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Hiob 1,21Gelobt sei der Name des HERRN

Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, und nackt werde ich sein, wenn ich sterbe. Der HERR hat mir alles gegeben und der HERR hat es mir wieder weggenommen. Gelobt sei der Name des HERRN!

Hiob 1,21 · Neues Leben. Die Bibel
Passt fürTrauerBeerdigungVerlustVertrauenLeid
Bibelvers Hiob 1,21: Gelobt sei der Name des HERRN – Kniende Gestalt in der Wüste
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Kurz erklärt

In Hiob 1,21 antwortet Hiob auf die schlimmste Nachricht seines Lebens: An einem einzigen Tag hat er seinen Besitz und alle zehn Kinder verloren. Er zerreißt seine Kleider, wirft sich zu Boden und sagt: Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen, gelobt sei der Name des HERRN. Der Vers verbindet ehrliche Trauer mit tiefem Vertrauen. Darum wird er oft bei Beerdigungen und in Traueranzeigen verwendet, meist in der Lutherfassung „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“.

Gesprochen von
Hiob, nachdem er Besitz und Kinder verloren hatte
Geschrieben von
unbekannt; die jüdische Überlieferung nennt Mose
Teil des Buches
die Rahmenerzählung des Buches Hiob, Kapitel 1–2
Art
Bekenntnis des Vertrauens mitten in der Trauer

Hebräisch

Das Schlüsselwort

mevorach gelobt, gepriesen, gesegnet

Aussprache
me-wo-RACH
Vorkommen
Das Grundwort „barach“ steht 330-mal im Alten Testament, im Buch Hiob mit einer besonderen Doppeldeutigkeit.
Strong-Nummer
H1288בָּרַךְbarach · Verb · 330-mal im Alten Testament„A primitive root; to kneel; by implication to bless God (as an act of adoration), and (vice-versa) man (as a benefit); also (by euphemism) to curse (God or the king, as treason)“eine Grundwurzel; knien; davon abgeleitet: Gott segnen (als Akt der Anbetung) und umgekehrt den Menschen (als Wohltat); auch (verhüllend) Gott oder den König verfluchen (als Hochverrat)Strong’s Exhaustive Concordance (1890) · Nr. H1288 · ganzer Eintrag ↗

„Barach“ bedeutet ursprünglich „knien“. Wer Gott segnet oder lobt, beugt sich vor ihm nieder. Genau das tut Hiob: Er wirft sich zu Boden und betet an (Hiob 1,20). Dasselbe Wort steht, wenn Gott Menschen segnet – Segen fließt von Gott zum Menschen, Lob fließt vom Menschen zu Gott zurück.

Im Buch Hiob hat das Wort eine überraschende Rolle. Der Satan behauptet, Hiob werde Gott ins Gesicht „segnen“, wenn er alles verliert (Hiob 1,11). Gemeint ist: verfluchen. Die hebräische Erzählung umschreibt das Fluchen gegen Gott mit „segnen“, wie Strong’s Wörterbuch vermerkt. Und dann geschieht das Gegenteil: Hiob segnet Gott wirklich. Mit demselben Wort, mit dem der Satan seinen Fall vorhersagte, bekennt Hiob seine Treue.

Auslegung

Was der Text sagt

Hintergrund, Zusammenhang und die wichtigsten Begriffe von Hiob 1,21.

01

Ein Tag, der alles nimmt

Hiob lebte im Land Uz, war reich und hatte sieben Söhne und drei Töchter. Gott selbst nennt ihn untadelig und aufrichtig (Hiob 1,8). Der Satan behauptet, Hiob glaube nur, weil es ihm gut gehe. Gott lässt zu, dass Hiob geprüft wird. Dann kommen vier Boten, einer nach dem anderen: Räuber stehlen die Rinder und Esel, ein Blitz trifft die Schafe, Räuberbanden nehmen die Kamele. Zuletzt stürzt ein Haus ein und begräbt alle zehn Kinder. Hiob weiß von dem Gespräch im Himmel nichts.

02

Trauer und Anbetung zugleich

Hiob überspielt seinen Schmerz nicht. Er zerreißt seine Kleider und schert sich den Kopf, beides Zeichen tiefer Trauer. Dann fällt er zu Boden und betet an. Sein Satz hat drei Teile: Ich kam nackt und gehe nackt – nichts gehörte mir je wirklich. Gott hat gegeben und Gott hat genommen – er bleibt der Herr über alles. Und darum: Gelobt sei sein Name. Der folgende Vers sagt ausdrücklich, dass Hiob sich damit nicht versündigte (Hiob 1,22).

03

Nicht das letzte Wort

Hiob 1,21 ist ein Anfang, kein Schluss. In den folgenden Kapiteln klagt Hiob bitter, verflucht den Tag seiner Geburt und ringt mit Gott. Auch das gehört zum Glauben, und Gott nimmt es ernst. Am Ende spricht Gott selbst zu Hiob, und Hiob beugt sich vor seiner Größe (Hiob 42,1–6). Gott schenkt ihm später wieder Kinder und doppelten Besitz. Jakobus erinnert an Hiobs Geduld und an das gute Ende, das Gott ihm gab (Jakobus 5,11).

Verstehen heute

Wie wir den Vers richtig lesen

Zuerst ist Hiob 1,21 die Antwort eines einzelnen Menschen in einer ganz bestimmten Lage. Hiob erklärt nicht, warum das Leid geschah, er kennt den Grund nicht. Er hält nur fest, dass Gott auch jetzt Gott ist. Das Buch Hiob zeigt: Leid ist nicht automatisch Strafe für Schuld. Hiobs Freunde behaupteten das, und Gott gab ihnen am Ende Unrecht (Hiob 42,7).

Für Christen bekommt der Vers durch Jesus eine neue Tiefe. Auch Jesus kam arm in die Welt, und am Kreuz nahm man ihm sogar die Kleider (Johannes 19,23–24). Er litt unschuldig und rief, Gott habe ihn verlassen. Doch Gott hat ihn auferweckt. Darum dürfen Trauernde hoffen, dass Gott nicht nur nimmt, sondern einmal alles neu macht und alle Tränen abwischt (Offenbarung 21,4).

Für dein Leben

Was das für dich heißt

1

Trauer darf sichtbar sein

Hiob zerreißt seine Kleider, bevor er Gott lobt. Du musst deine Tränen nicht verstecken, um zu glauben. Sag Gott, was dir genommen wurde.

2

Halte locker, was du hast

Schau heute auf das, was dir anvertraut ist: Menschen, Gesundheit, Besitz. Danke Gott dafür, als ein Geschenk, nicht als ein Recht.

3

Vorsicht mit dem Vers

Wenn jemand trauert, sprich diesen Satz nicht als schnelle Antwort aus. Bete ihn lieber still für den anderen, bis er ihn vielleicht selbst sagen kann.

Gebet

Herr, alles, was ich habe, kommt von dir. Wenn du nimmst, verstehe ich dich oft nicht, und es tut weh. Hilf mir, dir trotzdem zu vertrauen und deinen Namen zu loben, auch mit Tränen. Amen.

Hiob 1,21 · Häufige Fragen

Fragen zum Vers

Was bedeutet „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“?
Hiob sagt damit: Alles, was ich hatte, war ein Geschenk Gottes, und Gott bleibt Herr darüber, auch wenn er es wieder nimmt. Es ist kein gleichgültiges Achselzucken, sondern ein Bekenntnis unter Tränen. Hiob verliert seine Kinder und seinen Besitz und hält trotzdem an Gott fest.
Wer hat das Buch Hiob geschrieben?
Die Bibel nennt keinen Verfasser. Die jüdische Überlieferung im Talmud schreibt das Buch Mose zu, andere denken an einen weisen Israeliten aus späterer Zeit. Die Geschichte selbst spielt in der Zeit der Erzväter, als ein Familienvater noch selbst Opfer für seine Familie brachte (Hiob 1,5).
Passt Hiob 1,21 als Trauerspruch für eine Beerdigung?
Ja, der Vers wird oft in Traueranzeigen und bei Beerdigungen verwendet, besonders der Satz „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen; der Name des Herrn sei gelobt“. Er passt gut, wenn der Verstorbene oder die Familie selbst so geglaubt hat. Trauernden sollte man ihn behutsam anbieten, nicht als Erklärung für ihren Verlust.

Bibeltext: Bibeltext aus: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Grundlagen der Auslegung: Strong’s Exhaustive Concordance, Nr. H1288 (über biblehub.com)

Auslegung: christliche-bilder.net. Die Bildmotive sind KI-unterstützt erstellt. Stand: .