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Lukas 15Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden

Wir mussten diesen Freudentag feiern, denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurückgekehrt! Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden!

Lukas 15,32 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürVergebungUmkehrGnadeNeuanfangTaufeFamilie
Bibelvers Lukas 15: Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden – Hirte trägt ein Lamm heim
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Kurz erklärt

Lukas 15 enthält drei Gleichnisse, die Jesus erzählt: vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Münze und vom verlorenen Sohn. Anlass ist der Vorwurf der Pharisäer, dass Jesus mit Sündern isst. Alle drei Geschichten zeigen, wie sehr Gott Verlorene sucht und wie groß die Freude ist, wenn einer zu ihm zurückkehrt. Der Satz des Vaters „Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden“ fasst das ganze Kapitel zusammen und macht es zu einem Trosttext für jeden Neuanfang.

Geschrieben von
Lukas, Arzt und Reisebegleiter des Paulus
Erzählt von
Jesus, als Antwort auf das Murren der Pharisäer
Inhalt
drei Gleichnisse: Schaf, Münze, zwei Söhne
Besonderheit
Münze und verlorener Sohn stehen nur bei Lukas

Griechisch

Das Schlüsselwort

apololos verloren – auch: zugrunde gegangen, verloren gegangen

Aussprache
a-po-lo-LOS
Vorkommen
Das Grundwort „apollymi“ steht 92-mal im Neuen Testament, allein achtmal in Lukas 15.
Strong-Nummer
G622ἀπόλλυμιapollymi · Verb · 92-mal im Neuen Testament„From apo and the base of olethros; to destroy fully (reflexively, to perish, or lose), literally or figuratively.“von apo (weg) und dem Stamm von olethros (Verderben); völlig zugrunde richten (rückbezüglich: umkommen oder verlieren), wörtlich oder bildlich.Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. G622 · ganzer Eintrag ↗

„Apollymi“ hat zwei Seiten: verlieren und zugrunde gehen. Ein Schaf, das sich in der Wüste verirrt, ist nicht nur weg, es ist in Lebensgefahr. Der jüngere Sohn sagt im fernen Land mit demselben Wort: „Ich sterbe hier vor Hunger“ (Vers 17). Verloren sein heißt in der Bibel also mehr als den Weg nicht kennen. Es heißt, von Gott, der Quelle des Lebens, getrennt zu sein.

Dasselbe Wort steht im bekanntesten Vers der Bibel: Gott gab seinen Sohn, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen (Johannes 3,16). Und nach der Begegnung mit Zachäus fasst Jesus seinen Auftrag zusammen: Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten (Lukas 19,10). Lukas 15 erzählt dazu die Geschichten.

Lukas 15 · Neues Leben. Die Bibel

Die drei Gleichnisse (Vers 3–32)

  1. 3Deshalb erzählte Jesus ihnen folgendes Gleichnis:
  2. 4»Wenn jemand hundert Schafe hätte, und eines würde weglaufen und sich in der Wüste verirren, würde er dann nicht die neunundneunzig Schafe zurücklassen, um das verlorene zu suchen, bis er es wiedergefunden hätte?
  3. 5Und dann würde er es voller Freude auf seinen Schultern nach Hause tragen.
  4. 6Wieder daheim, würde er alle Freunde und Nachbarn zusammenrufen, damit sie sich mit ihm darüber freuen, dass er sein verlorenes Schaf wiedergefunden hat.
  5. 7Genauso ist im Himmel die Freude über einen verlorenen Sünder, der zu Gott zurückkehrt, größer als über neunundneunzig andere, die gerecht sind und gar nicht erst vom Weg abirrten!
  6. 8Oder nehmt einmal an, eine Frau hätte zehn Drachmen und würde eine verlieren. Würde sie nicht eine Lampe anzünden und das ganze Haus auf den Kopf stellen, bis sie sie gefunden hätte?
  7. 9Und wenn sie sie gefunden hätte, würde sie nicht ihre Freundinnen und Nachbarinnen rufen, damit sie sich mit ihr freuen, dass sie ihre verlorene Münze wiedergefunden hat?
  8. 10Genauso herrscht Freude bei den Engeln Gottes, wenn auch nur ein einziger Sünder bereut und auf seinem Weg umkehrt.«
  9. 11Und Jesus erzählte ihnen auch folgendes Gleichnis: »Ein Mann hatte zwei Söhne.
  10. 12Der jüngere Sohn sagte zu seinem Vater: ›Ich möchte mein Erbteil von deinem Besitz schon jetzt haben.‹ Da erklärte der Vater sich bereit, seinen Besitz zwischen seinen Söhnen aufzuteilen.
  11. 13Einige Tage später packte der jüngere Sohn seine Sachen und ging auf Reisen in ein fernes Land, wo er sein ganzes Geld verprasste.
  12. 14Etwa um die Zeit, als ihm das Geld ausging, brach in jenem Land eine große Hungersnot aus, und er hatte nicht genug zu essen.
  13. 15Da überredete er einen Bauern, ihm Arbeit zu geben, und er durfte seine Schweine hüten.
  14. 16Der junge Mann war so hungrig, dass er die Schoten, die er an die Schweine verfütterte, am liebsten selbst gegessen hätte. Aber niemand gab ihm etwas.
  15. 17Schließlich überlegte er und sagte sich: ›Daheim haben die Tagelöhner mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger!
  16. 18Ich will zu meinem Vater nach Hause gehen und sagen: Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und auch gegen dich,
  17. 19und ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Bitte stell mich als einen deiner Tagelöhner ein.‹
  18. 20So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn.
  19. 21Sein Sohn sagte zu ihm: ›Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und auch gegen dich, und bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.‹
  20. 22Aber sein Vater sagte zu den Dienern: ›Schnell! Bringt die besten Kleider im Haus und zieht sie ihm an. Holt einen Ring für seinen Finger und Sandalen für seine Füße.
  21. 23Und schlachtet das Kalb, das wir im Stall gemästet haben,
  22. 24denn mein Sohn hier war tot und ist ins Leben zurückgekehrt. Er war verloren, aber nun ist er wiedergefunden.‹ Und ein Freudenfest begann.
  23. 25Währenddessen war der ältere Sohn draußen auf den Feldern und arbeitete. Als er heimkam, hörte er Musik und Tanz im Haus
  24. 26und fragte einen der Diener, was da los sei.
  25. 27›Dein Bruder ist wieder da‹, erfuhr er, ›und dein Vater hat das Kalb geschlachtet, das wir gemästet hatten, und gibt nun ein großes Fest. Wir feiern, dass er wohlbehalten zurückgekehrt ist.‹
  26. 28Da wurde der ältere Bruder zornig und wollte nicht ins Haus gehen. Sein Vater kam heraus und redete ihm zu,
  27. 29aber er sagte: ›All die Jahre habe ich schwer für dich gearbeitet und dir nicht ein einziges Mal widersprochen, wenn du mir etwas aufgetragen hast. Und in dieser ganzen Zeit hast du mir nicht einmal eine junge Ziege gegeben, um mit meinen Freunden ein Fest zu feiern.
  28. 30Doch jetzt, wenn dein Sohn daherkommt, nachdem er dein Geld mit Huren durchgebracht hat, feierst du und schlachtest unser bestes Kalb.‹
  29. 31Sein Vater sagte zu ihm: ›Sieh, mein lieber Sohn, du und ich, wir stehen uns sehr nahe, und alles, was ich habe, gehört dir.
  30. 32Wir mussten diesen Freudentag feiern, denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurückgekehrt! Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden!‹«

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Lukas 15.

01

Wer zuhört

Das Kapitel beginnt mit zwei Gruppen. Steuereintreiber und andere Menschen mit schlechtem Ruf kommen zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und Schriftgelehrten nehmen Anstoß: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen (Vers 1–2). Gemeinsames Essen bedeutete damals Gemeinschaft und Annahme. Auf diesen Vorwurf antwortet Jesus nicht mit einer Rede, sondern mit drei Geschichten. Beide Gruppen sollen sich darin wiederfinden, die Sünder im jüngeren Sohn, die Frommen im älteren.

02

Ein Vater, der rennt

Die drei Gleichnisse steigern sich: eins von hundert, eins von zehn, einer von zwei. Immer wird gesucht, gefunden und gefeiert. Beim verlorenen Sohn wird es persönlich. Sein Erbe schon zu Lebzeiten zu verlangen, war eine schwere Kränkung des Vaters. Doch der Vater wartet, sieht ihn von Weitem und läuft ihm entgegen. Viele Ausleger betonen, dass ein angesehener älterer Mann im Orient damals nicht rannte. Er unterbricht das vorbereitete Schuldbekenntnis und lässt dem Sohn Gewand, Ring und Sandalen bringen: Zeichen, dass er wieder Sohn ist, nicht Knecht.

03

Der ältere Bruder bleibt draußen

Die Geschichte endet nicht mit dem Fest, sondern mit dem älteren Sohn. Er hat immer gearbeitet und nie widersprochen, aber er ärgert sich über die Gnade für seinen Bruder. Er sagt nicht „mein Bruder“, sondern „dein Sohn“. Der Vater geht auch ihm nach und lädt ihn ein: Alles, was ich habe, gehört dir. Ob der ältere Bruder hineingeht, erzählt Jesus nicht. Die Frage bleibt offen, und sie richtet sich an die Pharisäer, die zuhören, und an jeden Leser.

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst sprach Jesus zu Pharisäern und Schriftgelehrten, die meinten, Gott wolle mit Sündern nichts zu tun haben. Er zeigt ihnen: Gott sucht Verlorene, und der Himmel freut sich über jeden, der umkehrt (Vers 7 und 10). Gleichzeitig verteidigt Jesus damit sein eigenes Handeln. Wenn er mit Sündern isst, tut er genau das, was der Hirte, die Frau und der Vater in den Geschichten tun.

Für uns heißt das: Niemand ist zu weit weg, um heimzukommen. Die Gleichnisse zeigen aber auch, dass Umkehr dazugehört. Der Sohn kehrt um und kommt nach Hause. Und wer sich für fromm hält, wird gefragt, ob er sich mitfreuen kann. Dass der Vater den Sohn aufnehmen kann, ohne dass Schuld einfach egal ist, wird am Kreuz deutlich: Jesus hat die Schuld getragen, damit Verlorene heimkommen dürfen.

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Komm nach Hause

Wenn du dich weit weg von Gott fühlst, musst du nicht erst alles in Ordnung bringen. Der Vater wartet schon. Ein ehrliches Gebet ist der erste Schritt.

2

Prüf deine Haltung

Gibt es jemanden, dem du Gottes Gnade nicht gönnst? Der ältere Bruder ist eine Einladung, das eigene Herz ehrlich anzuschauen.

3

Feiere mit

Wenn jemand in deinem Umfeld zum Glauben findet oder neu anfängt, freu dich laut mit – mit einer Nachricht, einem Besuch oder einer Einladung zum Essen.

Gebet

Vater im Himmel, danke, dass du Verlorene suchst und mir entgegenkommst. Ich bringe dir, was mich von dir getrennt hat, und vertraue auf deine Vergebung durch Jesus. Bewahre mich davor, anderen deine Gnade zu missgönnen, und lass mich mitfeiern, wenn jemand heimkommt. Amen.

Lukas 15 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was ist die Botschaft von Lukas 15?
Gott sucht Menschen, die sich von ihm entfernt haben, und freut sich über jeden, der zu ihm zurückkehrt. Die drei Gleichnisse vom verlorenen Schaf, der verlorenen Münze und dem verlorenen Sohn zeigen das auf drei Arten. Das Ende mit dem älteren Bruder fragt außerdem, ob wir uns über Gottes Gnade für andere freuen können.
Warum erzählte Jesus das Gleichnis vom verlorenen Sohn?
Pharisäer und Schriftgelehrte hatten sich darüber beschwert, dass Jesus sich mit Steuereintreibern und Sündern abgab und mit ihnen aß. Mit den Gleichnissen erklärt Jesus, warum er das tut: So handelt Gott selbst. Er sucht die Verlorenen und lädt auch die Selbstgerechten ein.
Passt Lukas 15 als Taufspruch?
Ja, besonders der Satz „Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden“ oder Vers 7 über die Freude im Himmel. Beide passen gut zu einer Taufe, bei der jemand bewusst umkehrt und neu mit Gott beginnt.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. G622 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .