet, die das Heil erben sollen (Hebräer 1,14). Vor allem aber geht Jesus selbst voraus: Er bereitet den Seinen einen Platz beim Vater (Johannes 14,2–3). Wie Israel ein Land vor sich hatte, haben Christen eine Zukunft bei Gott vor sich, und auf dem Weg dorthin sind sie nicht allein.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Brich nicht allein auf

Vor einer Reise, einem Umzug oder einem neuen Lebensabschnitt kannst du beten: Herr, geh du voran. Du musst nicht jede Etappe kennen, um den ersten Schritt zu tun.

2

Hör auf den, der führt

Gott verbindet seine Führung mit dem Aufruf, auf ihn zu hören. Lies regelmäßig in der Bibel und frag dich, was er dir für deinen nächsten Wegabschnitt sagt.

3

Ein Segen für junge Menschen

Der Vers passt gut für Konfirmanden oder für jemanden, der zu Hause auszieht. Schreib ihn auf eine Karte und erzähl dazu, wo Gott dich selbst geführt hat.

Gebet

Herr, danke, dass du mich nicht allein losschickst. Geh mir voran, behüte mich unterwegs und bring mich an das Ziel, das du für mich vorbereitet hast. Hilf mir, auf deine Stimme zu hören. Amen.

2. Mose 23,20 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Wer ist der Engel in 2. Mose 23,20?
Die Bibel nennt keinen Namen. Weil Gott sagt, sein Name sei in diesem Boten, sehen viele Ausleger hier den „Engel des HERRN“, durch den Gott selbst spricht und handelt – manche denken an den Sohn Gottes vor seiner Menschwerdung. Andere verstehen ihn als einen hohen, von Gott gesandten Engel.
Was bedeutet „Ich werde einen Engel vor euch hergehen lassen“?
Gott verspricht Israel, es auf dem Weg durch die Wüste nicht allein zu lassen. Sein Bote geht voraus, beschützt das Volk und bringt es in das Land, das Gott vorbereitet hat. Zur Zusage gehört der Aufruf, diesem Boten zu vertrauen und zu gehorchen.
Passt 2. Mose 23,20 als Reisesegen oder Konfirmationsspruch?
Ja. Der Vers spricht von Aufbruch, Schutz unterwegs und einem guten Ziel. Darum wird er gern vor Reisen, bei Umzügen und als Konfirmationsspruch gewählt, wenn junge Menschen ihren eigenen Weg beginnen.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H3559 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .